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Tipitaka Khmer

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Author Topic: Cambodian Folktales - Kambodschanische Volksmärchen  (Read 2731 times)

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Offline Johann

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Cambodian Folktales - Kambodschanische Volksmärchen
« on: March 26, 2013, 04:21:16 AM »
Kambodschanische Volksmärchen - Cambodian Folktales



Mit Volksmärchen haben Mönche Jahrhunderte lang versucht der einfachen Bevölkerung Ursache und Wirkung zu erklären und sie von Aberglauben abzuhalten. Die Geschichten sich oft aus den Jataka Geschichten entnommen und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Viele dieser Geschichten sind heute in Kambodscha nicht mehr bekannt. Tiere und andere Figuren in den Geschichten stellen unter anderem oft, Personen oder sogar andere Reiche dar, sie sind aber immer so gewählt, dass sie für den geübten Betrachter als eigene Geisteshaltungen gesehen werden. Der Büffel taucht oft als Starrsinnig aber auch als Ausdauer auf, der Hase spiegelt die Weisheit wieder. Die Eigenschaften der Tiere wurden dem tiefgründigen Inhalt genau zugeschrieben.
In den 60er und 70er Jahren, mit der Welle von kambodschanischen Studenten in der DDR sind einige deutsche Bücher entstanden. Sie sind außerordentlich gut geschichtlich und buddhistisch aufgearbeitet und ein Juwel der nun in Deutschland schlummert. Ich erlaube mir einige dieser Geschichten hier zu erzählen. Bitte fühlen Sie sich eingeladen selbst solche Geschichten hier zu teilen um dem Erhalt und der Weitergabe für künftige Generationen etwas beizutragen.


With folktales the monks used to try to make the ordinary people of the country understanding cause and effect and to prevent them form superstition for centuries. Most stories are taken form the Jataka stories and modified to the regional situations. Many of those stories are no more well known in Cambodia today. Animals an other actors  of the stories imitate often persons or even kingdoms and are so chosen that the trained observer may identify his own mind states within them. The buffalo mentions often the stubbornness but also enduringness. The rabbit reflects wisdom. The attitudes of the animals are pointing to deeper content.
In the 60ties and 70thies a wave of cambodian students in the DDR caused the appearance of german book. They are outstanding well prepared in regard of history and buddhist understanding and a gem which now dozes in Germany. I will try to retell some of this stories hier and please feel free and share as well if you know one or the other to maintain and share those for future generations.
« Last Edit: March 26, 2013, 04:38:39 AM by Johann »
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Offline Johann

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Der großartige Hermit rettet das Leben des Tigers.
(Mahā Īsī Proh Khlā)

Einst schlief ein Tiger vor einem Schlangenloch, die Schlange kam heraus, biß in, und verletzte ihn tödlich. Zur selben Zeit war ein großartiger Einsiedler auf seinem Weg und passierte die Stelle. Weil sein Herz so von Gute durchdrungen war, wiederbelebte er den Tiger.

Der Tiger, den der großartige Hermit geheilt hatte, sagte: „Ich war gut und schnell eingeschlafen. Warum weckst du mich auf? Eben deshalb werde ich dich fressen müssen.“

Der großartige Einsiedler erwiderte: “Du hast vor einem Schlangenloch geschlafen und die Schlange kam raus, biß dich und du bist daran gestorben. Ich habe dich wieder zum Leben erweckt. Warum wünscht du nun mich zu fressen?“

Der Tiger und der großartige Hermit hatten da nun einen Disput. Da fragten sie den Schakal um Hilfe. Der Tiger und der großartige Hermit erklärten den Grund des Disputes. Der Schakal dachte: „Wenn ich den Tiger verurteile, sodaß er den Fall verliert, werde ich mich nicht mehr auf seine Macht in diesem Wald stützen können.“ Der Schakal urteilte den Fall entsprechend seiner Neigung die durch Liebe und Anhaftung (chandāgati) seine Ursache fand.

Der großartige Hermit akzeptierte seine Entscheidung nicht. Dann trafen sie einen Ochsen und erzählten ihm was passiert sein. Das Urteil der Kuh beruhte auf die Erwägung: „Wenn ich dem Tiger nicht helfe, wird er mich hassen und mich fressen.“ So half der Ochse dem Tiger zu gewinnen. Sein Urteil war seiner Angst zugeneigt (bhayāgati).

Dann bat der großartige Hermit einen Affen um Hilfe. Der Affe dachte: „In der Vergangenheit fiel ein Mann in einen Brunnen und mein Vater half ihm und dennoch aß der Handwerker meinen Vater.“ Das Urteil des Affen war durch Haß und Feindseligkeit getrübt (dosāgati).

Der vierte Richter war ein Bussard. Er dachte sich: „Zur Zeit bekomme ich mein Futter von den Essensresten des Tigers. Wenn ich gegen ihn entscheide, wird er böse auf mich sein. Wie wird es mir dann möglich sein von ihm Nahrung zu bekommen?“ Des Bussards Urteil war durch seine Gier und Verlangen voreingenommen (lophāgati).

Der großartige Hermit war abermals nicht einverstanden und so ging er zu einer Baumgottheit. Diese dachte: „Leute spazieren in den Wald, suchen Unterschlupf und brechen und schneiden stets Blätter ab.“ So urteilte die Gottheit zu Gunsten des Tigers. Sein Urteil war durch seinen Wahn und Dummheit getrübt. (Mohāgati).

Aber der großartige Hermit akzeptierte sein Urteil nicht. Er bat den Richter Hase um Hilfe und erklärte abermals war geschehen war. Der großartige Hermit sagte: „Dieser Tiger, der vor einem Schlangenloch schlief, würde durch einen Schlangenbiß getötet. Ich holte ihn mit meinen magischen Künsten zum Leben zurück. Dennoch ist er undankbar und will mich jetzt sogar fressen. Bitte mein Herr, überdenken sie diesen Fall und helfen sie mir."

Der Tiger erklärte: “Während ich wunderbar schlief, weckte mich der großartige Hermit auf. Aus diesem Grund bin ich geneigt ihn zu fressen. Er akzeptierte das nicht. Er bat den Schakal, den Ochsen, den Affen, den Bussard und die Baumgottheit um Hilfe und all diese Richter entschieden für mich. So bitte helfe mir.“

Die Erklärungen des Hermit und des Tigers angehört, überdachte der Richter Hase dieses, indem er mit seinem Verstand abwog. Er gab folgende Anweisung: „Lastet den Hermit und Bruder Tiger zurück an den Platz gehen, wo sich dieses Geschehnis zugetragen hatte und ich werde darüber nochmal urteilen. Sie waren damit einverstanden und gingen dorthin zurück.

Als der großartige Hermit und der Tiger den Platz erreichten, legte sich der Tiger wieder vor das Schlangenloch und schlief ein. Nach einer Weile kam die Schlange heraus, biß den Tiger und dieser starb. Richter Hase richtete sich an den Hermit: „Sehe dir diesen Tiger an. Durch seine Undankbarkeit starb er mit eigener Übereinkunft. Von nun an sei nicht mehr großzügig gegenüber dem Tiger.“ Dieses Urteil des Richter Hasen basierte auf dessen Unabhängigkeit, Fairness und einer ehrlichen Art zu denken.

Die bekannte Geschichte ist der Arbeit An Analysis of the Trickster Archetype as Represented by the Rabbit Character in Khmer Folktales (pdf) entnommen. In dieser Arbeiten finden sich auch zahlreiche Erklärungen über die Rolle des Richter Hasen und den buddhistischen Hintergründen in den kambodschanischen Volksmärchen.




Mahā Īsī Proh Khlā (The Great Hermit Saves the Tiger’s Life)

Once a tiger was sleeping in front of a snake’s hole, The snake came out, bit and killed the tiger. Meanwhile a great hermit out on a journey happened to wander past that place. Because his heart was so kind, he revived the tiger back to life.
The tiger, whom the great hermit had cured, said, “I was well and fast asleep. Why do you awaken me? Because of that I need to eat you.”
The great hermit replied: “You had been sleeping in front of a snake’s hole, and the snake bit you and you died. I have restored your life. Why do you want to eat me?”
The tiger and the great hermit had a dispute with each other. Hence they asked the jackal for help. The tiger and the great hermit explained what the dispute was. The jackal thought: “If I judge that the tiger loses the case, I won’t be able to depend on his power in this forest anymore.” That the jackal judged the case like this was due to his bias caused by love or desire (chandāgati).
The great hermit did not accept this resolution. Then they found a cow judge and told him what happened. The cow judge reckoned that, “If I do not help the tiger, he will hate me and eat me.” So the cow helped the tiger to win. His judgment was biased by fear (bhayāgati).
Then the great hermit asked a monkey for help. The monkey thought: “In the past, a man had fallen into the well and my father helped him; however that crafty man ate my father.” The monkey’s judgment was clouded by hatred or enmity (dosāgati).
The fourth judge was a buzzard. He thought to himself, “Currently I often get my food from the remains of a tiger’s meal. If I decide against the tiger, he will be angry with me. How will I be able to get my food from him?” The buzzard’s judgment was biased by his greed or desire (lophāgati).
The great hermit disagreed again and he went to a tree spirit who thought, “People walking in the forest and taking shelter always break and cut off the leaves.” So the tree spirit judged in favor of the tiger. His judgment was biased by delusion or stupidity (Mohāgati).
But the great hermit did not accept this judgment. He asked Judge Rabbit for help and explained what happened again to the rabbit. The great hermit said, “This tiger who was sleeping in front of the snake’s hole was killed by the snake’s bite. I returned him to

life by using my magic charm. However he is ungrateful. Now he wants to eat me anyway. Please, sir, consider this case and help me.”
The tiger explained: “While I was comfortably sleeping, the great hermit awakens me. Consequently I am tempted to eat him. He did not accept this. He asked the jackal, the cow, the monkey, the buzzard and the tree spirit for help; and all these judges decided for me. Please help me.”
Hearing the great hermit’s and the tiger’s explanations, Judge Rabbit considered them, relying on his intelligence. He gave the following order: “Let the great hermit and Brother Tiger go back to where this incident happened, and I will judge it again.” They also agreed and went back there.
When the great hermit and the tiger approached that place, the tiger went to sleep on the snake’s hole again. After a while the snake came out, bit the tiger who then died. Then Judge Rabbit advised the great hermit, “Please look at that tiger. Due to his ingratitude he has died of his own accord. From now on, don’t be so generous to a tiger.” This judgment of Judge Rabbit was based upon his independent, fair and honest way of thinking.


Explaining:

“The Great Hermit Saves the Tiger’s Life” (PRBK 2001: 3, 1).54 Here, rabbit judges
without bias the case of the great hermit and the tiger. This folktale describes a great hermit who saves the life of a tiger bitten while sleeping in front of a snake’s hole, but the ungrateful tiger wants to eat him anyway. Therefore, they go off to find a judge who will settle their dispute. The first judge is a jackal. His bias is partially caused by love or desire (chandāgati). He says to himself, “If I judge the tiger and lose the case, I won’t be able to depend on his power in this forest.” Not accepting this judgment they go to the second judge, a cow. He is prejudiced by fear (bhayāgati). He reckons that, “If I do not help the tiger, he will hate me and eat me.” Being dissatisfied with that judgment, they go to the third judge, a monkey. His bias is caused by hatred or enmity (dosāgati). He thinks that, “In the past, a man had fallen into a well and my father helped him, however that crafty man ate my father.” Disagreeing with that judgment, they go to the fourth judge, a buzzard, who is prejudiced by greed or desire (lophāgati). He thinks that, “Today I frequently get my food from the remains of the tiger’s meal. If I judge that the tiger should lose the case, he will be angry with me; and how can I get the food from him?” Being dissatisfied with that discernment, they go to the fifth judge, a tree spirit. He is prejudiced by delusion or stupidity (mohāgati). He decides that, “People walking to the forest and taking shelter always break and cut off the leaves so I will judge that the tiger wins the case.” The last judge is the rabbit who is independent and neutral (sugatigamanam). He orders the tiger to go back to where the original event had taken place and if the tiger remains unbitten by the snake, he wins. Rabbit was not intimidated by the tiger’s physical power. He judged wisely, excluding love, hatred, greed, and delusion. It is clear that these four concepts are taken from the Buddhist ideas of how to be a good ruler or king. That is to say the good king and ruler must conduct his duties according to them (Payutto 1996: 24). A comparison between Judge Rabbit and the other animals and supernatural judges—cow, wolf, buzzard, tree spirit, and monkey—indicates that only the rabbit is an impartial judge. He represents the wisest one.

For more details see: An Analysis of the Trickster Archetype as Represented by the Rabbit Character in Khmer Folktales in the library.
« Last Edit: December 31, 2013, 05:47:21 PM by Johann »
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Die Geschichte von Bhikkhu Sok - The story of Bhikkhu Sok
« Reply #2 on: August 15, 2013, 08:18:13 AM »
The story of Bhikkhu Sok

Many year ago, there was a great famine in Kampuchea. A Phnong man called Chow Phnong Gruu came down from his mountain village to the town Senmonorom to try to find food for his family. When he returned home some time later, the superstitious villagers were afraid of him because he had dared to leave their secluded village and live boldly among the lowland strangers.

During the next few weeks, Chow Phnong Gruu began to show his family some of the new things that he had learned about cooking and preserving food. These new ways greatly disturbed the simple-living Phnongs. They began to whisper to each other that Chow was practicing evil magic.

Then one day, a neighbor's small child became ill and died. The villagers blamed Chow Phnong Kruu's magic for the child's death and demanded that the chief of the Phnongs punish him. Now, the chief of the Phnongs had forbidden his people to practice blach magic. He was furious when he heard that Chow had disobeyed his orders. So the Phnong chief immediatley sent for a group of hunters from the village and ordered them to kill Chow Phnong Kruu and all of his family with seven sharp razors.

The hunter did their job well. Within a few hours, Chow Phnong Kruu and all of his family were dead. All, that is, except for one small boy named chow Sok. That morning, Chow Sok had been sent to the rice field at the edge of the forest to wait for the rice buds to ripen for harvesting. Late that afternoon, while he was camped there, he heard an angry group of hunters pass through behind the trees. He listened in horror as they spoke about the killing of his mother, his father, his grandparents, his sister and brother, his aunts and uncles - his entire family. He trembled with terror when the hunters grumbled impatiently that one small boy was still alive and no one could find him.

When the hunters had passed, Chow Sok quickly climbed to the top of a tall tree and hid himself in a thick tangle of liana vines. From the treetop, he watched as the hunters stomped through the rice field, searching along every crevice of the valley and in every pile of brushwood for the missing boy. When the sun set, the discouraged hunters turned back and headed for their village in the upper hills.

Sick with grief and fear, chow Sok sat in the safe tangle of liana vines until the middle of the night. Then he slowly crept down from the free and carefully made his way across the rice field, into the forest, and down to another Phnong village nestled in the lower hills.
At the edge of the village was a small hut with fruit in thickly woven baskets leaning against the doorway. Chow Sok was cold and tired and hungry. He ate some fruit and then, curling up between the baskets, fell asleep.

In the morning, the old man who lived alone in the hut saw the sleeping boy. He knew immediately that this must be the child that the hunters from the upper village had been looking for. The old man pitied the child. Waking the boy and warning him to be very quiet, the old man took him into the hut and hid him under some old straw mats.
Later that morning the hunters went down to the lower Phnong village to search again for the boy. When they saw the old man sitting in the doorway of his small hut, of fruit, and Chow Sok quickly ran down the road to find the merchant from Kratieh.

Soon he saw the merchant with his oxcart piled high with brushwood and dried fish. Feeling too shy to speak to the merchant who came from a strange land, Chow Sok walked far behind the cart for a long time. Then, feeling very tired, he edged closer and jumped up to lie down on the praek of the cart. The oxcart swayed, and the merchant turned quickly to see the small Phnong boy hanging on behind the wheel.

"Hey there! Who are you, boy? Where are your parents? Why are you hanging on behind my oxcart?" he called out the boy in the Phnong language.

The embarrassed child quickly scrambled down from the wooden preak. He timidly told the merchant the sad story about his family, the chief's hunters, and the kindly old man.
The merchant understood everything and pitied the frightened boy. "Ah, my poor child," he said. "You must come with me away from the Phnong villages. You may live with me in Kratieh. I have always wanted a son. Come, come now. Jump up here with me on this wood pile and let us leave this place quickly."

They journeyed together safely and reached Kratieh in good time.
The merchant grew to love Chow Sok as dearly as if he were really his own son. He taught Chow Sok the Khmer language and the customs of the country. In turn, Chow Sok was completely devoted to his new-found father. He studied with great care and eagerly helped the merchant with all of his work.

After a few years, the merchant sent Chow Sok to study at the monastery school of Kratieh. The monks were impressed with the boy's keen mind and good character. When Chow Sok was fifteen years old, he was ordained as a novice. When he was twenty-one, the monks fully ordained him as a monk - a bhikkhu. He was now called Bhikkhu Sok.
Bhikkhu Sok became a noble and honored monk. His wisdom and justice were respected throughout the land.

note: Phnong are indigenous people in the north of Cambodia (Ratanakiri, Mondolkiri)



Die Geschichte von Bhikkhu Sok

Vor vielen Jahren war eine Hungersnot in Kampuchea (Kambodscha). Ein Phnong (Bergvolk) Namens Chow Phnong Kruu kam er aus seinem Bergdorf in die Stadt Senmonorom um Nahrung für seine zu finden. Als er nach einiger zeit wieder nach Hause zurückkehrte, fürchteten sich die abergläubischen Dorfbewohner vor ihm, da er es gewagt hat das abgeschiedene Dorf zu verlassen und kühn mit den fremden in der Ebene gelebt hat.

Während der nächsten Wochen begann Chow Phnong Gruu seiner Famile einige neue Dinge über Essenszubereitung und Konservierung, die er gelernt hatte, beizubringen. Diese neuen Wege missfielen den einfach lebenden Phnongs stark. Sie begannen untereinander zu flüstern, dass Chow schwarze Magie betreibt.
Eines Tages wurde das kleine Kind des Nachbarn krank und starb. Die Dorfbewohner beschuldigten Chow Phnong Gruu’s Zauber als Grund für den Tod des Kindes und verlangten vom Anführer der Phnongs, ihn zu bestrafen. Nun hatte der Anführer der Phnongs sein Leuten schon immer verboten schwarze Magie zu praktizieren. Er war außer sich vor Zorn, als er von Chow hörte, dass dieser seine Anordnung ignoriert hatte. So ließ der Anführer der Phnongs unverzüglich nach einer Gruppe von Jägern aus dem Dorf rufen um Chow Phnong Gruu und seine Familie mit sieben scharfen Degen töten zu lassen.

Die Jäger erfüllten ihre Aufgabe gut. In nur wenigen Stunden war Chow Phnong Gruu und seine ganze Familie tot. Alle bis auf den kleinen Jungen Chow Sok. An diesem Morgen war Chow Sok auf das am Rande des Walde liegende Reisfeld geschickt worden um dort die Frucht zu beobachten bis das Korn zu ernten sein. Am späten Nachmittag als er sich dort lagerte, hörte er eine Gruppe zorniger Jäger die hinter den Bäumen vorüber ging. Er hörte mit Horror wie sie vom Mord an seiner Mutter, seinem Vater, seiner Großeltern und seiner Bruder und Schwester, seinen Tanten und Onkel –seiner gesamten Familie, sprachen. Er zitterte vor Angst als er die Jäger ungeduldig murrten hörte, dass noch ein kleiner Junge am Leben war und ihn keiner finden konnte.

Als die Jäger weg waren, kletterte Chow Sok schnell auf in die Krone eines Baumes um sich im Gewirr der Lianen zu verstecken. Aus der Baumkrone beobachtete der wie die Jäger durch die Reisfelder stapften und jeden Winkel des Tales und jeden Haufen Buschholz durchsuchten um den vermissten Jungen zu finden. Als die Sonne unterging, kehrten die entmutigten Jäger zurück und gingen zurück in ihre Dörfer in den nahen Bergen.

Krank vor Trauer und Angst saß Chow Sok in dem sichern Dickicht der Schlingpflanzen bis Mitternacht. Dann kletterte er langsam herunter und machte sich vorsichtig auf den Weg durch die Reisfelder, in den Wald und hinunter in ein anderes Phnong Dorf, dass in den unteren Bergen angesiedelt war.
Am Ende des Dorfes war eine kleine Hütte neben dessen Eingang dicht verwobenen Körben mit Früchten lehnten. Chow Sok war kalt und er war müde und hungrig. Er saß dann ein paar Früchte rollte sich zwischen den Körben ein und schlief ein.

Am nächsten Morgen sah der alte Mann, der alleine in dieser Hütte wohnte den schlafenden Jungen. Er wusste sofort, dass er das Kind sein mußte, das die Jäger aus den oben gelegenen Dörfern suchten. Der alte Mann bemitleidete das Kind. Denn Jungen aufweckend und warnend, dass er still sein solle, nahm ihm der Mann mit in die Hütte und versteckte ihn unter Strohmatten.

Später an diesem Mörgen kämen die Jäger in dieses unten gelegene Dorf um abermals nach dem Jungen zu suchen. Als sie den alten Mann vor dem Eingang seiner Hütte und den Früchten sitzen sahen, rannte Chow Sok schnell die Straße hinunter um den Händler von Kratieh zu finden.

Bald sah er den Händler mit seinen Ochsenwagen schwer mit Buschholz und getrocknetem Fisch beladen. Zu scheu um mit dem Händler der aus einem fremden Land kam zu sprechen, ging Chow Sok für eine lange Zeit weit hinter dem Wagen hinterher. Als er sich müde fühlte, kam er näher und sprang hoch um sich auf den Praeks des Wagen zu legen. Der Ochsenkarren schwangte und der Handler drehte sich schnell um und sah wie der kleine Phnong Bub hinter den Rädern hing.

“Na hallo! Wer bist du Junge? Wo sind deine Eltern? Warum hängst du auf meinem Ochsenwagen”, rief er dem Buben in der Sprache der Phnong zu.
Das verlegene Kind krabbelte schnell von dem hölzernen Preak hinunter. Schluchzend erzählte er die traurige Geschichte seiner Familie, dem Jägern des Anführers und dem freundlichen alten Mann.

Der Handelsmann verstand alles und bemitleidete den verschreckten Jungen. „Ay, mein armer Junge“, sagte er, „du mußt mit mir mitkommen, weg von den Phnong Dörfern. Du kannst mit mir in Kratieh leben. Ich wollte schon immer einen Sohn. Komm, komm jetzt. Spring 'rauf zu mir auf die Holzdeichsel und lass uns diesen Platz schnell verlassen.“

Ihre gemeinsame Reise war sicher und er erreichte Kratieh in einer guten Zeit.

Die Liebe des Handelsmann wuchs und er kümmerte sich innig um Chow Sok als wäre es sein eigener Sohn. Er lehrte Chow Sok die Khmer Sprache und die Gebräuche des Landes. Im Gegenzug war Chow Sok vollkommen hingebungsvoll zu seinem neugefundenen Vater. Er lernte mit großer Umsicht und half dem Handelsmann fleißig bei all seiner Arbeit.

Ein paar Jahre später sendete der Handelsmann Chow Sok ins Kloster von Kratieh um zu studieren. Die Mönche waren beeindruckt vom scharfen Geist und dem guten Charakter des Buben. Als Chow Sok fünfzehn Jahre alt war ordinierte er als Novize. Als er einundzwanzig war, ordinierten ihn die Mönche zur vollen Ordination, einem Bhikkhu. Er wurde nun Bhikkhu Sok genannt.

Bhikkhu Sok wurde ein edler und geehter Mönch. Seine Weisheit und Urteilsvermögen wurden im ganzen Land respektiert.

Anmerkung: Phnong sind ein indigenes Bergvolk im Norden von Kambodscha (Ratanakiri, Mondolkiri)
Gruu kommt von Guru und dient als Bezeichnung für einen Lehrer, aber auch für Schamane oder Arzt.

Aus dem Buch: Cambodian folk stories from the Gatiloke- by Muriel Paskin Carrison, Chhean Kong
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Geschichte von den sieben tauben Verwandten
« Reply #3 on: October 01, 2013, 04:07:09 AM »

Geschichte von den sieben tauben Verwandten

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die gingen, ihre Geschwister im Dorf Prey Sandaik – Bohnen Wald – zu besuchen.
Sie gingen und gingen, da trafen sie auf einen von sieben tauben Verwandten. Der spannte gerade die Ochsen ein, um das Feld zu bestellen.
Der Mann und die Frau fragten:
„Mann, aey, Mann! Welcher Weg führt zum Drof Prey Sandaik? Wir sind nämlich schon lange Jahre nicht hier gewesen und wissen den Weg nicht mehr genau.“
Der Taube wurde wütend und antwortete:
„Dieses mein Ochsenpaar, das sind Kinder aus meinem Stall. Den roten da, den hat mir meine Schwiegermutter gegeben; den mit den auseinanderlaufenden Hörnern, den hat mir mein Vater gegeben. Ich habe die Ochsen niemandem gestohlen, um sie anzuschirren.“
Der Mann und die Frau, die nach dem Weg gefragt hatten, hörten das und sagten zueinander: „Wir fragen den Mann nach dem Weg, und er redet von seinen Ochsen und kommt uns auch nicht grob dabei. Wir wollen ihn nichts weiter fragen, wir müssen ja bald auf das Haus unserer Geschwister stoßen.“
So gingen sie weiter.
Was den Tauben betrifft, der pflügte eifrig das Feld ohne Pause. Gegen Mittag brachte ihm ein taubes Weib, das seine Frau war, Reis zum Essen. Als sie ankam, stellte sie den Korb mit dem Reis in den Schatten eines Baumes am Rande des Feldes.
Der Mann sah die Frau mit dem Reis kommen, da hörte er auf mit dem Pflügen, um zu essen. Dabei sagte er voller Zorn zu seiner Frau:
„Da waren ein Mann und eine Frau, die kamen irgendwoher und behaupteten, ich hätte ihre Ochsen gestohlen. Dieses Ochsenpaar aber haben mir in Wahrheit Vater und Mutter gegeben.“
Die Frau sah den Mund ihres Mannes schweratmend sprechen und dachte, er meinte sie. Da wurde sie zornig und erwiderte ihm:
„Ich denke, der Mann pflügt denn ganzen Vormittag das Feld, ich halte mich dazu, ihm Reis zum Essen zu bringen, und jetzt heißt es, ich hätte einen Geliebten. Wie soll denn der Geliebte heißen? Den mußt du mir erst zeigen!“
Der Mann stopfte sich Reis in den Mund, ein ganzes Körbchen, und hörte nicht, daß seine Frau etwas sagte. Als der Mann zu Ende gegessen hatte, raffte die Frau den Korb auf. Der Mann fragte:
„Was gibt es denn zu Hause, daß du es so eilig hast?“
Die Frau sagte: „Ich muß das unbedingt den Eltern erzählen.“ Und sie nahm den Korb auf und ging nach Hause zurück. Dort traf sie die Mutter. Mit zornrotem Gesicht sagte sie zu ihr:
„Dein Schwiegersohn ist vielleicht gut! Ich bringe ihm Reis zum essen, und kaum habe ich den Korb hingestellt, behauptet er ich hätte einen Geliebten.“
Was die Mutter betrifft, die bebte vor Zorn und sagte: „Ach, so ist das, deshalb bist du so rot! Ich nenne dich Tochter und Enkelin, ich hüte hier dein Haus, und jetzt sagst du, ich hätte deinen Tabak gestohlen und ihn gegen Kokosnuß eingetauscht, du Schlampe. Sag das ja nicht wieder! Nicht eine Prise Tabak habe ich genommen, und selbst wenn es so wäre, brauchst du mich nicht vor den Leuten zu schelten. Warte bis dein Vater kommt! Ich erzähle es ihm, und er wird dich windelweich schlagen.“
Wenige später kam ihr Mann. Er hatte Pfosten für den Zaun geschlagen, damit die Büffel nicht eindringen und die Setzlinge fressen konnten. Ihm berichtete die Frau:
„Unsere Tochter nahm Reis und brachte ihn ihrem Mann, ich hütete ihr Haus. Als sie zurückkam, sagte sie, ich, die Mutter, hätte ihren Tabak gestohlen und gegen Kokosnuß eingetauscht. Das bringt mich in Wut.“
Der Mann verstand nichts, ärgerte sich über seine Frau und schimpfte:
„Du Diebsgesicht! Was bist du eifersüchtig! Ich putze mich heraus und besuche irgendein Weib! Ich habe Bäume gefällt für Pfosten zu einem Zaun! So ist das! Wenn du mir nochmal mit deiner Eifersucht kommst, dann gebe ich dir einen Tritt.“
Nachdem es so seine Frau zurechtgewiesen hatte, aß er. Dann ging er angeln, fing Fische und kam wieder nach Hause. Am Abend bereitete ihm die Frau aus einigen Fischen ein Essen, einige bewahrte sie für den Morgen auf, um sie einem jungen Mönch im Kloster zu geben, einem kleinen Sohn, der dort das schreiben lernte.
Als der Morgen kam, kochte die Mutter Reis und legte ihn in die Schüssel zusammen mit der Zuspeise vom Abend vorher, um alles ins Kloster zu tragen und dem Sohn Mönch zu geben. Sie sagte:
„Ich denke sehr an dich Kind, wie lernst du denn so?
Der Sohn Mönch antwortete:
„Es geht vorwärts, Mutter! Heute gefällt mir das ruhige Mönchsleben, ich verlasse das Kloster nicht mehr.“
Die Mutter rief dem Kind, das den Mönch diente, zu: „Jungchen, verlaß die Mönche und komm für einen Tag nach Hause, denn der Vater sehnt sich sehr nach dir.“
Das Kind sagte zur Mutter:
„Zwei Trockenfische haben die Mönche in der Zelle. Am Abend nehme ich sie, bereite sie zu und esse sie mit Reis, der am Morgen übriggeblieben ist, als die Mönche gegessen haben.“
Die Mönche nun, die in der Nähe der Zelle saßen, so viele es waren, die hörten Mutter und Kind miteinander sprechen, die sich nicht einig wurden. Da konnten sie nicht an sich halten und brachen in Gelächter aus.
Die Frau verabschiedete sich von dem Kind und ging nach Hause. Dort beugte sie das Knie vor dem Gatten und sagte:
„Ich grüße dich!“
Der Gatte antwortete:
„Ach, ich sah Reis, Suppe, Zuspeise im Behälter, das habe ich alles aufgegessen.“
Die Frau sah den Mann an, der Mann sah die Frau an, sie blinzelten sich an. Wenig später kam die jüngere Schwester des Mannes an, die in einem entfernten Dorf wohnte. Sie brachte einen Topf Früchte und ein Bündel Ingwer, das gab sie dem Bruder, und sie fragte ihn:
„Bruder, wieviel Feld hast du gepflügt, geeggt und bepflanzt?“
Der Mann und die Frau antworteten beide der jungen Schwester:
„Ach ja, du! Es ist angebracht, daß du deine Tochter verheiratest, daß sie einen Mann hat. Aber paß gut auf, daß er nicht nur Karten spielt, daß er nicht nur Schnaps trinkt und Opium raucht.“
Die jüngere Schwester hörte und verstand auch nichts, und sie sagte zu den beiden Leuten:
„Es tut mir leid, meine Melonenkürbisse standen gut, schon zeigten sich Blüten und Fruchtknoten. Plötzlich kam eine Muttersau, hat sie ausgewühlt, und alle sind eingegangen.“
Die beiden Leute sagten:
„Ach, du! Geh nur wieder nach Hause. Es ist schon spät, und vielleicht weint dein Kind und sucht dich.“
Und die jüngere Schwester kehrte nach Hause zurück.

***

„Wenn man nicht richtig verstanden hat, soll man nicht die Brauen heben (eine Meinung äußern).“

Aus dem Buch: Kambodschanische Volkmärchen, Herausgegeben von Rüdiger Gaudes (Akademie-Verlag Berlin 1987)
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Die Geschichte vom Richter Hase
« Reply #4 on: November 13, 2013, 01:09:28 PM »
Die Geschichte vom Richter Hase

Das erzählt man über den Hasen seit der Zeit, als er vom Brunnen bis in die Nähe eines Dorfes rannte. Da kam eine Alte. Sie trug Bananen auf dem Kopf und ging, um sie zu verkaufen. Der Hase sah die Alte und dachte: "Ich bin so kraftlos, was könnte ich nur machen, um zu den Bananen zu kommen. Das beste ist, ich stelle mich tot." Gedacht, getan, und so egte er sich auf den Weg. Die Ate, die die Bananen auf dem Kopf trug kam näher, sah den Hasen, dachte, er wäre wirklich tot, und rief aus: "Nanu, da komme ich meine Bananen kaufen und habe heute solches Glück! Ich werde den Hasen mitnehmen. Er gibt ein gutes Essen." Und so hob sie ihn vom Wege auf, legte ihn in den Korb mit den Bananen und ging weiter. Der Hase aber, kaum , dass ihn die Alte in den Korb gelegt hatte, begann die Bananen zu fressen und fraß und fraß. Mitterweile war die Alte an ein Haus gekommen, wo sie die Leute hereinriefen, um Bananen zu kaufen. Sie hob ihren Korb vom Kopf, und der Hase lief weg. Die Alte sagte: "Meine Güte, der Hase lebte also noch, und ich dachte, er wäre tot. Aus ist's mit dem Bananen verkaufen!"

Der Hase aber lief aus dem Dorf in den Wald. Er stieg in einen Teich und wollte gerade trinken, als eine Schnecke im Teich es ihm verbot: "He, dummer Hase, wie kannst du mein Wasser trinken!" Der Hase fragte: "Wem gehört denn dieses Wasser?" "Ei, das ist mein Wasser", sagte die Schnecke. Da schlug der Hase vor: "Also schließen wir eine Wette ab. Ich werde auf dem Land laufen, du schwimmst im Wasser. Wenn du schneller schwimmst, als ich laufe, dann werde ich in diesem Teich nie mehr Wasser trinken." Die Schnecke war mit der Wette einverstanden und beriet sich mit den anderen Schnecken. Sie beschossen: "Wir werden uns der Reihe nach um den Teich ans Ufer setzen. Wenn der Hase ruft, so muß immer die Schnecke antworten, die gerade vor ihm sitzt, die anderen dürfen nichts sagen." Als sie das beschlossen hatten, sagten sie zum Hasen: "Lauf los, Hase!" Und der Hase lief und lief, dann rief er die Schnecke, und die vor ihm antwortete: "Ich bin hier!" Der Hase wunderte sich: "Meine Güte, wie schnell die alberne Schnecke doch schwimmt", und lief wieder los, rief wieder, und die Schnecke vor ihm antwortete wieder. Der Hase wusste nicht, wie er die Schnecke einholen sollte, und er wurde endlich von der Klugheit der Schnecken besiegt. Nie wieder wagte er, Wasser aus dem Teich zu trinken. Er trank von jetzt an nur mehr Tau.

Der Hase verließ diesen Ort und beschloß, einen Fluß zu durchqueren. Er wusste aber nicht, wie er daß anstellen sollte. In dem Fluß lebte ein Krokodil, es schwamm im Wasser hin und her. Der Hase sah es und dachte:"Was kann ich tun, um das dumme Krokodil zu bewegen, mich hinüberzubringen?" Er faßte einen Plan und verstellte sich: "Bruder Krokodil, was hast du gemacht, dass dein Körper so rauh ist?" Das Krokodil erzählte ihm, man sage, es habe eine Flechte. Der Hase sagte: "Bruder, wenn du mich ans andere Ufer trägst, dann werde ich dich von der Flechte heilen." Als das Krokodil das gehört hatte, war es sehr froh, es kam aus dem Wasser heraus, legte sich auf die Erde und sprach: "Ich werde Sie erst durch den Fluß tragen, dann machen sie mich gesund!" "Sorge dich nur nicht", sagte der Hase. Er selbst ekelte sich vor dem Krokodil, deshalb riß er Blätter von den Bäumen, um sich darauf zu setzen. Das Krokodil fragte: "Was machen sie mit den Blättern?" "Lieber Bruder, du bist so gut zu mir, aber ich fürchte, ich werde dich beschmutzen." Der Hase stieg auf den Kopf des Krokodils, und das Krokodil glaubte, daß alles wahr sei, und schwamm auch tüchtig, bis sie zum anderen Ufer kamen. Der Hase stieg ab, sprang auf die Erde und rief: "Du dummes Krokodil, so eine Flechte hatten schon deine Vorväter, wer kann sie denn heilen!"

Das Krokodil war sehr böse, daß der Hase es so getäuscht hatte. Es wußte aber nicht, wie es den Hasen im Zuschnappen erwischen sollte und so ließ es sich im Wasser treiben, als ob es ein Holzklotz wäre.

Der Hase lief fort und sah beim Vorbeirennen einen toten Büffel am Ufer eines Teiches liegen. Die Geier hatten seinen Leib schon ausgehöhlt. Der Hase kroch hinein, aber der Büffelleib schrumpfte in der Hitze zusammen, so dass der Hase nicht wieder heraus konnte. Er drehte und wendete sich in dem Büffel bis zum Nachmittag. Da kamen Leute, um Wasser zu schöpfen. Der Hase sagte: "Oh, liebe Leute, habt, habt Mitleid, schöpft Wasser und begießt das Hinterteil des Büffels! Ich flehe euch an, rettet mich. Wer mich rettet, erwirbt sich große Verdienste!" Als die Leute beim Wasserschöpfen diese Worte viele Male gehört hatten, gossen sie Wasser auf das Hinterteil des Büffels. Es spannte sich und quoll auf, so daß der Hase herauskriechen konnte. Dann verschwand er und schrie nach: "Ihr habt überhaupt keine Verdienste und keinen Nutzen von eurer Tat. Ich habe euch etwas vorgemacht, um mir selbst zu helfen."

Der Hase lief weiter, da sah er das Krokodil, das sich im Wasser treiben ließ. Er zweifelte, ob es auch ein Krokodil sei, und sagte sich: "He, ist das nun ein Krokodil oder irgend ein Klotz?" Dann rief er: "Wenn du ein Krokodil bist, so lasse dich weiter vom Wasser treiben. Wenn du jedoch ein Klotz bist, so schwimme gegen die Strömung!" Das Krokodil hörte den Hasen so reden und dachte: "Ich habe mich doch schon verstellt und so getan, als sei ich ein Klotz. Nun sagt der da, wenn du ein Klotz bist, so schwimme gegen die Strömung." Und so schwamm es gegen die Strömung. Als der Hase das gesehen hatte, sagte er: "Nanu, sieh einer das dumme Krokodil! Du willst mich nur täuschen? Aber mit mir geht das nicht." Das Krokodil hörte die Worte und dachte: "Ich werde werde den schlauen Hasen schon noch besiegen", und überlegte weiter: "Ich werde ans Land kriechen und mich tot stellen, das wird leicht zu machen sein."

Also kam das Krokodil an Land, legte sich hin und öffnete das Maul, als wäre es tot. Der Hase lief am Ufer auf und ab, und als er das Krokodil so liegen sah, dachte er, es wäre tot. Er kroch dem Krokodil ins Maul und spielte an seinen Zähnen. Er sagte sich: "Aus dem großen Zahn hier könnte ich einen Griff für mein Buschmesser fertigen, aus den kleinen einen Griff für das Fruchtmesser meiner Frau." Während er im Krokodilrachen so vor sich hinredete, schnappte das Krokodil zu. Der Hase rutschte schnell in den Bauch und schrie: "Oh, hier ist so viel! Ich wollte deine Eingeweide verspeisen, deshalb bin ich in deinen Bauch gekrochen. Jetzt wickle ich all deine Gedärme auf, ich will sie alle auffressen." Er rieb die Zehen aneinander, das es sich anhörte, als würde er die Därme zerreißen. Das Krokodil hörte dies und bekam große Angst. Es bettete: "Bruder Hase, hab Mitleid und komm aus meinem Bauch wieder heraus, ich werde nicht wagen, dich zu beißen." Der Hase sagte: "Weil du mich so bittest, habe ich Mitleid mit dir." Darauf öffnete das Krokodil sein Maul, und der Hase sprang heraus.

Er sprang weiter und immer weiter. Da kam er an einen Teich, dort stand ein Baumstumpf. Der Hase ging hin und setzte sich drauf. In der Heißen Tageszeit schmolz aber das Harz, so daß der Hase mit dem Hintern am Baumstumpf festklebte. Da kam eine Elefantenkind an den Teich, weil es trinken wollte. Als der Hase den kleinen Elefanten sah, rief er: "He du, wie kannst du mein Wasser trinken! Die Götter haben mich hierhergesetzt, um es zu bewachen." Der kleine Elefant bekam große Angst, rannte weg und erzählte das eben Erlebte seiner Mutter. Als die Mutter ihr Kind so reden hörte, wurde sie sehr böse. Sie suchte den Platz, wo der Hase saß und fragte ihn: "Warum läßt du mein Kind nicht trinken?" Der Hase Sagte: "Ich lasse es nicht trinken, weil die Götter mir aufgetragen haben, das Wasser zu bewachen." Die Elefantenmutter wurde Zornig, riß den Hasen von seinem Sitz und lief weg. Der Hase war sehr zufrieden, daß er freigekommen war. Er lief schnell davon und kam auf das Feld eines alten Mannes. Der Großvater hatte das ganze Feld mit Melonen bepflanzt. Jeden Tag stahl ihm der Hase von den Melonen. Da wurde der Alte ärgerlich und stellte eine Falle auf. Eines Nachts kam der Hase wieder und geriet in die Falle. Da wurde ihm angst, weil er dachte, der Großvater käme und würde ihn erwischen. Zur selben Zeit kam eine Kröte angehüpft. Der Hase freute sich, als er sie sah. Er fragte zum Schein: "Liebe Kröte, was hast du?" Die Kröte antwortete: "Ich habe eine Flechte." Da sagte der Hase: "Oh, wenn du mich aus der Falle ziehst, so werde ich dich von deiner Flechte heilen, sorge dich nur nicht!" Als die Kröte hörte, daß sie der Hase gesund machen wollte, war sie sehr zufrieden. Sie zog kräftig, bis der Hase frei war. Als der Hase aber aus der Falle heraus war, sagte er: "Deine Flechte hast du von deinen Vorvätern, wer kann sie schon heilen!" Darüber wurde die Kröte sehr böse, sie hüpfte hinter dem Hasen her, konnte ihn aber nicht einholen.

Jetzt sprechen wir wieder von dem Großvater. Er stand am Morgen auf, nahm seinen Betel und ging schnell fort, um nach den Melonen zu sehen. Da entdeckte er die Hasenfährte. Der Alte bedauerte das sehr. Er schlug sich auf Brust und Schulter und sagte: "Ich habe einen Hasenbraten verpaßt!" Er stellte die Falle von neuem auf, und in der Nacht hatte der Hase wieder Appetit auf Melonen. Er lief zum Feld und weil sein Hunger nach Melonen so groß war, hatte er die Falle vergessen. So geriet er mit der Pfote hinein und hatte große Angst, weil er nicht wüßte, wie er sich befreien sollte. Als die Kröte sah, daß der Hase gefangen war, freute sie sich sehr, sie hüpfte heran, kitzelte ihn an seinen Pfoten und sagte: "Das letzte Mal hast du mich betrogen, jetzt bist du wieder in der Falle und machst ein hilfloses Gesicht, wer wird dir den dieses Mal helfen?" Der Hase war über die Schadenfreude sehr ärgerlich. Weil er aber ein kluges Tier war, tat er, als wäre dies gar nicht verdrießlich, und sanft sprach er zur Kröte: "Ich habe dich betrogen, weil mir die Medizin unbekannt war, mit der man deine Flechte heilen kann. Jetzt lüge ich nicht mehr. Ich kenne ein junges Mädchen, es ist schön wie eine Rose. Ich werde hingehen und für dich um ihre Hand anhalten. Beunruhige dich nicht, denn ich war schon einmal dort. Das Mädchen sagte, er wäre einverstanden, deine Frau zu werden. Wenn du mir aus der Falle hilftst, dann werde ich für dich schon werben gehen, du brauchst dir keine Sorgen machen." Weil die Kröte ein geiles Tier war, war sie mit der Rede des Hasen über das junge Mädchen sehr zufrieden. Sie dachte nur noch an das Mädchen, sie konnte die Hochzeit kaum erwarten. Sie sagte: "Bruder Hase, sprich diesmal die Wahrheit und betrüge mich nicht wieder!" Der Hase erwiderte: "Aber nein, ich habe nur deshalb so oft gelogen, weil ich keinen anderen Weg mehr wußte. Jetzt ist es leicht, denn es gibt in Angkor viele junge Mädchen. Selbst wenn ich nicht für dich werben ginge, würde man dir eine Frau auch ohne Werber geben, weil die Mädchen jetzt billig geworden sind. Man bekommt zehn Mädchen für einen Sleng." Es gibt ein altes Lied, das die Leute noch heute singen. Es heißt: "Zehn Mädchen für einen Sleng", weil man die Kröten nach Angkor schwimmen sieht, die sich dort eine Frau nehmen wollen.

Die Kröte half dem Hasen wieder aus der Falle. Kaum war er frei, so rannte er weg. Er reif der Kröte zu: "Du hast eine ekelhafte Flechte, wer sollte dir wohl seine Tochter geben? Ich habe dich nur belogen!" Die Kröte war sehr gekränkt über diese Worte und wollte sich am liebsten selber auf der Erde zu Tode schmeißen. Aber sie verlangte noch sehr nach einem jungen Mädchen von Angkor. Und sie ging, um sich eines zu suchen. Unterwegs sah sie einen Mistkäfer auf einem Scheißhaufen sitzen. Der Käfer fragte: "Liebe Kröte, wohin gehst du?" Die Kröte antwortete: "Ich gehe mir eine Frau in Angkor suchen." "So spät? Schaffst du es heute noch nach Angkor?" fragte der Käfer weiter. Weil die Kröte so sehr nach einer Frau verlangte, erzählte sie: "Ja, ich schaffe es noch, zum Frühstück werde ich wieder zurück sein." Da sah die Kröte, wie der Käfer in der Luft herumsummte."Was machst du?" "Ich drechsle eine Wagenachse", sagte der Käfer. "Warum machst du sie denn so kurz?" fragte die Kröte. Der Käfer antwortete: "Zu kurz! Ich will sie sogar noch in zwei Stücke teilen, dann habe ich gleich ein ganzes Paar." Der Mistkäfer redete deshalb so, um die Kröte mit ihrer Prahlerei, daß sie zum Frühstück von Angkor wieder zurück sei, aufzuziehen. Die Kröte schwamm nun vom Srok Tonle Thom weg und wollte so bis Angkor gelangen. Wenn sie ein Tier traf, das sie nach ihrem Weg fragte, dann antwortete sie jedesmal: "Ich will mir in Angkor eine Frau suchen." Einmal traf sie einen Fisch, der zur Familie der Schmutzfresser gehörte, der schnappte zu und verschluckte sie.

Jetzt sprechen wir wieder vom Hasen. Als er aus der Falle des Großvaters freigekommen war, lief er davon und versteckte sich im Schilf. Das sah ein Tiger. Er schlich sich heran und wollte den Hasen fressen. Aber als der Hase merkte, was der Tiger vorhatte, stellte er sich ganz heiser: "Äh, nun habe ich schon fünf Elefanten gegessen und bin immer noch nicht satt! Was könnte ich tun um einen Tiger anzulocken, damit ich ihn verspeißen kann.?" Da der Tiger den Hasen so reden hörte, bekam er Angst und wagte nicht, zuzubeißen. So ging er weg, um sich mit dem Affen zu beraten. Als der er den Affen gefunden hatte, erzählte er ihm: "Ein kleines Tier hat gesagt, >nun Habe ich schon fünf Elefanten gefressen und bin immer noch nicht satt. Was könnte ich tun, um einen Tiger anzulocken, damit ich auch ihn verspeißen kann<. Ich bekam Angst, als ich das hörte." Der Affe hörte sich alles an. "Wie sieht das Tier den aus?" Der Tiger erklärte: "Es ist klein, ungefähr so groß wie mein Handgelenk, es hat lange Ohren und einen kurzen Schwanz." "Ach so", sagte der Affe, "das Tier nennt man Hase, es ist großmaulig, du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten." "Aber nein, Bruder Affe, ich habe die Stoßzähne gesehen, die es von den Elefanten übriggelassen hatte, es hat alle Elefantenkörper verzehrt." Der Affe berühigte den Tiger: "Nein, nein, so ist es nicht! Geh mit mir hin, Bruder Tiger, ich werde dir zeigen , wie es wirklich ist!" Der Tiger aber lamentierte: "Ich fürchte mich vor diesem Tier, es hat gesagt, daß es meine Leber fressen will. Wenn wir hingehen, wird es uns verfolgen. Du kannst auf einem Baum klettern, aber mich wird es erwischen und fressen." "Oh, Bruder Tiger, wie dumm bist du! Wenn du mir nicht glaubst, so nimm eine Liane und binde dich an mir fest. Wenn alles in Ordnung ist, dann können wir gehen." Der Tiger nahm eine Liane, und nachdem er sich und den Affen daran festgebunden hatte, gingen sie beide weg. Der Hase saß gerade auf einem Erdhügel. Er sah, daß der Tiger und der Affe an eine Leine gebunden waren und näherkamen. Er murmelte: "Na, na, der dumme Affe schuldet mir schon zwei, drei Jahre einen Tiger. Jetzt bringt er mir diesen alten und mageren!" Der Tiger hörte das und dachte: "Der Affe will mit meiner Haut seine Schulden bezahlen!" Er bekam große Angst und rannte los, dabei riß er den Affen um. Der öffnete sein Maul, brachte aber keinen Ton heraus. Der Tiger rannte und rannte, in der Eile schleuderte er den Affen gegen einen Baumstümpf, so daß er starb. Sein Maul war ganz verzerrt. Der Tiger rannte weiter weg. Einmal drehte er sich um, da sah er, daß am anderen Ende der Affe das Maul so verzerrte. Weil der Tiger dachte, der Affe lache über ihn, riß er sich mit aller Gewalt von der Leine los und rannte alleine weiter.

Als die Nacht hereingebrochen war, bekam der Hase Appetit auf junge Reispflänzchen. Er ging in einen Srok, sah dort schöne grüne Pflänzchen, sprang ins Feld hinein und aß sich satt. Dann ging er wieder in den Wald. Am Morgen kam der Bauer auf sein Feld, er entdeckte die Hasenspur und sah, daß alles kahl und zerstört war. Da wurde er sehr zornig und stellte eine Falle auf den Weg, auf dem der Hase gekommen und wieder weggelaufen war. In der Nacht kam der Hase aus dem Wald, um abermals Reispflänzchen zu fressen, und er geriet in die Falle. Der Hase wußte nicht wenn er diesmal bitten sollte, ihn herauszuziehen. Er kam auf den Gedanken so zu tun, als ob er steif und tot wäre. Am nächsten morgen stand der Bauer, der die Falle gestellt hatte, früh auf. Er zog sich eilig an und ging, nach seiner Falle zu sehen. Da sah er den Hasen tot und steif darin liegen und war sehr zufrieden. Er zog ihn heraus, stellte die Falle wieder auf und ging nach Hause zurück. Als der Hase merkte, daß er wieder auf der Erde lag, sprang er auf, lief davon und verschwand im Wald. Der Bauer sah den Hasen davon laufen und war darüber sehr erstaunt. Er schlug sich an die Brust und sagte: "Oh, der Hase dieser Räuber, er hat mich betrogen! Er lebte doch noch und ich dachte, er sei tot. Diesmal ist er mir entwischt, aber eines Tages wird er ganz sicher in der Falle sitzen." Am nächsten Tag hatte der Hase wieder Appetit auf junge Reispflänzchen. Er rannte in das Feld und hatte dabei die Falle ganz vergessen, denn er dachte immer nur an die Reispflänzchen. Und so lief er wieder in die Falle. Als sie zuschnappte wurde ihm angst, und er wußte nicht, was er anstellen sollte, um wieder frei zu kommen. Diesmal fiel ihm gar nichts ein. Am Morgen wollte der Bauer sehen, ob der Hase in der Falle saß. Er sprang vor Vergnügen in die Luft, als er ihn gefangen sah. Der Bauer zog den Hasen heraus und sagte: "Gestern hast du dich tot gestellt. Was willst du denn diesmal machen, daß ich dich wieder laufen lasse? Ich werde dich einsperren als einen, der sich so gut tot stellen kann." Er ging mit dem Hasen nach Hause. Als sie angekommen waren, holte er eine Fischreuse und sperrte den Hasen hinein. Am Morgen hatte der Bauer eine Moräne gefangen. Er holte den Fisch und steckte ihn in eine Schüssel. Diese stellte er neben die Fischrause, in der der Hase saß. Dann fiel ihm ein, daß man sich von einem Mönch im Koster erzählte, er könne gut wahrsagen. Der Bauer dachte: " Ich will hingehen und sehen, ob das auch stimmt." Zu seiner Frau sagte er: "Sieh nach dem Hasen und nach dem Fisch!"", dann ging er ins Kloster. Er betrat die Zelle, hob die Hände zum Gruß und sagte: "Verzeiht, ich habe gehört, daß Ihr für Euer Wahrsagen berühmt seid." Der Mönch antwortete: "Das ist wahr, ich kam wahrsagen. Ob ich genau voraussage oder nicht genau, das kann ich nicht wissen. Ich selbst wage nicht mich zu loben." Der Mann sagte darauf: "Ich wünsche nur wenig. Sag mir doch, werde ich heute an diesem Morgen etwas zu essen haben?" Der Meister antwortete: "Nein, ich wage nicht wahrzusagen." Da bat ihn der Mann noch einmal: "Ich bitte Euch, sagt mir nur das eine, ich möchte wissen, ob ich an diesem Morgen etwas zu essen haben werde." "Ich sage nichts", erwiderte der Mönch, "denn ich fürchte, du wirst gekränkt sein." Da dachte der Mann bei sich: "Also, wenn er richtig wahrsagt, werde ich ihm das Hasenfleisch und den Fisch bringen. Wenn er falsch wahrsagt, werde ich ihm nichts geben. Ich werde dann mit meiner Frau beides essen." Zu dem Mönch aber sagte er: "Nein ich werde nicht gekränkt sein." Da nahm der Mönch die Magische Tafel, sah darauf und sagte: "Du wirst nichts zu essen haben." Der Mann verabschiedete sich und ging wieder nach Hause. Unterwegs überlegte er: "Der Mönch kann gar nicht wahrsagen, und ich hatte doch vor, ihm ein gutes Essen zu bringen, wenn es alles richtig voraussagte. Weil er nun alles falsch gesagt hat, kann ich mit meiner Frau die beiden Tiere essen." Er sann so hin und her und war auch bald zu Hause. Er trug seiner Frau auf, das Essen zu breiten.

Der Hase und der Fisch überlegten mittlerweile, wie sie sich aus ihrer Gefangenschaft befreien könnten. Der Hase entwarf einen Plan: "Bruder Fisch, du legst dich mit dem Bauch nach oben und stellst dich tot, wenn einer kommt und dich einfängt, um dich zu schlachten. Wenn man dich ans Ufer legt, dann springst du ins Wasser und tust, als würdest du ein bißchen schwimmen. Springt man dir dann nach, um dich wieder zu fangen, dann schwimmst du ein bißchen weiter, dann tust du, als lägst du wieder nur mit dem Bauch nach oben, damit man die Fischreuse holen muß, in der ich eingesperrt bin. Wenn du siehst, daß man die Reuse holen geht, dann schwimmst du fort."

Jetzt zu den beiden Leuten, dem Mann und derFrau. Als die den Reis fertig gekocht hatte, wollte der Mann den Fisch holen, um ihn vorm Haus am Ufer des Teiches zu schuppen. Der Fisch streckte seinen Bauch nach oben und bewegte sich nicht, so stellte er sich tot. Der Mann glaubte auch, daß er tot wäre, er fing ihn ein und legte ihn ans Ufer. Darauf sprang der Fisch ins Wasser und befolgte genau die Worte des Hasen. Der Mann sah den Fisch im Wasser schwimmen, er sprang ihm nach und wollte ihn fangen. Der Fisch aber schwamm ein bißchen weiter, streckte seinen Bauch nach oben, dann schwamm er wieder ein Stück weg. Er rief seiner Frau und hieß sie, schnell die Fischreuse herzubringen. DIe Frau dachte aber nicht an den Hasen. Sie nahm die Fischreuse und brachte sie ihrem Mann, der im Teich stand und sich abmühte, den Fisch zu fangen. Alle beide waren nun bis aufs Hemd durchnäßt. Als der Fisch die Reuse sah, tauchte er tief ins Wasser hinein und schwamm fort. Mann und Frau waren sehr ärgerlich darüber, aber den Fisch konnten sie nicht fangen. Sie froren sehr, denn es war die Zeit der kalten Nordwinde und noch sehr früh am Morgen. Ihre Hände und Füße zitterten, und die Zähne schlugen ihnen aufeinander. Sie liefen schnell ins Haus und wärmten sich am Feuer, auf dem sie den Reis gekocht hatten. Sie setzten sich einander gegenüber und dachten an den Mönch. Nun sahen sie daß er recht gehabt hatte zu sagen: "Es gibts nichts zu essen." Man soll eben den Wahrsagern glauben; was sie sagen, das trifft auch ein. Nun glauben die beiden wirklich, daß dieser Mönch gut wahrsagen kann.

*Sowohl dem Fisch als auch dem Hasen ist geholfen.*

Das war die Geschichte wie der Hase Richter wurde Ursache und Wirkung verstand und allen später dienlich nützte.
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Der zahme Büffel und der wilde Büffel
« Reply #5 on: November 13, 2013, 01:10:43 PM »
Der zahme Büffel und der wilde Büffel

Vor langer Zeit lebten zwei Büffel, der eine war zahm und der andere wild. Sie mochten sich sehr, schliefen und fraßen gemeinsam und waren unzertrennlich. Der Hase wusste das und suchte eine passende Gelegenheit, um die beiden auseinanderzubringen. Eines Tages kam er zu ihnen und sprach: "O Brüder, ihr solltet nicht zusammenbleiben. Wenn man euch beide sieht, wird man euch bestimmt für die Arbeit einfangen." Als der wilde Büffel den Hasen so reden hörte, bekam er große Angst, daß ihm ein solches Unglück widerfahren könnte. Von diesem Tage an lebte er getrennt von dem zahmen Büffel. Aber beide sehnten sich sehr nacheinander, denn sie waren doch vorher immer zusammen gewesen.

Viel Zeit war vergangen, und sie hatten einander vergessen. Auch das wußte der Hase. Er suchte den wilden Büffel auf und sprach zu ihm: "Ei Bruder! Ich habe einen Büffel von sich sagen hören, daß er sehr stark sei und jemanden suche, mit dem er seine Kraft erproben könne." Der wilde Büffel wurde zornig darüber und antwortete: "Wisse Bruder Hase, unterm Himmel und auf der Erde bin nur ich allein stark. Und jetzt wagt einer zu behaupten, stärker zu sein als ich! So bringe ihn her, daß wir miteinander kämpfen!" Darauf hin ging der Hase zum zahmen Büffel und sagte ihm: "Bruder, der wilde Büffel ist sehr böse auf dich und fordert dich zum Kampf heraus!" Der Hase stieg auf den Rücken des zahmen Büffels und führte ihn zum Treffen mit dem wilden Büffel. Als beide Büffel sich erblickten, stürzten sie sich aufeinander los. Nachdem sie lange erbittert miteinander gekämpft hatten, ohne daß einer den anderen besiegt hätte, gingen sie auseinander, der eine ins Dorf, der andere in den Wald. So leben sie noch heute getrennt voneinander.

Diese Geschichte soll zeigen, wie sich Starrköpfigkeit und Stolz auswirken. Der Hase spiegelt die Eindrücke vermeintlicher Weisheit nieder, die zwischen dem Vereinten immer wieder eine Spaltung sucht. Auf einer einfacheren Ebene, soll die Geschichte davor warnen, gutes aus Angst aufzugeben und Trennungen durch Dritte, aufgrund unseres den eigenen Stolzes, zuzulassen. Stolz schützt vor der Trennung nicht.
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Märchen über Ehe und Familie
« Reply #6 on: November 13, 2013, 01:13:27 PM »
Märchen über Ehe und Familie

Die kambodschanischen Märchen über "Ehe und Familie" spiegeln die Sitten und Gebräuche der Kultur, die sich bis heute, vorallem am Land erhalten haben wieder. Sie beschreiben die Fehler, die im Verhalten entgegen der Sitten entstehen und unterstreichen die Wichtigkeit Ethik, die in der Familie beginnt. Auch versuchen diese Geschichten immer wieder von der Klassengesellschaft Abstand zu halten. Die Wurzeln, der noch heute angewendeten (wenn auch nur mehr selten verstandenen) Sitten und Gebäuche spiegeln sich gut im "Mangala Sutta Uannana" (Link zu einer englischen Fassung von Ven. K. Gunaratana) wieder.


Ein gieriger Mensch

Aus alter Zeit ist uns diese Geschichte überliefert:

Es war einmal ein Mädchen von vierzehn Jahren, das sollte für seine Mutter Bataten ausgraben. Das Mädchen bereitete alles vor und ging, um Bataten zu suchen. Es kam in einen großen Wald, dort war ein Hügel mit einem großen Loch. Am Fuße diese Hügels grub das Mädchen Bataten aus, und plötzlich fiel ihm die Schaufel in das Loch. Das Mädchen wußte nicht, was es tun sollte, und in seiner Ratlosigkeit rief es: "Wer mir hilft und meine Schaufel zurückholt, dem will ich auch einen großen Dienst erweisen!" Als es so rief, kam ein alter Tiger aus dem Wald. Er hatte am Kopf eine Wunde, und er kratzte sich mit den Pfoten, weil die Würmer ihn juckten, die in der Wunde waren. Er sagte: "Mädchen, ich kann dir deine Schaufel wiederholen, aber ich brauche deine großen Dienste nicht, sondern für die Schaufel sollst du mich lausen, das würde mir schon genügen." Das Mädchen entgegnete: "Ja, Großvater. Wenn Ihr mir nur helft, dann bin ich mit allem einverstanden." Da holte der Tiger die Schaufel aus dem Loch und gab sie dem Mädchen. Nun forderte er es auf, ihn zu lausen. Das Mädchen holte einen Dorn und entfernte damit die Würmer aus der Kopfwunde. Der Tiger fragte immer wieder: "Mädchen, stinkt meine Wunde oder riecht sie gut?" Die Wunde stank sehr, aber das Mädchen antwortete jedesmal: "Sie riecht gut, Großvater." Das Mädchen sagte nichts anderes, sooft der Tiger auch fragte. Als sie die Wunde gereinigt hatte, war der Tiger gesund, und auch das Jucken hatte aufgehört. Er sagte: "Mädchen, hole einen Korb, ich will ihn dir mit Bataten füllen!" Das Mädchen holte einen Korb, und der Tiger füllte ihn bis obenhin mit Gold und Silber. Er band ihn fest zu, gab ihn dem Mädchen und sagte: "Trage ihn nach Hause, rufe deine Geschwister herbei, und bevor ihr den Korb öffnet, verschließt die Tür!" Das Mädchen verabschiedete sich vom Tiger und ging nach Hause. Es rief seine Geschwister herbei, und sie öffneten den Korb. Als sie das Gold und Silber sahen, teilten sie es unter sich auf.

Nach einiger Zeit erfuhr eine Frau davon, die ebenfalls eine junge Tochter hatte. Sie beschimpfte ihr eigenes Kind und sagte: "Du dummes Ding, sieh die das andere Mädchen an! Sie geht Bataten ausgraben und kommt mit Gold und Silber zurück, das sie nun mit den Geschwistern geteilt hat. Wenn du Bataten holen gehst, dann bringst du Nichtsnutz immer nur Bataten!"

Am nächsten Tag schickte die Mutter ihre Tochter nach Bataten. Weil sie auch gern den Tiger treffen wollte, tat sie, als ob sie die Schaufel in das Loch fallen gelassen hätte, und rief: "Wer mir hilft und meine Schaufel zurückholt, dem will auch ich einen großen Dienst erweisen!" Der Tiger holte sie ihr, dann ließ er sich von dem Mädchen die Würmer aus der Wunde entfernen. Er fragte wie beim ersten Mal: "Mädchen, stinkt meine Wunde oder riecht sie gut?" Das Mädchen antwortete: "Sie stinkt sehr." Als der Tiger das hörte, sagte er: "Hole einen Korb, ich will ihn dir mit Gold und Silber füllen." Das Mädchen holte einen Korb, und der Tiger füllte ihn bis obenhin mit Kobraschlangen. Als er dem Mädchen den Korb zurück gab, sagte er: "Geh nach Hause, rufe eine Geschwister, aber verschließe die Tür gut, bevor ihr den Korb öffnet!" Als das Mädchen zu Hause war erzählte es der Mutter alles. Die Mutter freute sich sehr. Sie rief ihre Kinder herbei, ließ die Tür verschließen, dann öffneten sie den Korb, um zu sehen, was drin wäre. Da krochen die Kobraschlangen heraus, sie die Menschen, die im Haus waren, und alle starben.

Wer unbedingt Glück haben will,
der verliert alles.

In diesem Märchen können zwei Motive wiedergefunden werden: 'Androklos (Sohn des Kodros) und der Löwen Typ' sowie 'Gier' Motiv des Frau Hölle Märchens.
Das Anliegen dieses Märchens ist die vom Buddhismus beeinflüßte Polemik gegen die Gier und ein versteckter Hinweis auf die Wirkung unheilsamer Absichten.


 

Der faule Mann, der eine vollkommene Frau hatte

Eine alte Geschichte erzählt:

Es lebte einmal ein Mann, der hatte eine tugendhafte Frau. Sie hatte gute Sitten und wusste ihren Mann zu schätzen und zu verehren. Seitdem sie Mann und Freu waren, tat der Mann nichts. Er war faul, schlief immer und stand nur auf, wenn er Hunger verspürte. Dann aß er, und nachdem er sich satt gegessen hatte, ging er wieder schlafen. Wenn er rauchen wollte, drehte seine Frau Zigaretten für ihn.

Da die Frau ihren Mann schätzte und verehrte, sagte sie niemals ein schlechtes Wort zu ihm. Sie gab ihm zu essen und zu trinken und alles, was er benötigte, und dazu noch ihre Verehrung. Nach einiger Zeit waren sie sehr arm geworden. Die junge Frau fand nichts mehr, womit sie sich ernähren konnten.

Eines Tages suchte die Frau fünf Betelblätter und fünf Zigaretten aus. Dann ging sie zu ihrem Mann, hob die Hände zum Gruß und Sprach: „Ich bitte um Vergebung, lieber Mann. Weil wir jetzt sehr arm sind und nichts mehr zu essen haben, bitte ich Euch, geht in dem Wald, schlagt Holz und fertigt daraus Pflug und Egge. Dann geht mit den anderen aufs Feld, denn jetzt ist die Zeit, wo man die Felder bestellt!“ Der Mann meinte, er würde gehen, wenn es so notwendig sei. Sie sollte Reis kochen und ihn einpacken, dann wollte er in den Wald gehen, Holz schlagen und Pflug und Egge daraus fertigen. Es war bereits Nacht. Die Frau stand auf, kochte Reis, packte ihn ein und legte das Paket zusammen mit Axt und Hacke bereit.

Der faule Mann schlief bis in den hellen Tag. Seine Frau wagte nicht, ihn zu rütteln. Sie wartete, bis er von alleine erwachte. Als er aufgestanden war, schöpfte die Frau Wasser und wusch ihm das Gesicht. Dann übergab sie ihm die gedrehten Zigaretten, den Betel, das Reispäckchen und die Werkzeuge. Der Mann stieg vom Haus herunter und ging in den Wald. Dort sah er sich nach geeigneten Bäumen um. Da entdeckte er einen Baum, dessen Äste kühlen Schatten spendeten. Er legte sich schließlich auch hin, schlug die Beine übereinander, sah nach oben und redete mit sich selber: „Aus diesem Ast hier werde ich das Streichbrett des Pfluges fertigen, aus dem dort die Grindel, aus dem den Griff, aus dem das Joch, und aus dem da fertige ich die Egge.“

Obwohl er nur dalag und nichts tat, stand er zur Essenszeit auf, packte den Reis aus und aß. Nach dem Essen legte er sich wieder hin und schlief. Am Nachmittag ging er nach Hause zurück.

Als seine Frau ihn sah, lief sie ihm entgegen und nahm ihm die Werkzeuge ab. Dann führte sie ihn ins Haus, holte Wasser und wusch ihm die Füße. Danach fragte sie: „Habt Ihr etwas geschafft?“ „ich bin noch nicht fertig. Warte bis Morgen, dann gehe ich noch mal“, antwortete der Mann. Als er am nächsten Tag wieder unter dem Baum lag, hörte der Geist, der darin wohnte, den Faulen so reden wie am Vortage und bekam Angst, den er fürchtete, er würde keinen anderen Platz mehr finden, an dem er sich aufhalten könnte. So überlegte es mit den anderen Geistern und beschloss, den Faulen zu töten. Er wollte ihn an der Treppe seines Hauses erschlagen, damit er nicht wiederkomme, um diesen Baum zu fällen.

Der Mann ging nach Hause. Der Geist folgte ihm bis an den Zaun. Da sah er, wie die Frau ihrem Mann entgegenlief, ihn an der Treppe empfing und seine Füße wusch. Der Glanz dieser vollkommenen Frau hielt den Geist davon ab, einzutreten, und er wagte nicht zuzuschlagen. Der Mann war gerettet. Er ging ins Haus, und als die Frau nach seiner Arbeit fragte, antwortete er: „Morgen früh werde ich den Baum fällen.“ Der Geist bekam Angst und dachte: „Dieser Mann wird am nächsten Morgen den Baum ganz bestimmt schlagen“. So ging er zu ihm und bettelte: „Bitte, fälle diesen Baum nicht!“ Der Mann entgegnete: „Nein, morgen früh werde ich den Baum fällen.“ Da überfiel dem Geist eine große Angst, und so begann er, den Mann zu bestechen, indem er ihm sagte, er wolle ihm Plätze verraten, an denen Gold und Silber begraben liegt. Der Mann fragte sogleich: „Wie viel Verstecke verrätst du mir?“ „Zwei“, erwiderte der Geist. Der Mann sagte: „Das ist zu wenig. Wenn du mir vier Verstecke nennst, dann bin ich einverstanden. Aber du musst mir mit Holzklötzen die Stellen bezeichnen.“ Der Geist war bereit, alles zu tun, was der Mann wollte, wenn er nur seinen Baum nicht fällte. „Nu, wenn das so ist, dann werde ich morgen den Baum stehen lassen und dafür Verstecke ausgraben.“, erklärte sich der Mann einverstanden. Der Geist sagte: „Geh nur! Ich bezeichne dir jeden Platz mit einem Stück Holz.“

Am nächsten Morgen gingen Mann und Frau zu den Verstecken, die ihnen der Geist gezeichnet hatte. In jedem Versteck fanden sie so viel Gold und Silber, dass sie drei Tage lang zu tragen hatten. Endlich war das ganze Haus damit angefüllt. Die junge Frau legte es in Koffer und Kästen, aber zeigte es niemandem.

Sie mietete einen Goldschmied, der Schmuck daraus anfertigte, den sie verkaufte. Dieser Handel brachte ihnen großen Reichtum, und so wurde der Mann eines Tages Sethej. Viele Menschen kamen von da an in das Haus der beiden, wenn sie einmal Hilfe brauchten. Es wurden so viele, dass man sie bald nicht mehr zählen konnte.

"Eine gute Frau weiß den Reichtum zu wahren und ein großes, behagliches Haus zu führen."


Hintergrundbemerkung:
Dieses ist in der französischen Ausgabe "Sonne Kambodschas" unter dem Titel "Histoire du peresseux à l'épouse vertueense" (S.161-165) enthalten. (kein Autor genannt). In dieser Fassung wird der faule zwar reich aber kein Sethej. Die Geschichte enthält budhhistische Polemik gegen den Aberglauben: Der Mensch verdrängt dumme, nichtmenschliche Wesen aus dem Einfußbereich. Am Schluß werden neue ökonomische Verhältnisse, die sich im Schoße des Feudalismus herausbilden, angedeutet: Der Reichtum des Sethej entsteht durch das Manufakturwesen. Der Spruch am Ende formuliert die Aufgabe für die bürgerliche Frau. Das Geistmotiv bildet den Schluß des Monmärchens "Ataplem". Das Motiv vom Baumgeist, der verhindern will, dass sein Baum gefällt wird, ist indischer Herkunft (Aarne/Thompson 1168 B)
Aus dem Buch: Märchen der Khmer, Herausgegeben von Ruth Sacher, 1979 (Insel-Verlag Leipzig)
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October 17, 2017, 04:02:34 AM

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Johann

October 16, 2017, 05:40:03 PM
Sokh chomreoun, Nyom. (Mag sukha sich für Nyom mehren). Thoamada (Dhammada - naturly, gewohnt). At mean ay pisech te (nichts besonders). Klach dukkh, klach sokh (wohl und weh wechseln sich ab). Nyom sokh sabay dea te? Sokh leumom dea te?
 

Marcel

October 16, 2017, 04:13:43 PM
 :-* ehrwürdiger samana johann! wie ist ihr befinden?  :-*
 

Marcel

October 07, 2017, 01:56:00 PM
 :-* :-* :-*
 

Johann

October 07, 2017, 02:48:39 AM
Der Tathagata tut das, wenn man ihn in seinem Dhamma sieht, und dieser, entgegen Personen, kommt auf wenn man ihn nährt, und einmal da, geht er für einen nicht mehr verloren, bleibt Tor zur Todlosigkeit.
 

Marcel

October 06, 2017, 11:37:24 PM
 :-*
 

Marcel

October 06, 2017, 11:36:31 PM
 :-* ehrwürdiger samana johann :-* mögen sie noch lange leben,   für das wohl vieler.... anumodana, ich freue mich sehr! sie decken auf, was vorher verdeckt. so das vijja entstehen kann, und avijja gehen muss!! geht direkt ins herz!
 

Johann

October 06, 2017, 04:19:37 PM
Nyom Marcel.
 

Sophorn

September 28, 2017, 03:51:05 AM
 :-* :-* :-*
 

Johann

September 27, 2017, 12:17:53 PM
Nyom Sophorn, Roben mag man immer geben können. Im Monat nach dem Vassa Ende, ist es für jene Mönche, die den Vassa gehalten haben, möglich und einfacher für den Eigenbedarf Roben anzunehmen.
 

Sophorn

September 27, 2017, 07:01:23 AM
Bhante, ist dann die Robengabe möglich ab dem 5. Okt. bid zum nächsten Vollmond oder darf man auch danach Roben geben? :-*
 

Sophorn

September 27, 2017, 05:44:45 AM
Wie geht es Bhante heute? Haben die Tropfen geholfen?
 ::) :-*
 

Johann

September 05, 2017, 01:21:44 AM
Gerestet: funktioniert tadellos. Nochmal alle Zugangsdaten gemailt, Nyom.
 

Sophorn

September 04, 2017, 02:06:42 PM
Kana hat mit U. Chamroeun das Login mit neuem Passwort erfolglos versucht.
Daraufhin versuchten kana das über die Veränderung über E-mail, aber da erschien, dass die E-mailadresse nicht gültig war (die hatten Bhante auch an kana in der Mail bestätigt)
 :-* :-* :-*
 

Johann

September 04, 2017, 11:52:03 AM
Sollte email im Posteingang haben, Nyom Sophorn.
 

Johann

September 04, 2017, 11:41:14 AM
Kann nicht antworten auf was, Nyom Maria? Was und wo genauer?

Nyom Sophorn. Nyom Chomroeun kann kurzlich email Daten bekommen. Mal annehmend das PW auch vergessen, (abgesenhen von der Möglichkeit, link zu drücken wenn) wird Atma ein neues anlegen und ihm mailen.
 

Maria

September 04, 2017, 11:30:41 AM
 :-*
Werther Bhante , selbiges Problem was ich schon einmal hatte, Login geht aber kann nicht antworten, bin am Nachmittag bei neuen Computer, dieser hier ist schon über 12 Jahre alt.
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:23:14 AM
Kana hat das File runtergeladen und U. Chamroeun gegeben,  der sich um die Kprrektur annehmen möchte. Kana wird auch gern das File den anderen Schülern zum Lesen teilen. Ev. sehen mehr Augen mehr.
 :-* :-* :-*
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:17:06 AM
Verehrter Bhante, Chamroeun kann sich nicht einloggen. Ist das Passwort für E-mail oder sangham.net? In beiden Fällen haben kana das erfolglos probiert.
 :-* :-* :-*
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:08:26 AM
 :-* :-* :-*
 

Johann

August 20, 2017, 01:37:40 AM
Es ist vielleicht gut eine Pause zu tun, doch kann es gut sein, daß man nicht zurückkehrt, für ein gutes oder schlechtes, für sich selbt und andere. Gut dort wo gut genährt und unterstützt und for allem Konzentration steigt, oder dort wo satt in jeder Hinsicht.
 

Johann

August 10, 2017, 11:31:40 AM
Wenn jemand Lust hat, oder anderen etwas Gutes oder Besseres tun kann und möchte: Korrekturlesen http://sangham.net/index.php/topic,1018.msg9625.html#msg9625 Baue nach und nach, so gut wie möglich ein auf ZzE.
 

Johann

August 07, 2017, 02:24:55 AM
Einen ausübungsreichen Vollmond-Uposatha and Gelegenheit die Mönche zu besuchen wünscht meine Person.
 

Sophorn

July 25, 2017, 03:59:03 PM
... versteht und womöglich sieht, wenn er nicht den Weg hierher
findet.

Großer Dank an alle im Hintergrund.

Mögen all diese Früchte vielfach zurückkommen und inspirieren.

Ayu vanno sukkham balam

 :-* :-* :-*
 

Sophorn

July 25, 2017, 03:55:25 PM
 :-* :-* :-*
karuna tvay bongkum Preah metschah

Herzliches Hallo an alle nach sehr langem!

Ein herzliches Dankeschön aus tiefsten Herzen an alle, die sich hier aktiv und indirekt hier beteiligen. Vor allem ein großes Sadhu an Bhante, der unvergleichliche Arbeit leistet, die kaum jemand ver
 

Johann

July 24, 2017, 03:15:56 AM
Fehlinvestition: Was immer man nicht in die Juwelen, in den Pfad investiert, ist vergeude Mühe, schnurrr einen fest im Rad des Leidens. Prüfen Sie es!   :) Wiederholungstäter...
 

Johann

July 17, 2017, 01:50:17 AM
Moritz
 

Moritz

July 16, 2017, 02:28:02 PM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 14, 2017, 07:07:17 AM
Moritz. Gut ihn früh Morgens und nicht bis in den frühen Morgen zu sehen.
 

Moritz

July 14, 2017, 07:03:53 AM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 13, 2017, 08:12:46 AM
Moritz.
 

Moritz

July 13, 2017, 07:42:39 AM
Chom reap lea
_/\_
 

Moritz

July 13, 2017, 07:40:46 AM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 08, 2017, 02:26:09 AM
Vor mehr als 2500 Jahen wurde a diesem Vollmondtag das Rad des Dhammas in bewegung gesetzt. Anumodana!
 

Mohan Gnanathilake

July 02, 2017, 08:24:13 AM
Sehr ehrwürdiger Samanera Johann,

ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre nette Erklärung.

Dhamma Grüße an Sie aus Sri Lanka!

 

Johann

July 01, 2017, 07:43:41 PM
Nyom Mohan. Besser: "Ich hoffe, daß es Ihnen gut geht." und bestens (ohne suggerieren, wenn interessiert) "Wie geht es Ihnen." Oder: "Möge es Ihnen Gut gehen." (wenn metta ausdrücken wollend)
 

Mohan Gnanathilake

July 01, 2017, 10:43:15 AM
Sehr ehrwürdiger Samanera Johann,

ich glaube, dass es Ihnen gut geht.

Dhamma Grüße an Sie aus Sri Lanka!
 

Mohan Gnanathilake

July 01, 2017, 10:32:46 AM
Werter Micro,
herzliche Grüße aus Sri Lanka nach Deutschland!
 

Johann

July 01, 2017, 10:32:17 AM
Nyom Mohan.
 

Johann

June 25, 2017, 01:38:38 PM
Alles Zufälle. Nissaya. Und wenn da keine starke Grundlagenursache aufkommt, upanissayapaccayena, na dann war's das, und alles is weg. Lebewesen sind Erben ihrer Taten (im Geist, Wort und Körper).
 

Johann

June 25, 2017, 01:27:24 PM
Schwupps und weg. Waffen und Nahrung geholt.

Oh, was sag ich. Wenn man's doch nehmen kann, auch ohne das Gefühl zu nehmen... Unsinn hier. Hat doch keiner interesse Verdienste zu tun.
 

Johann

June 25, 2017, 01:21:28 PM
Mirco. Wie geht es?
 

Johann

June 25, 2017, 01:20:43 PM
Es ist doch viel angenehmer, wenn man sich nehmen kann was und wann immer man will, oder? Warum sollte man sich so viel antun, da sind genügend die Anbieten.
 

Johann

June 14, 2017, 06:45:07 PM
Jetzt aber vorerst. Möge jeder guten Unterhalt (ung) im Dhamma und Stärkung finden uud sich davon reichlich nehmen.
 

Mohan Gnanathilake

June 11, 2017, 08:24:45 AM
Werter Harry,

ich freue mich darüber, nach einigen Monaten wieder auf sangham.net Sie zu grüßen.

Herzliche Grüße aus Sri Lanka nach Deutschland!
 

Johann

June 09, 2017, 05:05:59 PM
Mögen sich alle, möge sich Guest der Uposatha-Einhaltung nicht nur heute annehmen, und glücksverheißende Zeit verbringen.

May all, may Guest not only today observe the Uposatha and spend auspicious time
 

Mohan Gnanathilake

June 03, 2017, 01:48:08 AM
Sehr ehrwürdiger Samanera Johann,

es geht mir zur Zeit gut. Ich glaube, dass es Ihnen auch gut geht.

Dhamma Grüße an Sie aus Sri Lanka!
 

Johann

June 02, 2017, 11:19:32 PM
Wie geht es Upasaka Mohan?
 

Mohan Gnanathilake

June 02, 2017, 10:51:50 PM
Wie sehr ehrwürdiger Samanera Johann geschrieben hat, hatte ich am 10. Mai 2017 meinen  Geburtstag, an dem Tag  in diesem Jahr das Wesakfest gefeiert wurde.
Beste Grüße an Sie aus Sri Lanka!
Mohan Barathi Gnanathilake
 

Johann

June 02, 2017, 12:33:54 PM
Wußte doch, daß so Nahrung immer gefressen werden will.  :)
"Sehr gut, weiter hungern."

Freut das Nyom Marcel wohlauf ist.
 

Marcel

June 02, 2017, 12:20:52 PM
weil "keines" immer noch die bezugnahme auf eines hat!

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