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Studies, projects & library - [Studium, Projekte & Bibliothek] (brahma & nimmanarati deva) => Studygroups & Dhamma Dana - [Studiengruppen & Dhamma Dana] => Translation projects - [Übersetzungsprojekte] => Topic started by: Johann on April 18, 2013, 07:25:09 PM

Title: Deutsche Rechtschreibung und Grammatik
Post by: Johann on April 18, 2013, 07:25:09 PM
(http://sangham.net/Smileys/sanghagift_sangham.gif)

Auf Kreciks Empfehlung und Anregung (http://sangham.net/index.php?topic=373.msg1260#msg1260) folgend, hier ein Thema zum Teilen für Regeln in der Deutschen Sprache.

Besser als Links sind gut gegebene Winks und noch schöner eigene Erklärungen.
Vielleicht im Betreff immer den Gegenstand anführen.

(http://sangham.net/Smileys/sadhu_sangham_sw.gif)

Title: Rechtschreibreform 1996
Post by: Johann on April 18, 2013, 07:46:19 PM
Anm: Recht in der Rechtschreinung bezieht sich in erster Linie auf Unterricht und Verbindlichkeit im Bezug auf Ämter und öffentliche Arbeiten.

Quote from: wikipedia
Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 (http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996#Rechtliche_Verbindlichkeit_der_reformierten_Rechtschreibregeln)

Die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 ist eine Reform mit dem erklärten primären Ziel der Vereinfachung der Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum. Sie war sowohl wegen der angestrebten Änderungen der Rechtschreibung als auch wegen der Vorgehensweise bei der Durchsetzung von Anfang an umstritten und führte zu Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern, die bis heute andauern. In den Jahren 2004 und 2006 wurde das Regelwerk in besonders strittigen Punkten überarbeitet. In den Schulen wird die reformierte Rechtschreibung gelehrt und von den meisten Verlagen in Form von daran orientierten Hausorthographien angewendet. In diesem Artikel werden vor allem die Auseinandersetzungen um die Reform dargestellt. Ihre Inhalte sind unter Neuerungen der deutschen Rechtschreibreform von 1996 zu finden.


Quote from: Wikipedia
Rechtliche Verbindlichkeit der reformierten Rechtschreibregeln (http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996#Rechtliche_Verbindlichkeit_der_reformierten_Rechtschreibregeln)

Deutschland

Rechtliche Grundlage für die Anwendung der reformierten Schreibregeln sind in Deutschland Beschlüsse der Kultusministerkonferenz[7] sowie Erlasse bzw. Rundschreiben, in denen die Kultusministerien der Bundesländer die Anwendung der reformierten Regeln für den Schulbereich vorschreiben.[8][9] Daneben gibt es – zumeist in Form verbindlicher Dienstanweisungen – interne Vorschriften in öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Unternehmen und Verlagen, die ebenfalls die Anwendung der reformierten Regeln festlegen (vielfach in Form einer sogenannten Hausorthographie, d. h. mit Abweichungen von den offiziellen Regeln).[10] Eine über den schulischen Rahmen hinausgehende rechtliche Verbindlichkeit existierte vor der Reform nicht und wurde mit der Reform auch nicht eingeführt, wie nicht zuletzt das Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen erklärte.[11]

Die Bundesverwaltungen haben die Regelung gemäß einem Beschluss des Bundeskabinetts vom 27. Januar 1999 zum 1. August 1999 ebenfalls übernommen.[12]

Österreich

In Österreich wird gemäß amtlicher Bekanntgabe des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur durch die reformierten Rechtschreibregeln die Rechtschreibung „derjenigen Institutionen (Schule, Verwaltung), für die der Staat Regelungskompetenz hinsichtlich der Rechtschreibung hat“ geregelt.[13] Weiters gilt als Wörterbuch in „Zweifelsfällen […] das Österreichische Wörterbuch (http://gregor.retti.info/docs/retti1991/) [online Fassung] in seiner aktuellen Auflage“.[14]

Weitere Länder

In Luxemburg sind die reformierten Regeln der deutschen Rechtschreibung seit 2005 für den Schulunterricht verbindlich.[15] Südtirol hat die Regeln am 1. August 2005 für Schulen und öffentliche Verwaltungen übernommen, ein Vertreter Südtirols hat die Überarbeitung der Reform mitverhandelt.[16]

Eigennamen

Eigennamen werden im Regelwerk vollständig ausgeklammert.

Geographische Namen

Auch geographische Namen werden im Regelwerk ausgeklammert. Für die einheitliche Schreibung dieser Namen setzt sich der Ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN) aller deutschsprachigen Länder ein, der allerdings nur Empfehlungen aussprechen kann. Auf seiner Sitzung am 17. September 1999 in Wabern bei Bern beschloss dieser Ausschuss einstimmig eine dringende Empfehlung an alle zuständigen Behörden, die reformierten Rechtschreibregeln auch auf geographische Namen anzuwenden. Ausgenommen werden sollten nur Schreibweisen, die schon von den traditionellen Rechtschreibregeln abweichen.[17] Diese „dringende Empfehlung“ wurde bisher (2008) nur in sehr geringem Maße umgesetzt.
Title: das, dass, daß
Post by: Administration on April 18, 2013, 07:59:36 PM
Habe wieder einen mitfühlenden Wink und netter weise einen Link bekommen, da sich meine "das, dass, daß" Ignoranz sich offensichtlich weit verbreitet. Poste das 1:1 als html und dafür als Admin.

Danke!
(http://sangham.net/Smileys/sadhu_sangham_sw.gif)
Johann


Quote from: Wink-Quelle: www.das-dass.de/ (http://www.das-dass.de/)

Selbsterkenntnis

       

Warum bekomme ich diesen Link?

       

Weil dich eine Person deines          Bekanntenkreises, dezent aber deutlich, darauf hinweisen möchte,  dass es langsam mal Zeit wird, die Wörter "das",  "dass" und "daß" unterscheiden zu können.

       

Stell dir vor...

       

du schreibst deine nächste          Bewerbung, beispielsweise als Verkäufer bei einem Tante-Emma-Laden.          Nun hat der Chef aber diese Internetseite vor dir entdeckt,          und auch wenn er vorher            selbst keine Ahnung von "das" hatte, wird er dich nun            für deine            Fehler auslachen. Er wird voller Stolz und Schadenfreude auf            deine Fehler herab blicken und deine Bewerbung genüsslich entsorgen.

       

Besserung

Ein paar einfache Regeln

Es gibt ein paar einfache Regeln, mit denen du entscheiden kannst, welches Wort du benutzen musst. Du wirst diese Regeln nicht auswendig lernen müssen, lies sie einmal und du wirst sie nicht mehr vergessen.

1. daß?

Daß (alte Rechtschreibung) wurde vollständig durch dass (neue Rechtschreibung) ersetzt.

 daß 

Das böse sz-Wort, das mit da anfängt und auf endet, ist verboten! Immer. Überall.

2. dass oder das?

Nun zum interessanten Teil: "dass" oder "das". Ist auch nicht wirklich schwer.

Regel Nummer 1: "das" lässt sich im Gedanken immer durch dieses, welches oder jenes ersetzen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert.

       
       

Das Kind ist glücklich.
        Dieses Kind ist glücklich.

Wenn das nicht funktioniert, verwendet man "dass"

               

Ich weiß, dass sie schwimmen kann.
                                                                Ich weiß, dieses sie schwimmen kann.
Ich weiß, jenes sie schwimmen kann.
Ich weiß, welches sie schwimmen kann.

                         
                               

 

                                                                                                                                                                   

Regel Nummer 2: Es gibt keine Regel, die besagt, dass nach einem Komma immer "dass" steht!

               

Ich fülle das Wasserglas, das halb leer ist.
Ich fülle das Wasserglas, welches halb leer ist.

Grammatische Unterscheidung

       

das 

dass

Artikel oder Pronomen

Konjunktion
leitet einen Nebensatz ein

(a) bestimmter Artikel

Das Kind ist glücklich.

"das" kann hier zur Probe durch "dieses" ersetzt werden.

(b) Relativpronomen

Ein Kind, das glücklich ist, geht ins Schwimmbad.

"das" kann hier zur Probe durch "welches" ersetzt werden.

An dieser Stelle treten die meisten Verwechselungen mit "dass" auf.

(c) Demonstrativpronomen

Das glaube ich nicht.

"das" kann hier zur Probe durch "dies" oder "jenes" ersetzt werden.

(a) Leitet Objektsatz ein

Ich weiß, dass sie schwimmen kann.

Der Nebensatz "dass sie schwimmen kann" ist ein Objekt des Hauptsatzes. Kontrollfrage: Was weiß ich?

Hier wird oft ein s vergessen.

(b) Leitet Subjektsatz ein

Dass sie schwimmen kann, freut mich.

Der gesamte Nebensatz "Dass sie schwimmen kann" ist das Subjekt des Hauptsatzes. Kontrollfrage: Wer oder was freut mich?

(c) Leitet Attributsatz ein

Die Entscheidung, dass wir unserem Kind Schwimmen beibringen, war gut.

Der Nebensatz "dass wir unserem Kind Schwimmen beibringen" beschreibt "Entscheidung" näher und ist daher ein Attribut von "Entscheidung".

Ein paar Beispiele

dass

Ich bin mir sicher, dass halb leere Wassergläser schlechter sind als halb volle.

Es deprimiert mich schon lange, dass meine Wassergläser immer halb leer sind.

Dass meine Wassergläser immer halb leer sind, deprimiert mich schon lange.

das

Ich sehe ein Wasserglas, das schon halb leer ist.

Das Glas, das heute morgen noch halb voll war, ist jetzt halb leer.

dass das

Ich bedauere, dass das Wasserglas bereits halb leer ist.


Werben für das-dass.de

                         

Mundpropaganda

             
                     

Schicke jedes Mal, wenn                        irgendjemand irgendwo das "dass" falsch benutzt, diesen Link das-dass.de!

                 
 

Mini-Banner

                             

das-dass.de


dezent aber deutlich (http://sangham.net/Smileys/smile_sangham.gif)
Title: Re: Deutsch Rechtschreibung und Grammatik
Post by: Alexander on April 19, 2013, 01:01:41 AM
Ist dass nicht auch eine Abkürzung für sodass, oder war es das einmal und nun nicht mehr?
 :-*
Title: das, dass, daß
Post by: Johann on April 19, 2013, 01:56:22 AM
Ist dass nicht auch eine Abkürzung für sodass, oder war es das einmal und nun nicht mehr?
 :-*
Hmm... interessanter Ansatz: "Ich weiß, sodass sie schwimmen kann." ...aber ich denke(,) so,-daß das vielleicht nicht mehr übernehmbar ist, wenn dem einstmal so war. Danke für das schöne "neue" "Spielzeug". Genial!

(http://sangham.net/Smileys/sadhu_sangham_sw.gif)
Title: Re: Deutsch Rechtschreibung und Grammatik
Post by: Krecik on April 19, 2013, 06:05:08 AM
Beispiele "dass", "so dass", "sodass"

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Wir haben unseren Wortschatz erweitert, so dass wir nun auch das Wort "sodass" bzw. "so dass" verwenden können.
Wir haben unseren Wortschatz erweitert, sodass wir nun auch das Wort "sodass" bzw. "so dass" verwenden können.

Wie pelle ich ein Mandarine am besten, sodass möglichst viel von dem weißen Zeug mit abgeht?

Gleichbedeutend mit:

Wie pelle ich ein Mandarine am besten, so dass möglichst viel von dem weißen Zeug mit abgeht?

Zur Wiederholung:
"Sodass" und "so dass" bedeuten das gleiche. Aber "so dass" ist wohl inzwischen weiter verbreitet.

Antwort auf die Mandarinenfrage:
Am besten machst du es so, dass möglichst viel von dem weißen Zeug mit abgeht.
Achtung: Hier gibt es kein "sodass" oder "so dass", sondern "so, dass" durch Komma getrennt.

Wie man das genau sprachwissenschaftlich erklärt, weiß ich nicht. Aber es stimmt so.

Intuitiv kann man sich auch an der Sprachmelodie orientieren: Ich mache es so, dass es funktioniert. Die Betonung liegt auf "so". Wir biegen das mal kurz wieder gerade, so dass es funktioniert. Die Betonung liegt auf "so dass".

Anderer Anhaltspunkt:
"Sodass" bzw "so dass" drückt eine Absicht oder ein Ziel oder Resultat aus.
Wir biegen das mal kurz wieder gerade, so dass es funktioniert. <=> Wir biegen das mal kurz wieder gerade, damit es funktioniert.
Ich habe mein Zimmer aufgeräumt, sodass ich nun den Weg zur Tür wieder finde. <=> Ich habe mein Zimmer aufgeräumt, und als Resultat finde ich nun den Weg zur Tür wieder.


Etwas dilletantisch erklärt. Vielleicht sickert irgendwas intuitiv durch, ohne viel Logik.



@Alexander: Ja, ich glaube, "dass" kann schon unter Umständen als Abkürzung für "sodass" verwendet werden. Aber das wäre dann eher Umgangssprache und in der Schriftsprache unüblich, würde ich meinen. Aber ansonsten sind "dass" und "sodass" was unterschiedliches.



Danke, @Johann, für das Thema, und ich hoffe, dass es mit der Zeit zielgerichteten Nutzen findet.

Ich hoffe doch, es soll nicht der ziellosen Klug*Schimpfwort* (ups)rei dienen, sondern uns insbesondere bei unserer Übersetzungsarbeit dann und wann mal dienlich sein.

 :-*
Title: Re: Deutsche Rechtschreibung und Grammatik
Post by: Alexander on April 26, 2013, 06:26:53 AM
Alsdass, sodass und dass sind für mich Synonyme, abgeleitet von so und dass. Interessant, welche zusammen- und getrenntgeschriebenen Kombinationen solch unterschiedliche und nichtunterschiedliche Bedeutungen haben sollen. Ich habe noch nicht entdeckt, so ich nicht „sodass“ hätte schreiben können, wenn ich „dass“ geschrieben habe.  Ich mache es mir auch relativ einfach. Eigentlich schreibe ich „dass“, doch sollte „sodass“ gedacht nicht passen, dann schreibe ich „das“.
Alsdass „sodass“ in der Literatur nicht gebräuchlich wäre kann ich nicht bestätigen, im Gegenteil.
Übrigens ist auch die Bibel reichlich gespickt mit diesem Wort.
Dann auch hier noch für jene, die es genau wissen wollen, die Verwandtschaft und Verbindung von „dass“ mit „so“ ebenso aufzeigend.
"Die vereinbarten Konventionen" im Sprachgebrauch (wobei sich Wörterbücher durchaus auch widersprechen können):
http://dict.leo.org/ende/index_de.html#/search=dass&searchLoc=0&resultOrder=basic&multiwordShowSingle=on
http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&lang=de&input=dass
http://www.dwds.de/?qu=dass&submit_button=Suche&view=1
http://www.dwds.de/?qu=so
http://www.dwds.de/orthografieregeln/#pgf2
http://www.dwds.de/?qu=als&submit_button=Suche&view=1
Schade, habe ich kein "scharfes s" (sz) auf meiner Tastatur, denn sonst könnte ich es, gemäss Rechtschreibreform, völlig unerlaubter Weise auch einmal schreiben, sodaß es nicht mit kopieren einhergehen muss... 8)