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Sozialisieren - សង្គម [Sangama]

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Johann:
Upasaka Marcel hatte um eine Lehrrede im Bezug auf "Sozialisieren" gebeten.

Sadhu!

Meine Person wird dazu sprechen, und versuchen nach und nach Audiofiles hochzuladen. Mag etwas an Geduld erfordern. Wenn Fragen aufkommen, jederzeit hier einfach stellen.


--- Quote from: http://dsalsrv02.uchicago.edu/cgi-bin/philologic/getobject.pl?c.3:1:2822.pali ---Sangama [fr. saŋ+gam] 1. meeting, intercourse, association Sn 681; J ii.42; iii.488; v.483. -- 2. sexual intercourse M i.407; J iv.106.

1. Treffen, Vereinen, Umgang. 2. Geschlechtliche Veinigung.
--- End quote ---


 _/\_ - Namo tassa bhagavato arahato sammā-sambuddhassa -   _/\_

Zusammenstellung:

Audio Teil 1 , Abschrift dazu
Audio Teil 2
Audio Teil 3
Ergänzung, Audio Teil 1
Ergänzung, Audio Teil 2
Ergänzung, Audio Teil 1
 

Marcel:
 _/\_ ANUMODANA  _/\_  möge der ehrwürdige samana johann sich zeit nehmen! es wird sich in geduld geübt! freude steigt auf!!! sehr gut!!!dankeschön!!!  sadhu, sadhu, sadhu 

Johann:
Audio 1. Teil im Anhang.


--- Quote from: Niedergeschrieben von Upasaka Moritz ---Werte Upasaka/Upasika,
Nyom Marcel,

"Nyom" ist eine Ansprache für Laien. Ist vielleicht im Westen etwas ungewöhnlich. Nur, dass Sie bescheid wissen.
Nyom Marcel hat um eine Lehrrede im Bezug auf "Sozialisieren" gebeten. Das ist ein sehr umfangreiches Thema.
Vielleicht ist es gut, zu erst einmal nachzudenken, was "Sozialisieren" heißt, bedeutet, und wie es verwendet wird.
"Sozialisieren" kommt ja eigentlich von dem Wort "sozial". "Sozial" heißt "gemeinschaftlich", "gemeinschaftsorientiert" zu sein. "Sozialisieren" ist dann eigentlich nicht mehr ganz so kommunal. "Sozialisieren" ist dann eher schon spezifisch ausgerichtet. Also nicht mehr ganz so allgemein. Das heißt... Sozialisieren hat schon ein gewisses Ziel oder ein gewisses Objekt, mit dem man sich vereinen möchte. Also "sozialisieren" das heißt: anbahnen, sich zu vereinen.

Wenn wir von "vereinen" sprechen, muss Atma sofort an das Methuna-Sutta denken, das über brahmacariya, abrahmacariya, das "heilige Leben" und das "unheilige Leben" und die verschiedenen Ebenen und Stufen erzählt. "Sozialisieren" ist vielleicht speziell im theravada-angehauchten Buddhismus ein eher negativ gefärbtes Wort, wobei Sozialisieren ja im Prinzip nicht negativ ist. Es ist nur so, dass gewöhnlich man aus sehr niedrigen Zwecken sozialisiert, sich vereinen möchte. Da geht's um Werden, da geht's um Bekommen, da geht's um sich zu vergrößern im Prinzip. Sich zu vereinen, für dieses oder jenes Sinnesvergnügen. Zu diesem Zweck sozialisiert man gewöhnlicherweise. Man sozialisiert aber auch für so Dinge wie seinen Lebensunterhalt, oder seine Sozialkultur rundherum.

Das muss nicht unbedingt sehr ungeschickt sein. Wie wir alle wissen, sind wir nicht unabhängig. Das heißt, wir sind immer von anderen abhängig. Und so ist es auch erforderlich, mit anderen zu sozialisieren. Und ohne zu sozialisieren, kann man nicht leicht leben. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß und zu welchem Zweck man sozialisiert, und wann mit wem.

Wenn man dann ans tägliche Leben denkt, dann sind solche Dinge wie Grüßen, wie Respekt erweisen, ein kurzes hallo und ein kurzes Fragen nach den Umständen, wie es einem denn geht, das ist schon Sozialisieren. Das bedeutet, man gibt ein Signal des Interesses. Das ist etwas sehr sehr positives. Es gibt vielleicht heut zu Tage... Atma weiß nicht so genau, wie es im Westen zur Zeit ist... aber aus dem Gefühl heraus wird so etwas wie Sozialisieren im normalen Leben kaum mehr praktiziert. Jeder sitzt so in seiner Kammer und versucht in gewisser Weise, mit nichts und niemandem zu sozialisieren. Im Prinzip heißt das, jeder trachtet danach, das, was er haben möchte, zu bekommen, und gibt aber nichts dafür her. In einem sozialen Verhältnis, in einem Zusammenleben, funktioniert das nicht wirklich. Da entsteht ein Ungleichgewicht. Und ein Ungleichgewicht, das sich natürlich dann auch auf den Täter auswirkt. Also die ganz gewöhnliche alltäglichen Sozialisierungsdinge, wenn man etwas gutes gekocht hat, kurz beim Nachbarn anläuten und etwas teilen. Wenn man irgendwelche Vorzüge gewonnen hat, die zu teilen. Nachzufragen, wie es geht, im Stiegenhaus, auf der Straße, Grüßen. Das sind alles Dinge des Sozialisierens, und sie sind absolut nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Das ist sehr sehr notwendig.

In Zeiten des Internets ist das ganz ganz schlimm. Da wird kaum bis gar kein geschicktes Sozialisieren verwendet. Das ist, wenn, dann das Sozialisieren von Jägern und Sammlern. Internet ist ja ein Fressplatz. Kaum jemand kommt im Internet, um zu geben. Und dann sucht man sich seine Fresspartner. Also das kann man ruhig vergleichen mit der Tierwelt. Das ist für uns vielleicht einfacher, das zu beobachten von außen. Also, da ist ein Rudel, ein Rudel an Hunden hat stets damit zu tun, zu Sozialisieren. Sozialisieren heißt auch gewisser Weise den Platz zu finden. Den Platz, wo man steht in der Gesellschaft. Das ist auch sehr wichtig. Also ganz gegenteilig der wahrscheinlich Sozialphilosophie, wenn wir gesellschaftlich im Sinne des Dhamma denken, ist es natürlich die [... ? ...] in der Position, wo, gegenüber welcher Person muss ich mich wie verhalten. Welche Person steht mir gegenüber höher, und welche Person ist jünger, so zu sagen. Das sind wichtige Dinge für eine Gesellschaft.

Das steht jetzt zum Beispiel schon sehr konträr zu dem allgemeinen Verständnis von "sozial" in der Gesellschaft. "Sozial" in der normalen Gesellschaft bedeutet "wir sind alle gleich". "Sozial" im Sinne des Dhammas bedeutet, dass da Leute vor uns sind. Und genau diese Leute vor uns, oder die in der Nähe von uns sind, sind die wichtigsten Leute. Die wichtigsten in Bezug auf "Sozialisieren". "Sozialisieren" bedeutet hier, Zeichen zu geben, anzugeben, sozusagen, die Position einer Person zu würdigen. Respekt vor höheren Geschicken, vor Alter zu haben. Und ein solches Zeichen zu geben, wie etwa in irgendeiner Weise unterstützen, oder auf Aufmerksamkeiten zu kommen, solche Dinge sind sehr sehr wichtig, um sozusagen mitgenommen zu werden. Also die Leute, wenn man sich das vorstellt, auf einem Pfad, auf einem langen Wanderpfad, da gibt es Leute, die weiter vorgehen und den Pfad kennen, auf jeden Fall, die vorne sind und offensichtlich sich leichter gehen. Und um diese nicht zu verlieren, im Dickicht, bedarf es des Sozialisierens. Das zeigt gewisses Interesse: "Ich möchte mit", "Ich möchte dort mit hin". Und wenn das jemand weiß, und wenn das jemandem bewusst ist, der vorne geht, dann wird er warten. Da wird er sich nicht denken, oh, der hat sowieso kein Interesse, was soll ich da warten?

Dieses Beispiel ist vielleicht insofern auch ganz gut, um auch gleich zu sehen, was selbst mit gutem Sozialisieren viel leichter passieren kann. Man muss sich jetzt um denjenigen, der voraus marschiert, der sich sehr viel kümmert, viel Aufmerksamkeiten gibt und so weiter, ihn versorgt mit den Notwendigkeiten zum Beispiel. Wie immer man das anwenden möchte, kann man in jeder gesellschaftlichen Konstellation wieder aufbauen. Und wenn man zu viel in das Sozialisieren steckt, dann vergisst man vielleicht das Weitergehen. Also man kann durch das Sozialisieren auch den Marsch nach vorne aufhalten. Das heißt, das wichtige ist: Mit wem sozialisiert man? Und da ist es ganz klar, dass man sich an vorzügliche Freunde wendet. Mit diesen vorzüglichen Freunden ist dann auch das "wofür" klar. Vorzügliche Freunde haben immer nur einen Weg vor sich. Ein Ziel vor sich. Und das ist nach oben, und bis hin zur Befreiung. Das heißt, der Zweck des Sozialisierens ist gut, wenn er für etwas gewählt wird. Und dann ist da sicher noch die Frage, "wie sozialiseren?", und für das "wie" müsste man die Umgangsformen, Bedürfnisse, die Gepflogenheiten gut kennen. Wir kennen das alle, wenn man in eine neue Gesellschaft kommt und sozialisieren möchte, sich sozusagen einbringen möchet in diese Gesellschaft, etwas tolpatschig ist und da vielleicht eine andere Sprache spricht oder die Gepflogenheiten nicht kennt. Wenn diese Gesellschaft nicht so tolerant ist, dann kommt man nicht weit. Kaum macht man den Mund auf, drehen sie alle weg. Aber das ist etwas, das einem im Bezug auf vorzügliche Freunde wohl kaum passiert, würde man nicht wirklich grobe Übertretungen machen, das heißt, sich sehr sehr falsch benehmen. Gute Gesellschaften, oder wenn wir jetzt vielleicht lieber über Vibhanga im perfekten Sinn sprechen, haben immer Türen. Und diese Türen sind immer offen. Das unterscheidet vielleicht die Sangha von anderen Gesellschaften. Es gibt da kaum Ausgrenzungen oder kaum ein fixiertes Mindestmaß, was jemand mitnehmen muss, um sozialisieren zu können, zu dürfen und damit auch anerkannt zu werden. Was nicht heißt, dass es so bleibt wie beim Einstieg. Sobald man mit einer Gruppe sozialisiert, Umgang zu pflegen beginnt, dann passt man sich diesen Gepflogenheiten an. Das ist ganz natürlich. Und je nobler die Freunde, mit denen man sozialisiert, desto mehr Nutzen zieht man daraus.

Ich werde das nun einmal abspeichern.
--- End quote ---

Johann:
Audio 2. Tei im Anhang.

Johann:
Das Methuna Sutta: Die Lehrrede über Vereinigung (Die sieben Fesseln der Sexualität) hier, auch zum selber lesen dazwischen. (Aufnahme und lesen gleichzeitig funktioniert, entsprechend ddr Umstände, nicht).

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