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Tipitaka Khmer

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Author Topic: [T1] Bhikkhu Thanissaro - Übersetzungen  (Read 39066 times)

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Offline Johann

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[T1] Bhikkhu Thanissaro - Übersetzungen
« on: February 01, 2013, 10:19:31 AM »
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Quote
Thanissaro Bhikkhu
(Geoffrey DeGraff)


Thanissaro Bhikkhu (Geoffrey DeGraff) ist ein amerikanischer buddhistischer Mönch der thailändischen Waldtradition kammathana. Nach Besuch des Oberlin College bis zum Jahre 1971, mit einem Abschluß in Europäischer Intellektueller Geschichte, reiste er nach Thailand, wo er Meditation unter Ajaan Fuang Jotiko, einem Schüler von Ajaan Lee lernte. Er ordinierte im Jahre 1976 und lebte im Wat Dhammasathit, wo er auch nach dem Ableben seines Lehrers, im Jahre 1986, verblieb. Im Jahre 1991 reiste er in die Berge der Provinze San Diego, USA, wo er Ajaan Suwat Suvaco half, das Wat Mettavanaram ("Metta Waldkloster") aufzubauen. Seine lange Liste von Publikationen beinhaltet Übersetzungen von Ajaan Lees Meditationsanleitungen: Handful of Leaves, eine vierbändige Sammlung von Sutta-Übersetzungen Der Kodex für buddhistische Einsiedler, eine zweibändige Sammlung für Handbüchern für Mönche; Flügel für das Erwachen; und (als Co-Autor) das Textbuch Buddhist Religions: A Historical Introduction.

Neben der angeführten Liste hat Thanissaro Bhikkhu auch viele andere Bücher von Meistern der thailändischen Waldtradition, wie Upasika Kee Nanayon , Ajaans Lee , Fuang und Maha Boowa übersetzt. Eine Sammlung seiner Sutta - Übersetzungen ist in einer vierbändigen Serie mit dem Titel Handful of Leaves zur Verfügung gestellt von Sati Center for Buddhist Studies erhältlich. Er hat auch zahlreiche Studienführer zu verschiedensten Themen, die von Interesse für praktizierende Buddhisten sind, erstellt. Bücher, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, sind mit diesem Zeichen gekennzeichnet: .

Anmerkung: Die vollständigste, und auf aktuellstem Stand gehaltene, Sammlung von Artikeln und Büchern von Thanissaro Bhikkhu (in englischer Sprache), inklusive vieler Arbeiten, die in ein e-Reader-Format gebracht wurden, sind auf dhammatalks.org zu finden.

Über die Jahre hat das Wort sati eine Reihe von Bedeutungen aufgepackt, die weit über die ursprüngliche Bedeutung Buddhas Definition hinaus gehen. Meditationspraxis benötigt ein klares Verständis darüber, was sati ist und wie es geschickt genützt wird, um mit Geistesqualitäten umzugehen....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Achtsamkeitsmeditation ist manchmal als eine Art von "passiver allumfassender Akzeptanz" der unmittelbaren eigenen Erfahrungen beschrieben. Doch der Autor erinnert uns in diesem Aufsatz, daß der Pali-Kanon ein ganz anderes Bild beschreibt, was Meditation bedeutet: In Wahrheit ist es ein sehr proaktiver Prozess mit klaren Agenden. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Was hat Buddha nun tatsächlich über anicca, Unbeständigkeit und Wandel, erklärt? Teilt uns diese Gegebenheit der Unbeständigkeit (wie uns manche populären Lehren mitteilen) mit, daß wir lernen sollten, "all unsere Erfahrungen anzunehmen, ohne an ihnen zu haften", daß wir "die Freiheit haben, uns jegliche Welt zu kreieren, in der wir leben wollen"? Tatsächlich bietet uns die Lehre über anicca weit Nützlicheres und Fundierteres. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine Einleitung in die Sutta-Übersetzungen des Autors aus dem vierten Kapitel des Sutta Nipata , welches aus sechzehn Gedichten über das Thema Nichtanhaften besteht....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Auch wenn Buddhas Erwachen vor langer Zeit im antiken Indien stattgefunden hat, ist diese Gegebenheit heute immer noch sehr lebendig und hat eine wesentliche Einwirkung auf die Art, wie wir der buddhistischen Praxis begegnen. In diesem Essay erkundet der Autor beides, das "Was" und das "Wie", von Buddhas Erwachen: was er zum Erwachen gebracht hat und wie er das tat....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Heutzutage ignorieren Auslegungen von Buddhsimus oft die Wichtigkeit zweier kraftvoller Emotionen, Emotionen, die Buddha in Richtung des Erwachens vorantrieben, wie auch alle, die seit jeher nach dem Erwachen gestrebt haben: samvega, ein Gefühl von Dringlichkeit für das Entkommen aus den bedeutungslosen Runden der Existenz; und pasada, eine Klarheit und heitere Überzeugung, die es einem erlaubt, vertrauensvoll in Richtung des Zieles weiterzustreben, ohne in Hoffnungslosigkeit zu verfallen. In diesem kurzen Aufsatz erkundet der Autor die Bedeutung dieser zwei essenziellen Emotionen und wie wir diese erwecken können, um in unserem Leben zu erblühen. Eine Druckversion ist in dem Buch Edle Strategie enthalten....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Wenn Probleme in der Dhammapraxis aufkommen, ist es wichtig, einfallsreich zu sein, und zu wissen, wie man mit einer eigenen Lösung durchkommt....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Auseinandersetzung mit der Thema Leiden, daß oft als pessimistische Haltung angesehen wird, generell und dessen Bedeutung für die Buddhistische Praxis....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Das Dhammapada, eine Anthologie von Versen, die von Buddha überliefert sind, wurde schon vor langem als ein Meisterstück der buddhistischen Literatur erkannt. Erst vor kurzem haben Gelehrte erkannt, daß dieses auch eines der frühen Meisterstücke der indischen Kavya- Tradition ist. Diese Übersetzung ist ein Versuch, die Verse in ein (Deutsch) Englisch zu bringen, sodaß es beiden Traditionen, denen es zugesprochen wird, gerecht wird. Die Übersetztung entstand auch aus der Überzeugung des Übersetzers, daß es die Texte verdienen, frei und als Dhammageschenk verfügbar zu stehen. Nur wenige qualitativ wertvolle Übersetzungen dieser beliebten Texte sind derzeit als Geschenk verfügbar, und so war der Übersetzter inspiriert, seine eigene zu machen. So kam es zur Geburt dieser Übersetzung....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine Sammlung von Essays, die sich mit dem buddhistischen Pfad der Praxis befassen. Die Sammlung ethält auch folgende Essays, die ebenfalls einzeln online verfügbar sind: "In Bekräftigung der Wahrheiten des Herzens" , "Karma" , "Der Weg zum Nirvana ist mit guten Vorsätzen gepflastert" , "Die heilende Kraft der Tugendregeln" , "Rechte Rede" , "Süßigkeiten gegen Gold eintauschen" , "Eine Meditationsanleitung" , "Der Pfad der Konzentration & der Achtsamkeit" , "Ein Werkzeug von Vielen" , "Leere" , "'Kein Selbst' oder 'Nicht-Selbst'?" , und "Nibbana" . Um eine gedruckte Version diese Buches zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Buddhistischen Gemeinschaft München oder direkt per email: Email an BGM e.V....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine geführte Meditation aus der Lehrrede: "Meditation als Mittel für den Umgang mit Schmerzen, Krankheit und Tod" . (Siehe auch: "Eine geführte Meditation .") ...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Siebenunddreißig Dhammalehrreden von Abendmeditationssitzungen im Metta-Waldkloster. [Nicht als HTML verfügbar] ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Zweiundzwanzig Dhammalehrreden von Abendmeditationssitzungen im Metta-Waldkloster. [Nicht als HTML verfügbar]...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Achtundsiebzig Dhammalehrreden von Abendmeditationssitzungen im Metta-Waldkloster. [Nicht als HTML verfügbar] ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wenn wir uns zur Meditation niedersetzen, bringen wir ein ganzes Bündel an Annahmen darüber mit, was unsere Vorstellungen sind, wie unsere Erfahrung der Medititation sei und wie sie sein sollte. Als Meditierende ist es unsere Aufgabe, zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen, Fragen, die uns helfen Schicht für Schicht durch diese falschen Voreingenommenheiten durchzubrechen. Dieser Artikel, der einer Lehrrede entspringt, ist voller praktischer Ratschläge für Meditierende aller Stufen. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Ist Vertrauen notwendig? In diesem Essay entgegenet der Autor drei populären Fehlkonzepten über die Rolle von Vertrauen im Buddhismus. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Die "Flügel für's Erwachen" (bodhipakkhiya-dhamma) sind Buddhas eigene Aufstellung seiner wichtigesten Lehren. Sie umschließen die Vier Grundlagen der Achtsamkeit, die Vier Rechten Anstrengungen, die Vier Grundlagen von Kräften, die Fünf Fähigkeiten, die Fünf Stärken, die Sieben Faktoren für die Erleuchtung und den Noblen Achtfachen Pfad. Gegen Ende seines Lebens führte Buddha mehrmals an, daß, solange die Lehren in dieser Liste Erinnerung finden und in die Praxis umgesetzt werden, seine Botschaft anhalten würde. Buddha selbst beschrieb die Flügel für's Erwachen als das, was am meisten würdig wäre, gemeistert und an andere weiter vermittelt zu werden. <p>Das Material, das in dieser Anthologie zusammengeführt wurde, umfasst mehr als 200 neu übersetzte Passagen aus den Suttas, neben ausführlichen Kommentaren, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, deren volle Bedeutung im Zusammenhang mit der Praxis in Meditation zu begreifen. Dieser Band ist damit beides, eine Schatzkiste von wichtigen Abschnitten aus dem Kanon, die die Schlüsselpunkte von Buddhas Lehren abdecken, wie auch eine praktische Anleitung, um den ernsthaften Meditationsschüler durch die fundamentalsten und profundesten Punkte des Dhamma zu navigieren. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Acht Lehrreden über das Thema Nicht-Selbst (anattā) an einem zehntägigen Meditationsretreat, abgehalten in Frankreich....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Menschen haben schon immer in Angst gelebt: Angst vor Veränderung, vor Verlust und vor Tod. Unglücklicher Weise haben wir auch eine ganze Sammlung von ungeschickten Wegen übernommen, um mit dieser Angst umzugehen. Der Autor schreibt: "Die ungeschickteste Antwort auf Angst ist, wenn wir Gefahr für unser eigenes Leben oder Eigentum sehen, zu glauben, Stärke und Sicherheit darin zu gewinnen, indem wir Leben und Eigentum anderer zerstören." In diesem Essay beschreibt der Autor Buddhas Rezept, Angst ein für alle mal zu überwinden, indem man seine Ursache entwurzelt. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Entsprechend den frühen buddhistischen Lehren ist der Geist weder innewohnend gut, noch innewohnend schlecht, noch innewohnend erwacht: Es sind unsere Willen und unsere Handlungen, die den Geist entwickeln. Wenn wir Annahmen über die innewohnenden Eigenschaften des Geistes machen, ist es letztlich so, daß wir uns in unserem Fortschritt zu wahrer und bleibender Freiheit behindern. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Darüber, wie man eine freudvolle und spielerische Haltung in eine ernsthafte Meditationspraxis einbringt. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wenn gefragt: "Was bin ich?", behaupten buddhistische Gelehrte und auch Meditationslehrer, daß das, was konventionell eine "Person" genannt wird, am besten mit den Bezeichnungen der fünf khandhas: Form, Gefühle, Vorstellung, mentale Gebilde und Bewusstsein, verstanden wird. Dieses Verständis über die Khandhas, das zuerst einige Jahrhunderte nach Buddhas Tod in der Kommentarliteratur erschien, wiederspricht signifikant der Rolle der Khandas, wie sie im Pali-Kanon beschrieben sind. In diesem Essay zeigt der Autor, daß Buddha die Lehren über die Khandhas nicht dazu nutzte, um eine Person zu definieren, jedoch als ein Werkzeug, um dem Leiden ein Ende zu bereiten. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Der Schlüssel in der buddhistischen Praxis liegt in der Fähigkeit, das Problem des Leidens korrekt, im Sinne der Vier Edlen Wahrheiten, zu erfassen. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Früher Buddhismus hat sich zwei zentrale Ausdrücke von der Wirkweise des Feuers geliehen. Upadana, oder Anhaften, bezieht sich ursprünglich auf Brennstoff, der am Brennen bleibt, Nibbana, der Name des Zieles, darauf, daß ein Feuer erlischt. Dies ist das erste Buch, welches untersucht, wie frühe Buddhisten diese Ausdrücke entsprechend dem Feuer betrachteten, — was sie sahen, wenn Feuer brannte, und was mit dem Feuer passiert, wenn es erlischt, — um zu zeigen, was diese Sichtweise an Einfluß auf die Buddhistische Lehre im Allgemeinen hat, und im Speziellen im Bezug auf die Meditationspraxis. Mit ausführlichen, neu übersetzten Zitaten aus dem Pali-Kanon, ist das Buch auch eine nützliche Quelle für jedermann, um sich mit den buddhistischen Lehren in ihrem frühen Kontex bekannt zu machen. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Buddhistischen Gemeinschaft München oder direkt per email: Email an BGM e.V....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Appamadena sampadetha! — so war des Buddha letzte Anweisung vor dem Sterben, was oft als "Praktiziere unablässig!" übersetzt wird. Aber ein ausführlicheres Lesen der Suttas zeigt, daß dieses wichtige Wort appamada weit mehr Nuancen und bedeutende Botschaften enthält. Entsprechend der Ansicht des Autors war Buddhas wahre Botschaft damit: "Sei nicht selbstzufrieden. Achte auf Gefahren. Schütze des Geistes gute Qualitäten. Lasse deine Wachsamkeit nicht ausfallen." Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Diese Buch gibt eine vertiefte Erklärung über die Rolle von Fragen in Buddhas Lehren und ist um die vier Klassen von Fragen, die Buddha verwendete, organisiert: Fragen, die eine direkte, kategorische Antwort erfordern; jene, die in einen Rahmen gesetzt werden müssen; jene, die eine Rückfrage erfordern, und jene, die man zur Seite legen sollte. Diese Buch dient als wertvoller Anleiter, um zu verstehen, welch entscheidende Rolle spirituelle Fragestellung in der Praxis des Dhamma spielt. [Nicht als HTML verfügbar] Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Buddha war nicht von der Sorte Lehrer, die einfach Fragen beantworteten. Er lehrte auch, welche Fragen man stellen sollte. So beginnt der Autor, der hierin erklärt, wie die Essenz der buddhistischen Praxis darin besteht, zu lernen, geschichte Fragen zu stellen. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
In diesem Buch untersucht der Autor die Natur von bedingtem Mit-Aufkommen (paticca samuppada), der komplexen kausalen Struktur, durch die dukkha aufkommt und vergeht. Es zeigt auch, wie die Pfadfaktoren den Ursachen des Leidens in einer Weise begegnen, die zu seinem Vergehen führt. [Nicht als HTML verfügbar] Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Warum halten wir daran, Leiden für uns selbst zu erzeugen? Wie bringen wir es zu einem Ende? Der Trick ist, uns bessere Füttergewohnheiten für den Geist anzulernen. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine populäre Missinterpretation des Buddhismus besagt, daß die Lehren Buddhas darauf hinunter zu brechen sind, daß wir uns von Begierde befreien. In diesem Essay erinnert und der Autor, daß der Pfad zur Befreiung im Grunde in einer soliden Begierde wurzelt, in einer geschickten Begierde. So der Autor: "Der Pfad zur Befreiung treibt die Limits von geschickten Begierden voran, um zu sehen, wie weit diese kommen." Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Viele Leute sind auf der Suche nach emotionaler und geistiger Heilung auf die Lehren Buddhas gestoßen. In diesem Aufsatz erinnert uns der Autor, daß das allein für sich effektivste Werkzeug zum Heilen eines verletzten Herzens darin zu finden ist, Sila oder tugendhaftes Verhalten, zu kultivieren. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Im heutigen Klima von Terrorismus und Krieg hören wir Politiker, Fachleute und sogar einige buddhistische Lehrer behaupten, daß man Töten moralisch rechtfertigen könne, wenn es andere davon abhält, zu töten. In diesem Essay zeigt der Autor auf, daß die Lehren Buddhas zu dem Thema kompromisslos und kristallklar sind: Töten ist niemals geschickt. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
  Dieses Buch ist nicht mehr als seperate Ausgabe in gedruckter Form erhältlich. Es ist nunmehr in der Ausgabe "Eine Hand voll Blätter (Handful of Leaves)" (Band 4), herausgegeben von Sati Center for Buddhist Studies enthalten....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Der Autor gibt wieder, wie Ajaan Fuang seinen Schülern Meditation lehrte: Er würde ihnen gerade genug Anweisungen geben, um auf dem Pfad zu bleiben, aber nur selten "bescheinigen", diese oder jene Stufe von Jhana erreicht zu haben, und motivierte sie damit dazu, Eigenständigkeit und Einfallsreichtum in ihrer Meditation zu entwickeln. In Ajaan Fuangs Worten: "Wenn ich Dir alles erklären muß, würdest du dich daran gewöhnen alles auf dem Tablett serviert zu bekommen. Und dann? Was dann, wenn Probleme in deiner Meditation aufkommen und du keinerlei Erfahrung hast, Dinge selbst heraus zu finden?" Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Wie der Autor in der Einleitung schreibt: "Soetwas wie eine völlig unnütze Frage gibt es nicht. Selbst die oberflächlichste Frage enthält eine Absicht." So die Absichten den Verlauf der gesamten spirituellen Praxis formen, spielt das Lernen, die richtige Art von Fragen zu stellen, eine essenzielle Rolle in jeder spirituellen Praxis. Diese Sammlung von Aufsätzen erkundet die Natur von Fragen auf dem buddhistischen Pfad. Enthaltene Essays: Das Dasein ist nicht bloß Leiden , Eine Tür zum Dhamma , Geschick im Fragen , Freiheit von Angst , Samsara , Samsara geteilt durch Null , Die Agenden der Achtsamkeit , Ent-Vorstellen , Das Gewicht von Bergen , Fünf Ziegelstapel , und "Wenn ihr aber selber erkennt..." . Erhältlich in verschiedenen Formaten auf dharmatalks.org . Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery, PO Box 1409, Valley Center, CA 92082 USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Dieser kurze Vorstellungsaufsatz erklärt die Natur von karma (Pali: kamma), oder willentlicher Handlung. Der Ablauf von Karma ist ein komplexes Spiel zwischen den Früchten unserer vergangenen Handlungen (über die wir keine Kontrolle in der Gegenwart haben) und den Entscheidungen, die wir im gegenwertigen Moment treffen; es dient nicht dem Zweck, über Unglück von anderen zu urteilen ("Ohh, das ist wegen ihres Karmas!") Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Ist die zentrale buddhistische Lehre über (Nicht-Selbst) ein Statement einer metaphysischen Wahrheit, oder ist es eine Strategie, um die Befreiung vom Leiden zu erreichen? In einer umsichtigen Studie durch die Schlüsselpassagen aus dem Pali-Kanon über anatta demonstriert der Autor das letztere als gegenständig. (Dies ist des ehrwürdigen Thanissaro zweites Essay zu diesem Gegenstand. Für eine ausführlichere Behandlung, die unterstützende Zitate aus dem Pali-Kanon enthält, sehen Sie bitte sein Essay "Die Nicht-Selbst Strategie ." ein) Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Die 227 Patimokkha-Trainingsregeln, die im Suttavibhanga (dem ersten Haupabschnitt des Vinaya Pitaka ) aufgezeichnet sind, beeinflussen jeden Aspekt des täglichen Lebens eines Theravada-Bhikkhus (Mönch). Die Patimokkha-Regeln werden hier gemeinsam mit einer Zusammenfassung der "Ursprungs-Geschichten" vorgestellt, sowie mit ausführlichen Kommentaren, um den Mönchen-im-Training zu helfen, die feinen Punkte der klösterlichen Verhaltensweise zu meistern. Dieses Buch ist nunmehr in weit verbreiteter Verwendung in den englischsprechend geführten Theravada-Klöstern auf der ganzen Welt. Dies ist die zweite Ausgabe (2007), welche umfassend gegenüber der ersten Ausgabe (1996) überarbeitet wurde. Kopien in Buchform sind auf Anfrage erhältlich. Für Lieferungen nach Amerika und Afrika schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA. Für Überstellungen nach Europa schreiben Sie bitte an Amaravati Buddhist Monastery[/url], St. Margarets Lane, Great Gaddesden, Hemel Hempstead, Hertfordshire HP1 3BZ, England. Für Lieferungen nach Asien, Australien und den Pazifischen Raum, schreiben Sie bitte an: Wat Pah Nanachat, Bahn Bung Wai, Amper Warin, Ubon 34310, Thailand....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wo das Patimokkha sich mit den Grundregeln des klösterlichen Lebens im Theravada auseinandersetzt (siehe Der Kodex für buddhistische Einsiedler, Ausgabe I ), setzt sich das Khandhaka (der zweite Hauptabschnitt des Vinaya Pitaka ) mit den Gepflogenheiten, welche nicht geringer an Bedeutung für das klösterliche Leben sind, auseinander. Dieses Buch zur Orientierung organisiert und erklärt die Khandhaka-Regeln in einer übersichtlichen und praktischen Weise, zum Nutzen jedes Mönchs-im-Training in der Theravada-Tradition. Dies ist die zweite Ausgabe (2007), welche ausführlich gegenüber der ersten Ausgabe (2002) überarbeitet wurde. Kopien in Buchform sind auf Anfrage erhältlich. Für Lieferungen nach Amerika und Afrika schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA. Für Überstellungen nach Europa schreiben Sie bitte an Amaravati Buddhist Monastery[/url], St. Margarets Lane, Great Gaddesden, Hemel Hempstead, Hertfordshire HP1 3BZ, England. Für Lieferungen nach Asien, Australien und den Pazifischen Raum, schreiben Sie bitte an: Wat Pah Nanachat, Bahn Bung Wai, Amper Warin, Ubon 34310, Thailand....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Dreißig Essays, einschließlich: 'Die Lehren über Dankbarkeit ', 'Ohne Bedingungen ', 'Die Macht des Urteilens ', 'Denke wie ein Dieb ', 'Kraftvolles Training für den Geist ', 'Achtsamkeit (Mindfulness) definiert ', 'Freude am Bemühen ', 'Kopf und Herz gemeinsam ', 'Die Weisheit des Egos', 'Unwissenheit (Ignoranz) ', 'Nahrung für das Erwachen ', 'Buddha vs. die Bibel', und 'Freiheit von der Buddhanatur '....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wohlwollen, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut sind alles Qualitäten, die mit der Praxis entwickelt werden können. Um sie jedoch zur vollen Höhe von Brahmavihara zu bringen, erfordert dies harte Arbeit, um Intelligenz zu Ihrem Herzen zu bringen. ...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Nimmt die Lektionen über physisches Training zu Herzen. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
In diesem kurzen Essay erklärt der Autor die Rolle von Leere in der Mediatationspraxis. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Somdet Toh (1788-1872) war einer der berümtesten und beliebtesten Meditationsmönche des neunzehnten Jahrhunderts in Thailand. In einem kurzen Artikel gibt der Autor einige Anekdoten und Legenden über den außergewöhnlichen Mönch und dessen Esprit und Weisheit wieder....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wie man die Güte von anderen in bestmöglicher Weise zurück gibt. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Gutes Urteilen zu entwickeln, ist der Schlüssel, um eine wahrer Freund zu werden, zuerst für dich selbst und dann für alle um dich. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Rede, die im Zuge einer Konferenz über AIDS, HIV und andere Immunschwächekrankheiten in Long Beach, CA, 1993 gegeben wurde....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Dies sind kurze Erklärungen über Meditationspraxis, die von Ajaan Geoff (Thanissaro Bhikkhu) während der Abenmeditationssitzungen im Metta-Waldkloster (Kalifornien) gegeben wurden. Die Achtsamkeit auf den Atmen als Bezug nutzend, treffen diese Reden ein großes Spektrum, das für Beginner wie auch fortgeschrittene Meditierende von praktischem Interesse ist. Die Themen handeln vom Entwickeln von Großzügigkeit, davon, wie man geschickte Qualitäten des Geistes kultiviert, wie man Konzentration entwickelt, wie man Angst überwindet und so weiter: Den ganzen Weg bis hin zur Öffnung zum Überweltlichen selbst. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. Um eine gedruckte Version diese Buches zu erbitten, schreiben sie bitte an: Buddhistischen Gemeinschaft München oder direkt per email: Email an BGM e.V....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Mehr Dhammalehrreden von den abendlichen Mediationssitzungen im Metta Waldkloster. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Mehr Dhammalehrreden von den abendlichen Mediationssitzungen im Metta Waldkloster. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Mehr Dhammalehrreden von den abendlichen Mediationssitzungen im Metta Waldkloster. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Mehr Dhammalehrreden von den abendlichen Mediationssitzungen im Metta Waldkloster. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Grundlegende Anleitungen für die Übung in Atemmeditation. (Siehe auch: "Einführende Anleitungen zur Atemmeditation .") Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
In diesem kurzen Essay erklärt der Autor die Übersetzung des Paliwortes "metta" in einer Weise, die besser zu den frühen Lehren Buddhas passt....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wie können wir einem uns lieben, der krank ist oder im Sterben liegt, am besten dienen? In solch einer Situation einfach nur aus Mitgefühl und mit Achtsamkeit zu agieren, ist nicht genug. Da gibt es Geschicke, die wir zuerst erlernen müssen, bevor wir wirklich mitgefühlvoll dienen können. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Was ist "reine Wachsamkeit"? Die Antwort mag Sie vielleicht überraschen. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Hier erklärt der Autor, daß wir zumeist sehr eingefahrene Wege des Denkens haben, und der einzige Schutz, uns nicht stets selbst mit unseren Angewohnheiten zu erdolchen, ist, andere Angewohnheiten des Denkens zu entwickeln. Ein Mittel, um hier entgegenzuwirken, ist Rechtes Bemühen, und dieses hilft uns, unserer gewohnten Tendenz des Versachlichens zu entkommen. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Dieser kurze Aufsatz skizziert den Gebrauch der Veranschaulichung von Feuer im frühen Buddhismus, um Nibbana, das Ziel der buddhistischen Praxis, zu beschreiben. Dieses Essay ist ein guter Starter für das ausführlichere Buch zum selben Thema: Der Geist – wie ungebundenes Feuer: Eine Metapher aus den frühbuddhistischen Lehrreden . Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie . Um eine gedruckte Version diese Buches zu erbitten, schreiben sie bitte an: Buddhistischen Gemeinschaft München oder direkt per email: Email an BGM e.V....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Ist die zentrale buddhistische Lehre über (Nicht-Selbst) ein Statement einer metaphysischen Wahrheit, oder ist es eine Strategie, um die Befreiung vom Leiden zu erreichen? In einer umsichtigen Studie durch die Schlüsselpassagen aus dem Pali-Kanon über anatta demonstriert der Autor das letztere als gegenständig. (Dies ist des ehrwürdigen Thanissaro erstes Essay zu diesem Gegenstand, mit Zitaten aus dem Pali-Kanon. Ursprünglich erschien es im Magazin "Insight" 1994. Für eine gedrängtere Abhandlung sehen Sie bitte "Kein-Selbst oder Nicht-Selbst? " ein.)...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Haben Sie sich schon einmal etwas unwohl gefühlt, als Sie eine Lehrrede über "Dana" hörten, die oft den Beginn oder das Ende eines Meditationsretreats im westlichen Stil gestalten? Wenn das so ist, sind Sie nicht alleine. Solche Fundraising-Aufrufe haben nichts gemein mit den ursprünglichen Lehren Buddhas....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Dieses kurze Essay erkundet die vitale Rolle von Großzügigkeit (dana ) im Theravada-Buddhismus und geht speziell auf die Beziehung zwischen Laien- und Klostergemeinschaften ein. Diese gegenseitig voneinander abhängigen Gemeinschaften unterstützen einander auf Basis einer Ökonomie, die ausschließlich auf Großzügigkeit beruht, und offeriert damit auch eine erfrischende Alternative zum modernen westlichen Materialismus....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Buddhas zweite Noble Wahrheit führt an, daß der Grund für das Leiden jegliche Art von Begierde ist, die das Entstehen stimuliert (bhava: der Prozess, in dem wir stets neue Geisteszustände fabrizieren, von Moment zu Moment und Leben für Leben). Nun beschreibt diese Edle Wahrheit aber auch, daß ein Verlangen nach Nicht-Entstehen eine der drei grundsätzlichen Formen des Begehrens ist. Daher das Paradox: Wie können wir das Ende des Leidens erreichen, wenn doch dieses Verlangen selbst Ursache des Leidens ist? In diesem Buch erforscht der Autor Buddhas eigene Lösung zu diesem Paradox: wie wir, durch das Üben in Jhāna, einen einzigartigen Zustand des Entstehens erreichen, in dem der Geist keinen zusätzlichen Brennstoff zu seinem Verlangen hinzuführt. Schließlich kommt dieser absichtlich entwickelte Zustand des Werdens selbst zu einem Ende, und öffnet das langerstrebte Tor zur Todlosigkeit. [Nicht als HTML verfügbar] ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Einleitung zu des Autors Übersetzung von Suttas aus dem Parayana Vagga , dem fünften Kapitel des Sutta Nipata . ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Sind Konzentration und Achtsamkeit zwei seperate Pfade der Meditation, oder sind sie untrennbare Teile eines einheitlichen Pfades? In diesem Artikel, entnommen von einer Rede im CIMC im Jahre 1996, unterbreitet Thanissaro Bhikkhu, daß das Herz der Einsichtspraxis, so wie es Buddha gelehrt hat, aus der geschickten Entwicklung von beidem, jhanische Konzentration und Achtsamkeit besteht. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Wenn Buddha die Quelle für innere und äußere Konflikte erklärte, deutete er auf eine Art des Denkens hin, die sich papañca nennt. Dieser Ausdruck wird oft als "konzeptionelle Ausuferung" übersetzt, doch ein Überblick darüber, wie es im Pali-Kanon verwendet wird, zeigt, daß es weniger mit der Menge des Denkens zu tun hat, sondern mehr mit dem Denken in einem fixierten Rahmen. Dies ist ein Auszug aus einem eintägigen Lehrkurs, gegeben am 28. April 2012 im IMC von Mid-Peninsula, Kalifornien, USA, welcher sich darauf konzentriert, papañca verständlich zu machen, wie es aufkommt, wann es seinen Nutzen hat und wie der Bedarf daran vielleicht auch aufgegeben werden kann. Eine Audio-Datei der volleständigen Lehrrede ist verfügbar auf audiodhamma.org....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Erkundung der Natur von Achtsamkeit und deren Rolle auf dem buddhistischen Pfad des Erwachens. [Nicht als HTML verfügbar] ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Für viele von uns ist rechte Rede die Tugendregel mit der größen Herasuforderung, um ihr gerecht zu werden. Doch ist die Übung in rechter Rede fundamental in zweierlei Hinsicht: um vertrauensvolle Personen zu werden, und um uns dabei zu helfen, ein Meister über unseren Geist zu werden. So wähle deine Worte, und deine Motive für die Ansprache, mit Umsicht. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine Sammlung von dreißig Essays inklusive der folgenden, die auch hier online zur verfügung stehen: Reinheit des Herzens ; An das Erwachen glauben ; Die Gegenwart entwirren ; Die Grenzen vorantreiben ; Alles über den Wandel ; Die Wurzeln der buddhistischen Romantik ; Versöhnung, Recht und Unrecht ; Den Inhalt verstehen ; Mitgefühl erziehen ; Jhanas nicht nach der Nummer ; Die Vollständigkeit der Leere ; Ein Verb für Nirvana ; und Die gesamte Praxis in einem Wort .Erhältlich in verschiedenen Formaten auf dharmatalks.org . Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , PO Box 1409, Valley Center, CA 92082 USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Was ist zu tun, um eine wahrhaft vertrauenswürdige Person zu werden? ...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Der Autor beschreibt den Punkt, wo wir alle Angelegenheiten, die die Welt bewegen, erkennen und verstehen lernen können. Eine Lehrrede über Bhava (Werden/Bekommen) und wie man Geburt, Alter, Krankheit und Tod genau hier und jetzt durchschauen kann. ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wie kann der Pfad der Praxis, der ein erzeugter ist, jemals erhoffen lassen, daß wir das Ziel, Nibbana, welches selbst unerzeugt ist, erreichen? Eine bemerkenswerte Analogie aus der modernen Chaostheorie bringt Licht in ein antikes Paradox. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Ist Samsara (das mühselige "fort-wandern" von Geburt zu Tod und Wiedergeburt) ein Platz, oder ist es nur ein Prozess, durch den wir uns unser Leiden erzeugen und wiedererzeugen? Hier vergleicht der Autor Samsara mit einer Sucht, wobei wir wählen können, sie aufzugeben oder aber auch nicht. Was wird es wohl werden? Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Niederschrift einer kurzen Dhammalehre, die zeigt, wie wichtig es ist sich nicht in großen Dingen zu verlieren, sondern die kleinen Angelegenheit zum steten Gegenstand der Achtsamkeit zu machen. "Wir geben uns mit einem großen Thema ab: Leiden. Aber man wird Leiden nicht erkennen, wenn man stets nur an die großen Dinge denkt."...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Entsprechend einer populären Theorie haben die Lehren Buddhas über all die Jahre überlebt Dank ihrer Fähigkeit, sich in jegliche Gebräuche aller Kulturen selbst und in jedem Moment der Geschichte anpassen zu können. Im Fall der Thailändischen Waldtradition "Kammatthana" zeigt sich hier, wie auch immer, ein deutliches Gegenbeispiel zu dieser Auffassung. So wie der Autor hier in seinem Aufsatz argumentiert, hat die Geschichte gezeigt, daß das wahre Dhamma nur dann überlebt, wenn die Leute gewillt sind, ihre eigenen Gebräuche und Gewohnheiten so anzupassen, daß sie dem Dhamma, nach seinen eigenen Regeln, von Angesicht zu Angesicht begegnen. ...  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine Sammlung von Textausschnitten aus dem Pali-Kanon, welche der König Asoka (Indien, 273-232 vor Chr.) als repräsentativ für die Essenz des Dhamma auswählte. (Siehe auch Die Editke von König Asoka , vom Ehrwürdigen S. Dhammika.)...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Was würde man eher haben? Einen unstillbaren Durst nach Sinnesvergnügen oder stabile und bleibende Freude? Die Wahl liegt bei Ihnen. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Um Erfolg im Lernen eines neuen Geschickes zu haben, muß man zuerst auskömmlichen Respekt gegenüber einem selbst, dem Gegenstand des Studiums und seinem Lehrer aufbringen. In diesem Essay zeigt der Autor auf, daß sich dies auch für die Lehren Buddhas bewahrheitet, und daß die Fähigkeit, zu lernen, von passenden Respekt gegenüber drei Dingen abhängt: einem selbst, dem Prinzip von Kamma, und anderer Leute Einsicht in dieses Prinzip. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Eine Übersetzung des dritten Buches des Khuddaka Nikaya, inklusive Einleitung und Anmerkungen. [Nicht als HTML verfügbar] ...  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Wir sind unwissend, nicht im Sinne von Mangel an Information oder Wissen, sondern im ungeschickten Umgang, mit dem wir Stress und Leiden entgegenen. Entwickelt man das passende Geschick, wird Erwachen mit Sicherheit folgen....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Solange wir Nirvana (Nibbana) als einen Platz sehen, als eine Destination irgendwo platziert in Raum und Zeit, missverstehen wir seine fundamentale Signifikanz. In diesem Essay zeigt der Autor (auf Grundlage einer Auswahl von Sutta-Auszügen), daß Nirvana das endgültige Ende des samsarischen Prozesses des Werdens ist, welcher Zeit und Raum von vorne herein produziert. Betreffend Erleuchtung "betritt" oder "erreicht" man Nirvana nicht; man "nirvanat" einfach. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Klarstellung über das Kalama Sutta, eines der berühmtesten aber auch meist miss-zitierten Suttas des gesamten Tipitaka....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Buddhas umfangreiche Lehren beinhalten genaue Instruktionen, wie man Konflikte bereinigt. Dieser Aufsatz erkundet, wie die Einsichten Buddhas in den fundamentalen Unterschied zwischen Vergebung und Wiedergutmachtung den Grundpfeiler ausmachen, um einen geschickten Ansatz zu Erhalt und Wiederherstellung gemeinschaftlicher Harmonie zu finden. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Viel wurde über das buddhistische Konzept von Leere geschrieben, — insbesondere, daß es sich auf ein metaphysisches Prinzip der Abwesenheit jeglicher innewohnender Existenz bezieht. In diesem Essay streicht der Autor heraus, daß diese Tendenz wenig mit dem zu tun hat, was Buddha tatsächlich über Leere gesagt hat. In Wirklichkeit sind die Lehren Buddhas über Leere von fundamentaler praktischer Natur und haben in jeder Hinsicht damit zu tun, wie man seine Handlungen mit Umsicht wählt, und wie man ihren Konsequenzen mit Weisheit begegnet. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Eine Untersuchung der Lehren Buddhas über Wiedergeburt. Um eine gedruckte Version diese Buches zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Buddhistische Gemeinschaft München oder direkt per email: Email an BGM e.V....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Entsprechend dem grundlegendem Prinzip von Karma spielen die vorausgehenden Absichten eine ausschlaggebende Rolle für die letztlichen Früchte unserer Handlungen. Wie der Autor in diesem Essay erklärt: wenn wir wirklich das Interesse haben, das Ziel der buddhistischen Praxis zu erreichen, ist es nicht genug, daß wir bloß mit guter Absicht handeln; eher müssen wir durch ehrliches Reflektieren und Gesellschaft mit tugendhaften und weisen Freunden lernen, Geschicklichkeit in unseren Absichten zu kultivieren. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)
Über Jahrhunderte haben Gelehrte darüber argumentiert, welche Teile des Pali-Kanons, wenn überhaupt einer, die wahren Aufzeichnungen von Buddhas Lehren enthält. Die Texte selbst geben an, daß Zweifel darüber nur dann klar aufgelöst werden können, wenn man die Lehren in die Praxis, bis zu dem Punkt des Erreichens des Stromes, umsetzt. In diesem Essay erläutert der Autor (anhand der Texte) die Qualitäten, die man entwickeln muß, um die Wahrhaftigkeit des Dhamma selbst erkennen zu können. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Das Karma von Fragen ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Was ist der Zusammenhang zwischen Ruhe (samatha) und Einsicht (vipassana) in der buddhistischen Mediation? Ein umsichtiges Lesen der Suttas im Pali-Kanon suggeriert, daß beide keine seperaten Meditationsmethoden sind (so wie dies viele Kommentatoren, klassische wie auch spätere, suggerieren), jedoch zwei Aspekte einer einzigen, geschlossenen Praxis. Entsprechend den Suttas wird für eine korrekte Praxis der Mediation eine Entwicklung von beidem verlangt, und daß diese dann in eine Balance gebracht werden. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Edle Strategie ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Manchmal ist es schwierig, das Ausmaß zu erkennen, zu welchem die eigene Auffassung von Meditationspraxis durch moderne kulturelle Trends beeinflusst ist. In diesem kurzen Spaziergang durch die westliche Geschichte erkundet der Autor die Ursprünge solch bekannter Vorstellungen wie Allverbundenheit, Einsheit und Ego-Transzendenz, — Ideen, die man populär dem Buddha zuschreibt, — und findet, daß deren Wurzeln stattdessen in den Bewegungen der Romantik und des Transzendentalismus aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert zu finden sind. Eine Druckversion ist enthalten in dem Buch: Reinheit des Herzens ....  (Quelle Übersetzung:Externer Link )
Dieses kleine Buch enthält eine hervorragende Einleitung in die grundlegensten Prinzipien des Buddhismus: Buddha, Dhamma und Sangha, zusammen als Drei Juwelen oder Dreifache Zuflucht bekannt. Das Werk ist in drei Teile geteilt: (I) ein einleitender Aufsatz über die Bedeutung von Zuflucht und die Handlung des Zufluchtnehmens; (II) eine Serie von Texten aus den frühen buddhistischen Schriften, um die essenziellen Qualitäten der Drei Juwelen zu beschreiben; und (III) eine Zusammenstellung von Essays, welche Aspekte der Drei Juwelen erklären, die oft Fragen für jene aufkommen lassen, die neu zu den Lehren Buddhas gekommen sind. Um eine kostenlose gedruckte Ausgabe zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Metta Forest Monastery , P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA....  (Quelle Übersetzung: folge Link auf sangham bzw. noch nicht vorhanden)



Vorläufig fertige (nicht Korrektur gelesene) Kapitel sind blau markiert.
Sollte jemand ein Kapitel angehen möchten, bitte Bescheid geben, daß es als in Arbeit rot markiert wird.
Wenn es jemand durchlesen und korrigieren möchte, bitte Bescheid geben, wenn passiert. Dann kann ich es grün markieren. Wenn korrekturgelesen und freigegeben, dann dunkelgrün.

* Gerne können Sie sich an der Mitarbeit beteiligen, mithelfen oder diese auch leiten!
* Nehmen Sie sich einen Text vor und posten Sie dies hier (um nicht Schriftstücke doppelt zu übersetzen). Wenn Sie eine erste Übersetzung fertig haben, teilen Sie sie hier, um sie korrekturlesen zu lassen und vielleicht Kritik zu Fehlern oder Verbesserungsvorschläge zu bekommen.
* Helfen Sie Korrekturlesen, wählen Sie dafür markierte Schriftstücke aus.
* Geben Sie Ihre Bemerkungen zu den Übersetzungen ab.
* Lesen Sie Texte Endkorrektur.
* Wenn Sie im Internet Texte gefunden haben, bitte teilen Sie einen Link.

« Last Edit: October 02, 2015, 04:02:57 PM by Johann »
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Meditationen (als Gesamt-PDF)
« Reply #1 on: February 01, 2013, 10:24:19 AM »
Meditationen (als Gesamt-PDF)
Vierzig Dhamma-Gespräche
von
Ajahn Ṭhanissaro Bhikkhu
(Geoffrey DeGraff)

Impressum
Übersetzung aus dem Englischen
von Kurt Jungbehrens, Freya Zellerhoff und Lothar Schenk. - Endbearbeitung und fehlerverantwortlich: Viriya
Nur zur freien Verteilung!
Umschlagentwurf: Ajahn Ṭhanissaro - Layout/Satz: A. Hubig
Dank an Walter Schwidetzky, der die Herausgabe dieser Arbeit gefördert hat.
© Buddhistische Gesellschaft München e.V. 2011
Herausgeberin und Verlag: BGM e.V.
Kontakt/Bestellungen: bgm@buddhismus-muenchen.de - Druck: digital business and printing GmbH Berlin


Einführung

Der Tagesplan im Metta Wald-Kloster schließt ein Gruppeninterview am späten Nachmittag und eine Chanting-Sitzung ein, der später am Abend eine Zeitspanne für Gruppenmeditation folgt. Die in diesem Buch enthaltenen Dhamma-Gespräche erfolgten während der abendlichen Meditationssitzungen und befassten sich mit den Fragen, die bei den Interviews gestellt wurden – entweder direkt mit diesen Fragen oder mit den dahinter verborgenen. Häufig berührten diese Fragen eine Vielfalt an Themen auf unterschiedlichen Ebenen der Praxis. Das erklärt den Umfang der Themen, die in individuellen Gesprächen abgehalten wurden.
Ich habe die Reden überarbeitet und dabei mein Augenmerk auf ihre Lesbarkeit gerichtet, während ich gleichzeitig versuchte, die Lebendigkeit des gesprochenen Wortes zu erhalten. In einigen wenigen Fällen habe ich Texte eingefügt oder das Material neu geordnet, um der Behandlung spezifischer Themen einen besseren Zusammenhang zu geben und sie zu vervollständigen; zum größten Teil habe ich aber die Redigierarbeit auf ein Minimum beschränkt. Erwartet also keine formvollendeten Abhandlungen.
Die Zuhörer dieser Reden waren mit den Meditationsanweisungen vertraut. Beschrieben sind diese Anweisungen in der „Methode 2“ des
Buches Keeping the Breath in Mind von Ajahn Lee Dhammadharo und auch in meinem eigenen Aufsatz A Guided Meditation (enthalten in Noble Strategy). Es ist vorteilhaft, die Unterweisungen zuerst zu lesen, um die Reden dieses Buches besser verstehen zu können. Beide Texte sind im Internet unter http://www.accesstoinsight.org verfügbar. Weitere Dhamma- Reden findet ihr unter http://www.mettaforest.org.

* * *

Ich möchte Bok Lim Kim dafür danken, dass sie die Aufzeichnung dieser Reden ermöglicht hat. Mehr als allen anderen ist es ihr zu verdanken, dass mein anfängliches Zögern, die Reden auf Band aufzeichnen zu lassen, überwunden wurde. Ich möchte auch noch den folgenden Personen für die Übertragung der Bänder und/oder ihre Hilfe bei der Korrektur der Übertragungen danken: Paul und Debra Breger, Richard Heiman, Jane Yudelman, Dhammattho Bhikkhu, Gunaddho Bhikkhu, Susuddho Bhikkhu und Khematto Bhikkhu. Mögen sie alle glücklich sein. Die Weisheiten dieser Reden sind ganz meinen Lehrern Ajahn Fuang Jotiko und Ajahn Suwat Suvaco zu verdanken. Mit größter Dankbarkeit widme ich dieses Buch ihrem Gedenken.

Thanissaro Bhikkhu
Metta Forest Monastery
Valley Center, CA 92082-1409
August 2003


________________________________________________________________________________________
Einzelübersetzungen von Lothar Schenk:


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Großzügigkeit zuerst
« Reply #2 on: February 01, 2013, 10:25:41 AM »

Großzügigkeit zuerst
(Generosity First)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung


Vor etlichen Jahren, als Ajaan Suwat bei der Insight Meditation Society einen Kurs abhielt, war ich sein Übersetzer. Nach dem zweiten oder dritten Tag wandte er sich an mich und sagte: "Mir fällt auf, dass diese Leute beim Meditieren fürchterlich verbissen zu Wege gehen." Wenn man sich im Raum umsah, saßen da alle Leute sehr ernsthaft, mit angespannten Mienen und fest geschlossenen Augen. Es war fast, als hätten Sie Nirvana oder Untergang auf ihren Stirnen stehen.

Er führte ihre Verbissenheit darauf zurück, dass die meisten Leute hier im Westen zur Meditation kommen, ohne sich vorher mit anderen buddhistischen Lehren befasst zu haben. Sie haben keine Erfahrung darin gesammelt, wie man großzügig ist gemäß Buddhas Lehren über das Geben. Sie haben keine Erfahrung darin gesammelt, wie man taugliches Verhalten gemäß den buddhistischen Tugendregeln entwickelt. Sie kommen zur Buddhalehre, ohne sie in ihrem Alltagsleben erprobt zu haben, und deshalb fehlt ihnen die zuversichtliche Gelassenheit, die man benötigt, um die auftauchenden Schwierigkeiten bei der Meditation zu meistern. Stattdessen meinen sie, es käme ganz auf ihre Entschlossenheit an.

Wenn man sich ansieht, wie hierzulande Meditation, taugliches Verhalten und Großzügigkeit gelehrt werden, ist die Reihenfolge genau anders herum als in Asien. Hierzulande melden sich die Leute für eine Klausur an, um etwas Meditieren zu lernen, und erst, wenn sie beim Veranstaltungsort auftauchen, erfahren sie, dass sie während der Klausur einige Tugendregeln einhalten sollen. Und dann, ganz am Ende der Klausur, bevor man sie wieder nach Hause entläßt, erfahren sie, dass sie großzügig sein sollen. Einfach alles verkehrt herum.

In Thailand, demgegenüber, besteht der erste Kontakt der Kinder mit dem Buddhismus, nachdem sie die Respektsgeste gelernt haben, im Geben. Man sieht, wenn ein Mönch auf seinem Almosengang vorbeikommt, wie Eltern ihre Kinder an der Hand nehmen, sie hochheben und ihnen helfen, einen Löffel Reis in die Schale des Mönchs zu geben. Nach und nach beginnen die Kinder, die Handlung selbständig auszuführen, der Vorgang verliert immer mehr das Mechanische, und nach einer Weile beginnen sie, am Geben Freude zu haben.

Zunächst mag diese Freude nicht einleuchten. Der Gedanke, dass man glücklicher wird, wenn man etwas weggibt, kommt einem Kleinkind nicht automatisch in den Sinn. Aber mit zunehmender Erfahrung stellt man fest, dass es stimmt. Schließlich nimmt man ja, wenn man gibt, einen Standpunkt des Reichtums ein. Das Geschenk beweist, dass man mehr als genug hat. Gleichzeitig vermittelt es einem ein Gefühl des Wertes als Person. Man ist in der Lage, anderen zu helfen. Der Akt des Gebens erweitert auch das Gemüt, denn die Welt, in der wir leben, wird durch unsere Handlungen geschaffen, und der Akt des Gebens erschafft eine weiträumige Welt: eine Welt, in der Großzügigkeit ein Handlungsprinzip ist, eine Welt, in der die Leute mehr als genug haben, genug, um miteinander zu teilen. Und es entsteht ein gutes, helles Gefühl im Inneren.

Davon ausgehend, werden die Kinder mit Tugend vertraut gemacht: der Ausübung der Tugendregeln. Und wiederum ist es, aus der Sicht eines Kindes, zunächst nicht einleuchtend, dass man dadurch glücklich werden kann, dass man bestimmte Dinge nicht tut, die man tun möchte — so etwa, wenn man etwas nehmen möchte, oder wenn man gerne lügen würde, um seine Verlegenheit zu verbergen, oder um sich vor Schelte und Bestrafung zu schützen. Aber allmählich entdeckt man, ja tatsächlich, es gibt einem ein Glücksgefühl, ein inneres Wohlgefühl, wenn man Prinzipien hat, wenn man keine Lügen bemänteln muss, wenn man untaugliche Handlungen vermeidet, wenn man untaugliche Handlungen für unter seiner Würde findet.

Wenn man dann schließlich über den Weg des Gebens und der Tugendausübung zur Meditation gelangt, hat man schon erfahren und gelernt, dass es kontraintuitive Arten von Glück in der Welt gibt. Durch die Ausbildung, die sich durch den Kontakt mit den Lehren des Buddha ergeben hat, hat man das tiefere Glücksgefühl kennengelernt, das vom Geben herrührt, und das tiefere Glücksgefühl, das davon herrührt, dass man sich von untauglichen Handlungen zurückhält, wie gerne man diese auch tun möchte. Wenn man schließlich zur Meditation gelangt, hat man eine gewisse Zuversicht dadurch entwickelt, dass der Buddha bis jetzt recht hatte, und daher gibt man ihm auch einen Vertrauensvorschuss, was die Meditation betrifft.

Diese zuversichtliche Gelassenheit erlaubt es einem, viele Anfangsschwierigkeiten zu überwinden: die Ablenkungen, die Schmerzen. Gleichzeitig bringt einen die von der Großzügigkeit herrührende Gemütserweiterung in die richtige innere Verfassung für die Sammlungsübung, in die richtige innere Verfassung für die Einsichtsübung — denn wenn man sich hinsetzt und auf seine Atemzüge konzentriert, welche Art von Geist hat man da? Den Geist, den man sich durch großzügiges und tugendhaftes Handeln geschaffen hat. Einen weiträumigen Geist, nicht den engstirnigen Geist einer Person, die nicht genug hat. Es ist der weiträumige Geist eines Menschen, der mehr als genug hat, um es zu teilen, der Geist eines Menschen, der frühere Taten nicht reumütig bedauert oder zu verdrängen versucht. Kurz gesagt, es ist der Geist eines Menschen, der erkannt hat, dass wahres Glück keine scharfe Trennlinie zwischen dem eigenen Wohl und dem Wohl des Anderen kennt.

Diese ganze Vorstellung, dass Glück entweder im kompromisslosen Ausleben der eigenen selbstbezogenen Wunschvorstellungen oder aber in der selbstlosen Aufopferung für Andere zu bestehen hat — dieser krasse Gegensatz zwischen beidem — ist etwas sehr Westliches, aber diese Auffassung steht im Widerspruch zu dem, was der Buddha lehrte. Nach der Lehre des Buddha ist wahres Glück etwas, das sich seiner Natur nach von einem zum anderen weiter verbreitet. Wer sich um sein eigenes wahres Wohlergehen bemüht, bemüht sich auch um das Wohlergehen der Anderen. Und indem man für das Wohlergehen der Anderen sorgt, sorgt man für sein eigenes. Durch das Geben an Andere erwirbt man sich auch einen gewissen Lohn. Durch das Festhalten an den Tugendregeln, durch das Festhalten an den eigenen Prinzipien, indem man Andere nicht schädlichen Handlungen durch einen selbst aussetzt, hat man auch einen Gewinn. Man gewinnt an Achtsamkeit; man hat ein besseres Selbstwertgefühl und gewinnt an Selbstachtung. Man schützt sich selbst.

Man geht also mit der Bereitschaft an die Meditation heran, die gleichen Prinzipien bei der Übung in innerer Ruhe und Einsicht anzuwenden. Man begreift, dass man Meditation nicht allein für sich betreibt. Man sitzt hier und versucht, seine Gier, seine Wut und seine Täuschungen zu verstehen, sie in den Griff zu bekommen — und das heißt, dass man nicht die einzige Person ist, die einen Nutzen von der Meditation hat. Genauso werden andere davon profitieren — profitieren schon jetzt davon. Je mehr man selber achtsamer, aufmerksamer, geschickter dabei wird, die Hemmnisse im eigenen Geist auszuhebeln, desto weniger sind auch Andere von diesen hinderlichen Eigenschaften betroffen. Weniger Gier, Wut und Täuschung drücken sich in den eigenen Taten aus, und daher müssen auch die Menschen um einen herum weniger leiden. Dass man meditiert, ist ein Geschenk an sie.

Die Eigenschaft der Großzügigkeit, caga in Pali, wird in der Buddhalehre an vielen Stellen erwähnt. Eine Stelle betrifft die Handlungsweisen, die zu einer günstigen Wiedergeburt führen. Damit ist nicht nur die Wiedergeburt gemeint, die auf den physischen Tod folgt, sondern auch die Seinszustände, Gemütszustände, die man selbst von Augenblick zu Augenblick erschafft, in die man sich mit jedem Augenblick hineinbegibt. Die Welt, in der man lebt, wird durch die eigenen Taten erschaffen. Indem man großzügig handelt — nicht nur mit materiellen Dingen, sondern auch mit seiner Zeit, seiner Tatkraft, seiner Versöhnlichkeit, seiner Bereitschaft, fair und gerecht mit Anderen umzugehen — erschafft man eine gute Welt, um darin zu leben. Wenn man es eher gewöhnt ist, zur Kleinlichkeit zu neigen, dann erschaffen sie eine sehr enge Welt, weil nie genug da ist. Immer fehlt dieses, oder es fehlt jenes, oder es herrscht die Angst vor, dass irgendetwas einem wegkommen oder weggenommen werden könnte. Also erschafft man sich eine enge, angstvolle Welt, wenn man nicht großzügig handelt, im Gegensatz zu der zuversichtlichen, in jeder Hinsicht offenen Welt, die man mit großzügigen Taten erschafft.

Großzügigkeit gilt auch als eine der Arten des Edlen Reichtums, denn was ist Reichtum anderes als das Gefühl, mehr als genug zu haben? Viele, die materiell gesehen arm sind, sind, an ihrer Haltung gemessen, sehr reich. Und viele, die großen materiellen Reichtum besitzen, sind außerordentlich arm. Die, welche nie genug haben: sie sind es, die immer mehr Sicherheit brauchen, immer mehr brauchen, um es zu horten. Es sind die Leute, die Mauern um ihre Häuser bauen müssen, die in Gemeinschaften mit Zugangskontrollen leben müssen, aus Furcht, dass ihnen Andere ihren Besitz wegnehmen könnten. Das ist ein sehr armseliges Leben, ein eingesperrtes Leben. Aber indem man Großzügigkeit praktiziert, erkennt man, dass man auch mit weniger auskommt, und dass es eine Freude gibt, die vom Geben an Andere herrührt. Genau da ist ein Gefühl des Reichtums zu finden. Man hat mehr als genug.

Gleichzeitig reißt man damit Schranken nieder. Geldgeschäfte erschaffen Schranken. Jemand gibt einem etwas, und man muss Geld zurückgeben, also ist genau da eine Schranke. Andernfalls, wenn man nicht bezahlen würde, käme das Objekt nicht über die Schranke zu einem. Wenn aber etwas freizügig gegeben wird, werden solche Schranken beseitigt. Man wird Bestandteil der erweiterten Familie des Anderen. In Thailand bezeichnen Mönche ihre Laienanhänger mit denselben Begriffen, die sie für Familienangehörige verwenden. Das zur Unterstützung gegebene Geschenk erzeugt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das Kloster, in dem ich lebte, — und damit meine ich sowohl Laienanhänger als auch Mönche — war wie eine große erweiterte Familiengemeinschaft. Das gilt auch für viele andere Klöster in Thailand. Es herrscht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Abwesenheit trennender Grenzen.

Wir hören so viel reden über "Vernetzung", untereinander verküpft sein. Vielfach wird das unter Bezug auf die Lehre vom Abhängigen Entstehen erklärt, aber das ist eigentlich unpassend. Das Abhängige Entstehen lehrt den Zusammenhang von Nichtwissen mit dem Leiden, den Zusammenhang von Begehren mit dem Leiden. Das ist ein Zusammenhang innerhalb des Geistes, und eine Verknüpfung, die wir unterbrechen müssen, weil sie das Leiden aufrecht erhält, wieder und wieder, über viele, viele Zyklen hinweg. Aber es gibt eine andere Art von Verknüpfung, einen absichtlichen Zusammenhang, der durch unsere Taten zustande kommt. Das sind Verbindungen durch Kamma. Wir im Westen haben ja oft Probleme mit der Kammalehre, was vielleicht der Grund ist, warum wir die Lehre vom Zusammenhang ohne Kamma haben möchten. Also suchen wir an anderen Stellen in der Buddhalehre, um eine Rechtfertigung oder Grundlage für eine Zusammenhangslehre zu finden, aber die wirkliche Grundlage für den Eindruck des Zusammenhängens kommt durch Kamma zustande. Wenn man mit einer anderen Person in Wechselwirkung tritt, wird eine Verbindung geschaffen.

Nun kann das eine positive oder eine negative Verbindung sein, je nach der dahinterstehenden Absicht. Mit Großzügigkeit erschafft man eine positive Verbindung, eine hilfreiche Verbindung, eine Verbindung, bei der man froh ist, dass die Schranke gefallen ist, eine Verbindung, über die gute Dinge hin und her fließen können. Wenn es untaugliches Kamma ist, dann erschafft man eine Verbindung, erschafft man eine Öffnung, die man früher oder später bereuen wird. Im Dhammapada heißt es an einer Stelle, dass eine Hand ohne Wunde Gift halten kann, ohne Schaden zu nehmen. Anders gesagt, wenn man kein schlechtes Kamma hat, erreichen einen die Wirkungen von schlechtem Kamma nicht. Aber wenn man eine Wunde an der Hand hat und Gift hält, dann sickert es durch die Wunde und tötet einen. Untaugliches Kamma ist genau das, eine Wunde. Es ist eine Öffnung, durch die Giftiges eindringen kann.

Umgekehrt funktioniert das Prinzip auch. Wenn eine Beziehung auf tauglichem Verhalten beruht, bildet sich eine gute Verbindung. Diese Art von positiver Verbindung fängt mit Großzügigkeit an, und wächst mit dem Geschenk der Tugend. Wie der Buddha sagte, wenn man an den Tugendregeln festhält, egal was kommt, ohne Ausnahmen, dann ist das ein Geschenk der Sicherheit an alle Wesen. Man gewährt jedem unbegrenzte Sicherheit, und hat so auch Anteil an dieser unbegrenzten Sicherheit. Mit dem Geschenk der Meditation schützt man Andere vor den Wirkungen der eigenen Gier, des eigenen Hasses, der eigenen Täuschung. Und man wird ebenfalls geschützt.

Das sind also die Wirkungen der Großzügigkeit: Sie erweitert den Geist und schafft gute Verbindungen mit den Leuten um einen. Sie löst die Trennlinien auf, die sonst verhindern würden, dass das Glück sich weiter verbreitet.

Mit dieser Geisteshaltung ändert sich die ganze Herangehensweise an die Meditation. Viele Leute nähern sich der Meditation mit der Frage: "Was erhalte ich für die Zeit, die ich mit Meditation verbringe?" Vor allem in der modernen Welt sind wir sehr arm an Zeit. Deshalb steht im Hintergrund immer das Bestreben, aus der Meditation herauszuholen, herauszuholen, herauszuholen. Wir erhalten den Ratschlag, diese Vorstellung, etwas bekommen zu müssen, aufzugeben, aber wenn man das als Gewohnheit im Geist ständig gepflegt hat, lässt es sich nicht einfach ausradieren. Aber wenn man mit Erfahrung im Großzügigsein an die Meditation herangeht, dann wandelt sich die Frage um in: "Was gebe ich der Meditation?" Man gibt ihr die volle Aufmerksamkeit. Man gibt ihr die nötige Anstrengung, man freut sich, die Mühe aufzuwenden, weil man aus Erfahrung weiß, dass Anstrengung im Guten, die man in die Ausübung der Buddhalehre steckt, gute Ergebnisse hervorbringt. Und so wird diese innere Armutshaltung, die frägt "Was erhalte ich aus der Meditation?", aufgelöst. Man geht mit einem inneren Gefühl des Reichtums an die Meditation heran: "Was kann ich zu dieser Übung beitragen?"

Natürlich stellt man am Ende fest, dass man sehr viel mehr herausbekommt, wenn man mit der Geisteshaltung des Gebens anfängt. Der Geist ist eher dazu bereit, Herausforderungen anzunehmen: "Wie wäre es, wenn ich mehr Zeit hineinstecken würde? Wie wäre es, wenn ich bis später in die Nacht hinein meditieren würde, als ich es sonst tue? Wie wäre es, wenn ich morgens früher aufstehen würde? Wie wäre es, wenn ich mit gleichmäßigerer Aufmerksamkeit bei dem bleiben würde, was ich tue? Wie wäre es, wenn ich beim Sitzen die Schmerzen länger aushalten würde?" Dann wird die Meditation zu einem Prozess des Gebens, und natürlich bleiben einem auch die Ergebnisse erhalten. Wenn man nicht so mit Zeit und Anstrengung geizt, erlegt man dem Meditationsvorgang auch immer weniger Einschränkungen auf. Auf diese Weise werden die Ergebnisse mit Sicherheit auch weniger kleinlich, umfassender sein. Daher ist es für uns wichtig, den Edlen Reichtum der Großzügigkeit zu entwickeln, um die Meditation damit zu bereichern.

Die Texte erwähnen, wenn man an seiner Meditation zu zweifeln beginnt, wenn die Meditation austrocknet, dass man sich an früheres großzügiges Verhalten erinnern soll. Damit erhält man ein Gefühl des eigenen Wertes, ein Gefühl der Ermutigung. Ja klar, auf welche großzügigen Taten soll man denn zurückblicken, wenn es keine gibt? Deswegen ist es so wichtig, dass man sich sehr bewußt in Großzügigkeit geübt hat, bevor man an die Meditation herangeht.

Vielfach fragen wir: "Wie bringe ich die Meditation mit zurück in die Welt?" Aber es ist auch wichtig, dass man gute Eigenschaften aus der Welt in die Meditation mitbringt, gute Eigenschaften aus dem eigenen Alltagsleben, und dass man sie regelmäßig entwickelt. Sich an großzügige Taten aus der Vergangenheit zu erinnern, verliert seine Wirkung recht schnell, wenn es nur einmal so eine Tat vor langer Zeit gegeben hat. Zur Ermutigung braucht es frische Beispiele der eigenen Großzügigkeit.

Deshalb also hat der Buddha über verdienstvolles Wirken gesagt: "Scheut euch nicht, verdienstvoll zu wirken, denn verdienstvolles Wirken ist ein anderes Wort für Glücklichsein." Die erste der drei Hauptarten verdienstvollen Wirkens ist dana, das Geben, welches der Ausdruck der Großzügigkeit ist. Das Geschenk tauglichen Verhaltens baut auf dem einfachen Akt des Gebens auf, und das Geschenk der Meditation baut auf beidem auf.

Natürlich besteht der Großteil der Meditation im Loslassen: Zerstreuungen loslassen, untaugliche Gedanken loslassen. Wenn man an das Loslassen von materiellen Dingen gewöhnt ist, fällt es einem viel leichter, das Loslassen von untauglichen Geisteshaltungen auszuprobieren und damit anzufangen — von Dingen, an denen man schon so lange festhält, dass man meint, sie zu brauchen, wenn man sie aber genau anschaut, feststellt, dass das nicht stimmt. In der Tat erkennt man, dass es unnötige Lasten sind, die Leiden hervorrufen. Wenn man das Leiden sieht, und die Tatsache, dass es unnötig ist, dann kann man loslassen. Auf diese Art bleibt einem der Schwung des Gebens die ganze Zeit beim Üben erhalten, und man erkennt, dass einem dadurch nichts weggenommen wird. Es ist eher wie ein Tausch. Man gibt ein materielles Objekt her und gewinnt an innerer Großzügigkeit. Man gibt seine unguten Eigenschaften auf und gewinnt an Freiheit.

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« Last Edit: September 24, 2013, 02:28:53 PM by Johann »
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Das Wie und das Warum
« Reply #3 on: February 01, 2013, 10:27:15 AM »
Das Wie und das Warum
(The How & the Why)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung

Zwei wichtige Fragen, die man sich zur Meditation stellen und beantworten sollte, sind "wie?" und "warum?" -- wie es geht, und warum man es macht -- weil Meditation nicht einfach nur eine mechanische Vorgehensweise ist. Es gibt einen Kontext für die Übung, und nur, wenn man die Übung innerhalb ihres Kontextes sieht, kann man wirklich verstehen, was man tut, und den größten Nutzen daraus ziehen.

Das "Wie" ist recht einfach. Bei der Atems-Meditation setzt man sich aufrecht hin, kreuzt die Beine, rechtes Bein über dem linken Bein, legt die Hände in den Schoß, rechte Hand über der linken Hand, und schließt die Augen. Das heißt, seinen Körper in die richtige Lage zu bringen. Seinen Geist in die richtige Lage zu bringen, heißt, ihn auf den gegenwärtigen Augenblick zu richten. Man richtet den Geist auf den Atem und achtet darauf, wie sich der Atem beim Einatmen anfühlt, und wie er sich beim Ausatmen anfühlt. Man nimmt den Atem bewusst wahr. Das heißt, man hat zwei Fähigkeiten im Einsatz: die gedankliche Gerichtetheit oder Achtsamkeit, die einen daran erinnert, wo man bleiben soll, und die Wachsamkeit, die einem sagt, was gerade mit dem Atem los ist. Das sind die zwei Fähigkeiten, die man braucht.

Die dritte Fähigkeit nannte der Buddha ãtappa, "Feurigkeit", was man vielleicht mit Eifer oder Nachdruck übersetzen könnte; es bedeutet, dass man sich wirklich anstrengt dabei. Man konzentriert sich ganz auf das, was man tut. Man spielt nicht nur so rum. Man schenkt ihm seine ganze Aufmerksamkeit. Man versucht, mit Nachdruck achtsam und mit Nachdruck wachsam zu sein.

Mit Nachdruck achtsam bedeutet, dass man versucht, die Achtsamkeit so durchgehend, so lückenlos wie möglich aufrecht zu erhalten. Wenn man feststellt, dass der Geist vom Atem abgeschweift ist, bringt man ihn sofort zurück. Man lässt ihn nicht hier und da rumlungern oder dort an den Blümchen schnuppern. Man hat eine Arbeit zu erledigen, und man will sie so schnell und so gründlich erledigt haben, wie es geht. Diese Haltung muss man beibehalten. Wie der Buddha sagte, es ist, als würde man merken, dass einem der Kopf in Flammen steht. Man löscht das Feuer so schnell es geht. Die Fragen, um die es uns geht, sind wichtige Fragen, drängende Fragen: Alter, Krankheit und Tod. Sie sind wie Feuer, die uns innerlich verzehren. Deshalb soll man dieses Gefühl des Nachdrucks aufrecht erhalten, weil man nie weiß, wann die Flammen auflodern werden. Man will so gut vorbereitet sein wie möglich, so schnell wie möglich. Wenn also der Geist abschweift, seid nachdrücklich und bringt ihn wieder zurück.

Mit Nachdruck wachsam bedeutet, dass man bei der Beschäftigung mit dem Atem versucht, so einfühlsam wie möglich vorzugehen, wenn man ihn so reguliert, dass er sich gut anfühlt, und wenn man über die Ergebnisse seiner Bemühungen wacht. Versucht, lang zu atmen, um zu sehen, wie sich das anfühlt. Versucht, kurz zu atmen, schwer zu atmen, leicht zu atmen, tief, flach. Je feiner und genauer man beobachten kann, um so besser verläuft die Meditation, weil man den Atem immer glatter machen kann, so dass es für den Geist immer angenehmer wird, bei ihm zu bleiben. Dann kann man dieses Gefühl der Behaglichkeit sich über den ganzen Körper ausbreiten lassen. Denkt vom Atem nicht nur als Luft, die in die Lunge hinein und wieder hinaus strömt, sondern als Energiefluss durch den ganzen Körper. Je feiner die Wahrnehmung, desto sensibler kann man sich auf diesen Fluss einstellen. Je sensibler man ist, desto glatter wird der Atem, desto erfreulicher und interessanter wird er, um sich dort aufzuhalten.

Das ist der grundlegende Kniff, wie man den Geist dazu bringt, sich im gegenwärtigen Augenblick niederzulassen -- man muss ihm etwas geben, bei dem er sich gerne aufhält. Wenn er gegen seinen Willen hier ist, dann verhält er sich wie ein Ballon, den man unter Wasser drückt. Solange man ihn gut im Griff hat, bleibt er unten, aber sobald man nur ein klein wenig abrutscht, flutscht er hoch aus dem Wasser. Wenn der Geist gezwungen wird, bei einem Objekt zu bleiben, das er in Wirklichkeit garnicht mag, wird er nicht dableiben. Sobald die Achtsamkeit auch nur ein wenig nachlässt, ist er weg.

Man kann es auch mit Eltern vergleichen, die ein Kind erziehen. Wenn die Eltern das Kind dauernd schlagen, wird es bei der ersten Gelegenheit von zuhause wegrennen. Selbst wenn sie die Fenster und Türen verriegeln, wird es nach einem Ausweg suchen. Sobald sie ihm den Rücken zukehren, ist es weg. Aber wenn die Eltern freundlich mit ihrem Kind umgehen -- wenn sie ihm gutes Spielzeug geben, es mit interessanten Sachen beschäftigen, viel Wärme und Liebe geben -- dann wird das Kind selbst dann zuhause bleiben wollen, wenn die Fenster und Türen weit offen sind.

So ist es auch mit dem Geist. Behandelt ihn freundlich. Gebt ihm etwas Gutes, um ihn im gegenwärtigen Augenblick zu halten -- angenehmes Atmen etwa. Vielleicht kann man nicht den gesamten Körper in einen angenehmen Zustand bringen, aber macht wenigstens einen Teil des Körpers angenehm und bleibt bei diesem Teil. Was die Schmerzen betrifft, sollen die im andern Teil sein. Sie haben jedes Recht, da zu sein, also arrangiert euch mit ihnen. Sie bleiben in einem Teil, ihr bleibt im anderen. Wichtig ist vor allem, dass ihr eine Stelle habt, wo sich der Geist fest, sicher und angenehm im gegenwärtigen Augenblick fühlt. Das sind die Anfangsschritte bei der Meditation.

Diese Art Meditation kann man für alle möglichen Zwecke einsetzen, aber der Buddha erkannte, dass der wichtigste Zweck ist, den Geist aus dem ganzen Kreislauf von Altern, Krankheit und Tod herauszuholen. Genau betrachtet, gibt es nichts wichtigeres. Es ist das große Lebensproblem, und doch neigt die Gesellschaft dazu, sich von den Problemen des Alterns, der Krankheit und des Todes zu distanzieren, sie beiseite zu schieben, weil andere Dinge dringlicher erscheinen. Einen Haufen Geld zu machen ist wichtiger. Zufriedenstellende Beziehungen zu haben ist wichtiger. Was auch immer. Und die großen Lebensfragen -- die Tatsache, dass man auf die Leiden und Erniedrigungen zusteuert, die mit einem alternden, kranken oder sterbenden Körper einhergehen -- werden verdrängt, zur Seite geschoben. "Noch nicht, noch nicht, vielleicht ein anderes Mal." Und natürlich, wenn das "andere Mal" dann da ist und diese Dinge akut werden, dann akzeptieren sie kein "noch nicht", dann lassen sie sich nicht mehr verdrängen. Wenn man sich nicht darauf vorbereitet hat, dann geht man völlig hilflos den Bach runter.

Das sind also die wichtigsten Dinge, auf die man sich vorbereiten sollte. Eine Menge anderer Sachen im Leben sind ungewiss, aber ein paar sind gewiss. Alter kommt. Krankheit kommt. Tod kommt mit Sicherheit. Wenn man also weiß, dass etwas mit Sicherheit kommen wird, dann muss man sich darauf vorbereiten. Und wenn man merkt, dass dies die wichtigste Frage im Leben ist, muss man sich anschauen, wie man sein Leben führt. Meditation -- die Praxis der Buddhalehre -- ist nicht bloß, dass man sich dann und wann mit geschlossenen Augen hinsetzt. Es geht darum, seine Prioritäten zu ordnen. Wie der Buddha sagte, wenn man sieht, dass es einen höheren Glücksgrad gibt, den man erreichen kann, wenn man niedrigere Formen des Glücks opfert, dann opfert man diese niedrigeren. Betrachtet euer Leben und woran ihr euch festhaltet, die kleinen Stellen, wo der Geist sein Vergnügen, aber keine wirkliche Zufriedenheit findet: sind das die Dinge, an denen ihr euch wirklich festhalten wollt? Sollen das die Faktoren sein, die euer Leben bestimmen?

Und dann kann man an Fragen von größerer Tragweite denken. Die Möglichkeit, ein Glück zu erfahren, das über Altern, Krankheit und Tod hinausgeht: soll das die erste Priorität in eurem Leben haben?

Das sind Fragen, die wir uns alle innerlich stellen sollten. Der Buddha gibt uns die Antworten nicht vor. Er setzt uns einfach auseinander, was die Lage ist. Er sagt, dass es die Möglichkeit zu einem Glück gibt, das über jenes Glück hinausgeht, das davon kommt, dass man einfach nur isst und schläft, sich um den Körper kümmert und sich's bequem macht. Diese Möglichkeit ist die gute Nachricht in der Lehre Buddhas, vor allem weil fast alle Welt sagt: "Na ja, das ist schließlich alles im Leben, also mach das beste draus. Sei mit diesen Augenblicksfreuden zufrieden und denk nicht an andere Sachen. Werd' nicht unzufrieden mit dem, was du hast." Wenn man über diese Haltung nachdenkt, dann ist das wirklich deprimierend, weil es ja nur bedeutet, dass man an sich rafft, was geht, bevor man stirbt. Und wenn man stirbt, kann man es nicht mitnehmen.

Aber der Buddha sagte, dass es eine Art von Glück gibt, eine Art des Wissens im Geist, die über Altern, Krankheit und Tod hinausgeht, und die durch menschliche Anstrengung gewonnen werden kann, wenn man es richtig macht. Das ist also sowohl eine gute Nachricht als auch eine Herausforderung. Gibt man sich damit zufrieden, ein normales Leben zu führen und seine Zeit zu verplempern? Oder nimmt man die Herausforderung an, sich um wichtigere Dinge zu kümmern, sich dieser Möglichkeit zu widmen?

Der Buddha war die Art von Person, die ihr Leben einsetzte. Er hatte keinen, der ihm sagte, dass es diese Möglichkeit gab, aber er dachte, dass die einzige Weise, in der das Leben Würde und Größe haben konnte, die war, wenn man ein Glück finden konnte, das nicht altert, nicht krank wird und nicht stirbt. Und er stieß auf all die Sachen, die er opfern musste, um dieses Glück zu finden. Also brachte er diese Opfer -- nicht, weil er diese Sachen opfern wollte, sondern weil es sein musste. Am Ende war er in der Lage zu finden, was er gesucht hatte. Das heißt, seine Lebensgeschichte und seine Lehre bedeuten eine Herausforderung für uns -- wie wollen wir unser Leben führen?

Hier sitzen wir nun zusammen und meditieren. Was werdet ihr mit einem ruhigen Geist tun, sobald er sich denn beruhigt hat? Wenn man möchte, kann man die Sammlungsübung einfach nur als Mittel zur Entspannung benutzen oder um die Nerven zu beruhigen. Der Buddha sagt jedoch, dass es da noch mehr gibt. Wenn der Geist wirklich ruhig ist, kann man tief in den Geist hineingraben und nach und nach alle Strömungen erkennen, die es darin im Untergrund gibt. Man kann beginnen, sie auseinander zu nehmen, und verstehen, was den Geist antreibt. Wo ist die Gier? Wo ist der Ärger? Wo sind die Täuschungen, die einen ständig um und um treiben? Wie kann man sie überwinden?

Das sind die Fragen, das sind die Themen, die man in der Meditation angehen kann -- solange man sich über deren Wichtigkeit im Klaren ist, solange man in ihnen seine wahren Prioritäten sieht. Wenn man dieses Gefühl nicht hat, fasst man sie besser nicht an, denn es sind gewichtige Angelegenheiten, und sie fauchen einen an, wenn man ihnen nahe kommt. Aber wenn man wirklich nachgräbt, stellt man fest, dass es nur Papiertiger sind. Ich habe einmal ein Buch über Meditation gesehen, in dem eine Zeichnung von einem Tiger war. Das Gesicht des Tigers war sehr realistisch -- die ganzen Einzelheiten waren sehr furchteinflößend -- aber der Körper bestand aus zusammengefaltetem Papier. Und das gilt für viele Angelegenheiten im Geist. Sie kommen auf einen zu und sehen wirklich furchterregend aus, aber wenn man sich nicht einschüchtern läßt, verwandeln sie sich in Origami.

Aber um sich von ihnen nicht einschüchtern zu lassen, muss man sich im Klaren sein, dass dies die wirklich wichtigen Fragen im Leben sind und dass man bereit ist, eine ganz gewaltige Menge ihretwegen aufzugeben. Man ist bereit, alles das aufzugeben, was auch immer aufgegeben werden muss. Das macht den Unterschied aus zwischen einer Praxis, die Resultate erzielt, die wirklich die Mauern im Geist niederreißt, und einer Praxis, die nur die Möbel im Zimmer neu anordnet.

Wenn man also die Meditation ausübt, entdeckt man, dass es nicht nur das "Wie", sondern auch das "Warum" gibt, und dass das "Warum" wirklich wichtig ist. Oft wird das "Warum" zur Seite gedrängt. Man befolgt einfach diese oder jene Technik, und was man damit macht, ist einem selber überlassen -- was in gewisser Weise ja auch stimmt, aber die Möglichkeiten nicht berücksichtigt. Wenn man die Möglichkeiten in den Rahmen einfügt, der von Buddhas Lehren gebildet wird, erkennt man die Werte, die der Übung zugrunde liegen. Man erkennt, wie tief die Übung reicht, wie viel sie erreichen kann, und was für eine gewaltige Aufgabe man da auf sich nimmt. Sie ist schon gewaltig, aber die Resultate sind ebenso gewaltig.

Und es handelt sich um drängende Fragen. Altern, Krankheit und Tod können jederzeit kommen, und man muss sich fragen: "Bist du vorbereitet? Bist du bereit zu sterben?" Fragt euch das in aller Ehrlichkeit, und wenn ihr nicht bereit seid, wo liegt das Problem? Was fehlt euch noch? Woran haltet ihr noch fest? Warum wollt ihr daran festhalten? Wenn der Geist sich beruhigt hat und still ist, dann kann man diese Fragen angehen. Und je tiefer man gräbt, desto mehr entdeckt man im Geist -- immer neue Schichten an Dingen, von denen man keine Ahnung hatte, und die schon wer-weiß-wie-lange das eigene Leben regiert haben. Man holt sie heraus, erkennt sie als das, was sie sind, und wird frei davon. Man bemerkt all die dummen Sachen, die das eigene Leben regiert haben, und die man von wer-weiß-woher aufgegabelt hat. Man kann niemand anderen dafür verantwortlich machen. Man hat sie sich selbst aufgeladen und nach ihrer Pfeife getanzt.

Wenn man nun entdeckt, dass es zu nichts führt, wenn man so weitermacht -- dass es besser ist, nicht mehr nach der Pfeife dieser Dinge zu tanzen, und dass man es auch nicht muss -- dann kann man sie loslassen. Und sie lassen einen selbst auch los. Übrig bleibt die vollkommene Freiheit. Der Buddha sagte, dass sie so vollkommen ist, dass man sie nicht einmal mit Worten beschreiben kann.

Das ist also die Möglichkeit, auf welche die Meditation hindeutet, und jeder von uns muss selbst entscheiden, wie weit er in dieser Richtung gehen will, wie sehr ihm sein wahres Glück, sein wahres Wohlergehen am Herzen liegt. Man sollte meinen, dass jeder sagen würde: "Natürlich liegt mir mein Glück und mein wahres Wohlergehen am Herzen." Aber wenn man sieht, wie die Leute ihr Leben leben, kann man erkennen, dass sie wirklich nicht allzu viel Energie oder Gedanken für die Suche nach dem wahren Glück aufwenden. Die Leute sehen gewöhnlich, wie andere Leute Dinge so oder so machen, und dann machen sie es genauso, ohne viel nachzufragen, als wäre das wahre Glück so unwichtig, dass man anderen Leuten die Wahl darüber für einen selbst überlassen könnte. Die Meditation jedoch stellt eine Gelegenheit dar, selbst nachzuschauen, was im Leben wirklich wichtig ist, und dann etwas dafür zu tun.

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« Last Edit: September 24, 2013, 02:29:12 PM by Johann »
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Schau, was du tust
« Reply #4 on: February 01, 2013, 10:29:07 AM »
Schau, was du tust
(Watch What You're Doing)
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Thanissaro Bhikkhu
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"Tage und Nächte fliegen vorbei, fliegen vorbei: Was tue ich gerade jetzt?"

Der Buddha bringt einen dazu, tagtäglich diese Frage zu stellen, sowohl um einen davon abzuhalten, selbstzufrieden zu werden, als auch zur Erinnerung daran, dass die Ausübung der Lehre ein Tun ist. Obwohl wir hier sehr ruhig sitzen, geht im Geist immer noch ein Tun vor sich. Da ist die Absicht, sich auf den Atem zu konzentrieren, die Absicht, diesen Fokus aufrecht zu erhalten, und die Absicht, darüber zu wachen, wie der Atem und der Geist sich verhalten. Meditation als Ganzes ist ein Tun. Selbst wenn man Unbewegtheit oder "eins mit dem Wissen sein" übt, ist immer noch ein Anteil Absicht vorhanden. Das ist das Tun dabei.

Das war eine der wichtigsten Einsichten Buddhas: selbst wenn man vollkommen still sitzt und beabsichtigt, nichts zu tun, ist immer noch die Absicht da, und die Absicht ist selbst ein Tun. Es ist ein Sankhara, etwas Gestaltetes. Das ist etwas, womit wir die ganze Zeit leben. Tatsächlich basiert unser ganzes Erleben auf Gestaltenstätigkeit. Die Tatsache, dass man diesen Körper spürt, Gefühle, Eindrücke, Gedankengebilde, Wahrnehmungen -- diese ganzen Ansammlungen: um sie im gegenwärtigen Augenblick erleben zu können, muss man ein Potenzial in etwas Tatsächliches umgestalten. Man gestaltet das Potenzial an Formen in das tatsächliche Erleben von Formen um, das Potenzial an Gefühlen in das tatsächliche Erleben von Gefühlen, und so weiter. Dieses Element des Gestaltens befindet sich ständig im Hintergrund. Es ist wie die Hintergrundstrahlung des Big Bang, die überall im ganzen Universum präsent ist und nicht weggeht. Das Element des Gestaltens ist immer vorhanden und formt unser Erleben, und es ist so beständig vorhanden, dass wir es nicht mehr wahrnehmen. Wir bemerken gar nicht, was wir da tun.

Was man bei der Meditation zu erreichen sucht, ist die Dinge so weit zu entkleiden, dass man die reinen elementaren Gestaltensakte, die sich im Geist vollziehen, erkennen kann, das Kamma, das man in jedem Augenblick erschafft. Wir machen den Geist nicht einfach nur deswegen ruhig, um einen angenehmen Ort zum Ausruhen zu haben, ein angenehmes Erlebnis der Leichtigkeit, um unsere angegriffenen Nerven zu beruhigen. Das mag ein Teil davon sein, aber es ist nicht die gesamte Übung. Der andere Teil besteht darin, genau zu sehen, was vor sich geht, das Potenzial des menschlichen Handelns zu erkennen: Was tun wir die ganze Zeit? Was sind die in diesem Tun enthaltenen Potenziale? Dann wenden wir dieses Verständnis des menschlichen Handelns an, um zu sehen, wie weit wir bei der Entledigung von unnötigen Beschwerden und Leiden kommen, die daraus resultieren, dass wir auf unrechte Weise handeln.

Es ist wichtig, uns das beim Meditieren immer wieder zu vergegenwärtigen. Erinnert euch: wir sind hier, um das menschliche Handeln zu verstehen, insbesondere unser eigenes menschliches Handeln. Sonst sitzen wir bloß da und hoffen, dass wir nichts tun müssen, einfach nur warten, bis uns irgend ein Imax-Erlebnis die Schädeldecke wegbläst, oder ein tolles warmes Gefühl des Einsseins in uns hochsprudelt. Und manchmal können solche Sachen unerwartet eintreten, aber wenn man nicht versteht, wie und warum sie eingetreten sind, helfen sie einem auch nicht viel weiter. Eine Zeit lang erquicken sie einen, oder sie erstaunen einen, aber dann gehen sie wieder weg, und man muss mit dem Verlangen zurechtkommen, sie wieder haben zu wollen. Und natürlich bringt sie kein noch so großes Verlangen wieder zurück, wenn es nicht von Verständnis begleitet ist.

Man kann menschliches Handeln nicht völlig fallenlassen, solange man das Wesen des Handelns nicht versteht. Das ist wirklich wichtig. Wir stellen uns gerne vor, dass wir einfach aufhören können zu tun, aufhören zu tun, aufhören zu tun, und dass sich die Dinge dann setzen, beruhigen und der Leere öffnen werden. Aber das ist eher ein Wegtreten als Meditation. Es gibt ein Element das Anhaltens in der Meditation, ein Element des Loslassens, aber man kann es nicht wirklich meistern, solange man nicht versteht, was man anzuhalten versucht, was loszulassen ist. Also haltet danach Ausschau. Wenn ihr aus einer guten Meditation kommt, steht nicht einfach auf, geht in die Küche, macht euch einen Kakao und legt euch wieder schlafen. Lasst das, was ihr getan habt, Revue passieren, um das Muster von Ursache und Wirkung zu verstehen, um genau zu erkennen, was ihr da gestaltet habt, während ihr den Geist in einen Zustand der Ruhe gebracht habt. Schließlich ist der Weg ja ein gestalteter Weg. Es ist die letztendliche Gestaltung. Wie der Buddha sagte, von allen Gestaltungen in der Welt ist der edle achtteilige Weg der höchste. Das ist der Weg, dem wir gerade jetzt zu folgen versuchen. Er ist etwas Zusammengesetztes, und ihr werdet das nicht verstehen, bis ihr das Zusammensetzen da erkennt, wo ihr es tut.

Also behaltet das immer im Hinterkopf: dass ihr hier etwas tut. Manchmal ist man schon enttäuscht, wenn man die ganze Stunde damit verbringt, den Geist wieder und wieder und wieder zum Atem zurückzuholen. Er schweift ab, und man holt ihn zurück, und wieder schweift er ab -- wann wird es endlich zu Ruhe und Frieden kommen? Nun, bevor es soweit kommen kann, muss man erst ein gewisses Verständnis entwickeln. Wenn ihr den Geist also zurückholt, versucht zu verstehen, was ihr da gerade tut. Wenn er abschweift, versucht zu verstehen, was da geschieht, wodurch ihr ihn ermutigt oder ihm erlaubt habt, abzuschweifen. Versucht vor allem die ganzen förderlichen und schädlichen Willensregungen aufzudecken, die zu diesem Hin-und-Her führen. Wenn ihr versteht, wie es zu diesem Hin-und-Her-Gehen des Geistes kommt, werdet ihr an einen Punkt gelangen, wo ihr ihn von diesem Hin-und-Her-Gehen abhalten könnt. Gleichzeitig werdet ihr die Art von Einblick erhalten, die man bei der Meditation entwickeln möchte: Einblick in das Handeln.

Der Buddha sagte, dass Einsicht damit zusammenhängt, den Prozess des Gestaltens, des Handelns zu verstehen, der ständig im Geist vor sich geht. Und alle Grundbausteine des Handelns findet man genau hier. Da ist die physische Gestaltung, die zur Handlung führt -- anders gesagt, der Atem. Ohne den Atem könnte man überhaupt keine andere physische Handlung ausführen. Dann gibt es verbale Gestaltung: Denken und Urteilen. Ohne sie wäre man nicht in der Lage, zu sprechen. Und dann gibt es geistige Gestaltung: Wahrnehmungen und Gefühle. Ohne sie hätte der Vorgang des geistigen Gestaltens keine Bausteine, mit denen er arbeiten könnte. Das sind zusammen die Grundformen des Handelns: physisch, verbal und geistig. Das heißt, wir führen sie hier alle zusammen, während wir den Geist mit dem Atem beschäftigen. Wir konzentrieren uns auf den Atem, richten unsere Gedanken auf den Atem, werten den Atem, sind uns der ganzen geistigen Benennungen bewußt, die als Kennzeichnungen für den Atem dienen, und all der Gefühle, die mit dem Atem einhergehen, angenehmen und unangenehmen. Alle Grundbausteine sind genau hier vorhanden.

Diese Bausteine sind keine Dinge, sondern Handlungen. Man könnte sie Grundhandlungseinheiten nennen. Diese Dinge muss man zusammenbringen, um den Geist dazu zu bewegen, sich zu beruhigen. Andernfalls geht er los und klügelt sich alle Arten von Scheinwelten als Heimat aus, so dass seine Aufmerksamkeit von den Grundhandlungseinheiten abgelenkt wird, weil er lieber in deren Endprodukten leben möchte. Also erinnert man sich immer wieder daran, auf diese Stufe zurückzukehren, zurückzukehren, zurückzukehren, wo die grundlegenden Dinge vor sich gehen, und man versucht diese Dinge geschickt einzusetzen, um den Geist zur Ruhe zu bringen. Es ist ein absichtliches Zur-Ruhe-Bringen, also gibt es sogar im Still-Sein ein Element des Tuns, aber es ist ein Tun, das Erkenntnis bezweckt. Das meiste was wir tun, bezweckt Unkenntnis. Es erwächst aus Unkenntnis und steuert auf Unkenntnis zu; es überdeckt unsere Absichten, damit wir die Anstrengung vergessen können, die in das Tun fließt, und stattdessen einfach nur die durch unser Tun als Endprodukte geschaffenen Erlebnisse genießen können.

Manche Leute glauben, dass der Buddhismus eine Religion von Erfahrungen ist. Wenn wir hierherkommen, möchten wir eine religiöse Erfahrung machen, wir möchten ein Erlebnis der Befreiung oder ein Erlebnis des Friedens haben. Tatsächlich beabsichtigt der Dhamma jedoch, uns über unsere unablässige Gewohnheit hinauszuführen, Erlebnisse zu erzeugen und zu konsumieren. Und dazu müssen wir das Wesen des Handelns verstehen, das dem Erzeugen und Konsumieren zugrunde liegt, müssen wir genau erkennen, was es heißt, ein handelndes menschliches Wesen zu sein. Was bedeutet es, zu handeln? Wie handelt der Geist? Was ist eine Willensregung? Warum hat der Geist Willensregungen? Sind diese Vorgänge wirklich angenehm, oder sind sie beschwerlich? Wie wäre es, wenn wir sie nicht ausführen müssten? Wir müssen diese Dinge untersuchen, wir müssen diese Vorgänge verstehen, bevor wir da hinkommen können, wo wir eigentlich hin wollen. Wenn man das menschliche Handeln nicht versteht, kann man die äußersten Grenzen des menschlichen Handelns nicht ausloten. Man kann nicht verstehen, wie weit einen menschliches Handeln bringen kann. Deshalb sind wir hier, um das zu ergründen, sind wir hier, um von unseren Handlungen zu lernen.

Diese Lehre vom Handeln gibt es so nur in Buddhas Lehre -- dieses Verständnis, was eine Handlung ist, und wie weit eine Handlung gehen kann. Es lässt sich leicht sagen, dass alle großen Religionen auf Erfahrungen ausgerichtet sind, die über das hinausgehen, was Worte beschreiben können. Klingt gut. Sehr freundlich. Sehr ökumenisch. Aber wenn man vergleicht, was die verschiedenen Religionen über das Handeln sagen -- was es bedeutet zu handeln, was die Potenziale des menschlichen Handelns sind --, dann erkennt man, dass sie sich stark unterscheiden. Einige Lehren sagen, dass wir überhaupt nicht wirklich handeln, dass eine äußere Macht durch uns handelt, dass alles vorherbestimmt ist. Andere sagen, dass wir schon handeln, aber dass unsere Handlungen keine echten Auswirkungen haben. Oder dass das, was wir tun können, um wahres Glück zu erwirken, nur beschränkt ist, und dass wir deshalb die Hilfe einer äußeren Macht benötigen. Man kann diese verschiedenen Lehren nicht in einen Topf werfen und so tun, als ob die Unterschiede nicht zählen. Tatsache ist: sie passen nicht zusammen. Sie sind fundamental entgegengesetzt. Sie widersprechen sich.

Aus genau diesem Grund betonten die frühen Buddhisten immer wieder, dass die Lehre über das Handeln das war, was den Buddhismus zu etwas Besonderem machte, dass hier die wichtigste Frage lag, wo man eine Entscheidung treffen und Stellung beziehen muss. Deswegen waren Buddhas letzte Worte, dass wir achtsam bleiben sollen. Er beendete seine Lehrtätigkeit nicht mit ein paar billigen Sprüchen über Leerheit oder Nibbana. Er sagte, wir sollen achtsam sein -- unsere Handlungen als wichtig ansehen, und dieser Wichtigkeit zu jeder Zeit eingedenk sein

Hier muss man also eine Entscheidung treffen: auf welche Theorie des Handelns gedenkt man seine Hoffnungen zu setzen? Darauf heißt es sich einzulassen, wenn man seine Zuflucht zum Dreifachen Juwel nimmt: die Leere vom Handeln, die Kamma-Lehre. Die Zufluchtnahme ist keine sentimentale, unverbindliche, feige Ausflucht. Es ist der Akt, mit dem man volle Verantwortung für seine Entscheidungen und die Absichten dahinter übernimmt. Wie weit gedenkt man mit seinen Handlungen zu gehen? Bis zu welcher Grenze will man vorstoßen? Das sind die Fragen, die wir alle für uns beantworten müssen, und niemand kann uns die Antwort vorgeben. Aber vergesst eines nicht: Der Buddha sagte, dass menschliches Handeln zum Ende des Handelns führen kann -- anders gesagt, dess es zu einer Dimension im Geist führen kann, wo es letzten Endes keine Absicht mehr gibt. Das ist das höchste Glück, sagt er. Nun, wir können diese Aussage lediglich als historische Kuriosität betrachten oder wir können in ihr eine persönliche Herausforderung sehen. Es liegt an uns.

Zum mindesten, wenn ihr hier sitzt und meditiert, und die Dinge sich nicht richtig zu entwickeln scheinen, dann macht nicht das Wetter dafür verantwortlich. Macht nicht die Tageszeit dafür verantwortlich. Schaut euch einfach nur an, was ihr gerade tut. Betrachtet das Rohmaterial, mit dem ihr arbeiten müsst, und euer Geschick, aus diesem Rohmaterial einen Zustand der Ruhe zu gestalten. Aus buddhistischer Sicht kommt dieses Rohmaterial von früheren Handlungen. Man kann an der Tatsache nichts ändern, dass es genau dieses Rohmaterial ist, das man zur Verfügung hat, aber man kann dieses Rohmaterial auf verschiedene Art und Weise gestalten. Diese Wahlfreiheit ist immer da. Wenn es bei eurer Meditation also nicht klappt, schaut euch eure Absichten an, um zu sehen, was ihr möglicherweise ändern könnt. Betrachtet eure Wahrnehmungen, die Fragen, die ihr im Geist stellt. Experimentiert. Improvisiert. Findet heraus, was einen Unterschied macht.

Wenn die Dinge gut laufen, versucht, das aufrecht zu erhalten. Findet heraus, wie man dieses Wohlgefühl noch weiter ausbauen kann. Das ist Richtige Anstrengung. Hier treffen wir auf das Element der Absicht, das Element des Handelns direkt in unserem eigenen Geist. Wenn ihr hier sitzt und euch darüber beklagt, dass es nicht gut läuft bei eurer Meditation, ist das eure Entscheidung: ihr entscheidet euch dazu, euch zu beklagen. Ist das die geschickteste Art, damit umzugehen? Wenn nicht, dann versucht doch etwas anderes. Diese Freiheit habt ihr immer.

Wenn die Dinge gut laufen, hat man auch immer die Wahl, selbstzufrieden zu werden. Wohin führt es einen, wenn man selbstzufrieden wird? Man kann sich entscheiden, die Dinge zu stark, zu wenig oder genau richtig zu handhaben. Die Wahlmöglichkeiten gibt es. Es ist wichtig, sich das zu merken. Sonst finden wir uns in einer bestimmten Situation gefangen, und uns fällt nichts ein, um dort herauszukommen, weil uns das Spektrum der verfügbaren Möglichkeiten nicht gegenwärtig ist.

Versucht, euer Gespür für diese Möglichkeiten so frisch wie möglich zu erhalten, damit das Tun bei der Meditation zu einem geschickten Tun wird und nicht bloß zu einem Hin-und-her-Schwanken. Man schaut hin, man beobachtet, man untersucht diese Frage: "Was heißt es, eine Absicht zu haben? Wie kann ich die Wirkungen meiner Absichten erkennen? Wo zeigen sie ihre Wirkungen?" Sie zeigen ihre Wirkungen sowohl im Zustand eures Geistes als auch bei eurer Atmung; schaut also genau dort hin, macht eure Anpassungen genau dort.

Und selbst wenn ihr nicht bewußt über das Wesen des menschlichen Handelns nachdenkt, lernt ihr eine Menge über euer eigenes Handeln, indem ihr mit dem Atem arbeitet, indem ihr versucht, den Geist beim Atem zu halten, indem ihr versucht, den Atem zu einem guten Aufenthaltsort für den Geist zu machen. Ihr spielt hier mit den Grundelementen des menschlichen Handelns herum wie ein Junge, der zum ersten Mal mit einer Gitarre herumprobiert: wenn der Junge gut aufpasst, verwandelt sich das Herumprobieren nach einiger Zeit in Musik. Je besser ihr acht gebt bei eurer Beschäftigung mit dem Atem, desto mehr wird sich euer Herumprobieren in einen Prozess des Entdeckens verwandeln.

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« Last Edit: September 24, 2013, 02:29:49 PM by Johann »
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Die interaktive Gegenwart
« Reply #5 on: February 01, 2013, 10:34:54 AM »
Die interaktive Gegenwart
(The Interactive Present)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
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Bei dem Versuch, sich im gegenwärtigen Augenblick niederzulassen, stößt man machmal auf Knüppel, Steine und Dornen. Sie können sowohl im Körper als auch im Geist liegen, und man muss sein Bestes tun, um mit ihnen klar zu kommen. Es wäre fein, wenn man bloß einigen einfachen Schritt-für-Schritt-Anweisungen zu folgen brauchte: 1,2,3,4, erst macht man das, und dann macht man das, und schon hat man das Ergebnis, ohne dass man selber etwas herausfinden müsste. Und manchmal gibt es solche Anweisungen in Büchern über die Meditation — aber oft geht der Geist eben andere Wege. Im Idealfall sollte man erst den Geist sich setzen und ruhig werden lassen, und dann schwierige Themen angehen, aber manchmal muss man sich halt erst einmal mit einigen Schwierigkeiten befassen, bevor man zur Ruhe kommen kann.

Es ist nicht bloß so, dass Einsichtsvermögen Sammlung erfordert. Sammlung erfordert auch Einsichtsvermögen — aus eigener Erfahrung zu wissen, welche Themen man umgehen kann und wie, und wie man die behandelt, die man unmittelbar angehen muss, bevor man den Geist sich setzen lassen kann.

Wenn akute Lust oder akuter Ärger den Geist beherrschen, muss man sich darum kümmern. Man kann nicht so tun, als wären sie nicht da. Man kann sie nicht in die Ecke drängen, denn sie springen einen ständig aus der Ecke heraus an. Also ruft man sich die Nachteile dieser Art zu denken ins Gedächtnis; man sucht nach den Denkfehlern, der mangelnden Logik in solchen Denkweisen. Oft fallen solche Gedanken einfach mit Vehemenz über einen her, genau wie ein Streitsüchtiger durch Vehemenz seine Unvernunft übertönt.

Also schaut man sich seine Lust, schaut seinen Ärger, schaut seine Ängste an und versucht zu erkennen: "Was sagen sie denn eigentlich?" Manchmal muss man ihnen eben zuhören. Wenn man ganz sorgfältig zuhört, wird man nach einer Weile erkennen, dass sie keinen Sinn machen. Wenn man das sehen kann, wird es viel leichter, sie abzulegen. Wenn sie wiederkommen, sagt man: "Ihr ergebt ja überhaupt keinen Sinn." Man hat dann eine Handhabe gegen sie.

Genauso mit körperlichen Schmerzen. Manchmal gibt es Schmerzen im Körper, wenn man sich zur Meditation hinsetzt, ohne dass sie mit der Meditationsstellung zusammenhängen. Sie sind einfach da, egal welche Stellung man einnimmt. Also muss man lernen, wie man damit umgeht. Konzentriert euch auf andere Teile des Körpers, damit ihr zumindest ein wenig das Gefühl habt, einen Brückenkopf im Jetzt zu haben, einen Ort, wo ihr bleiben könnt und euch in Ordnung fühlt. Dann arbeitet ihr von dieser Position der Stärke aus weiter. Sobald ihr spürt, dass der Atem gleichmäßig und angenehm fließt, lasst ihr ihn sich von dort aus in andere Teile des Körpers ausbreiten, durch den Teil hindurch, wo Schmerzen sind, und bei den Füßen und Händen hinaus.

Man merkt allmählich, dass diese Dornen in der Gegenwart nicht einfach etwas Vorgegebenes sind. Es muss einen Teil von einem selbst geben, der sie unterstützt, der aus ihnen ein Problem macht. Sobald man das erkennt, kommt man viel leichter mit den Dornen zurecht.

Manchmal gibt es Schmerzen im Körper, und die Art, wie man atmet, erhält sie tatsächlich aufrecht. Manchmal besteht das Problem in der eigenen Angst, dass sie sich ausbreiten könnten, weswegen man eine kleine Kapsel aus Anspannung darum herum aufbaut -- und obwohl diese Kapsel aus Anspannung die Ausbreitung der Schmerzen verhindern mag, erhält sie sie gleichzeitig am Leben. Die Atemenergie fließt dort nicht reibungslos, und das trägt dazu bei, die Schmerzen aufrecht zu erhalten. Wenn man sich dabei ertappt, dass man so etwas tut, führt das zu einer interessanten Einsicht: Der gegenwärtige Augenblick ist nicht einfach etwas Vorgegebenes. Man nimmt daran teil. Die eigene Absicht formt ihn mit.

Dann kann man hergehen und das gleiche Prinzip auf den Geist anwenden. Wenn Lust oder Ärger vorhanden sind, mag ein Teil davon vielleicht von früherer Gewohnheit herrühren, ein anderer Teil aber stammt von der eigenen gegenwärtigen Beteiligung. Bei der Lust ist dies leicht zu verstehen. Man genießt sie, und deswegen möchte man damit weitermachen. Tatsächlich genießt nur ein Teil des Geistes, während ein anderer Teil leidet. Den Teil, der leidet, sollte man nach vorne bringen, ihm Stimme verleihen, ihm Raum geben, sich auszudrücken.

Das ist in unserer Kultur besonders notwendig. Wer nicht seiner Lust frönt, gilt als repressiv und verbirgt wohl allerhand schrecklich entstellte Kreaturen im Kellerstübchen. Deswegen lässt man dem Teil des Geistes, der aufblüht, wenn er von der Lust befreit wird, keine Chance. Er wird an den Kellerrand gedrängt. Er wird zum unterdrückten Teil. Aber wenn man den Teil des Geistes, der die Lust so richtig genießt, heraussucht und sagt: "He, Moment mal, was ist das überhaupt für ein Vergnügen? Was ist denn mit der Anspannung da drüben? Was ist mit dem Unbehagen da drüben? Dieses Gefühl des Unbefriedigtseins, das mit der Lust einhergeht, diese Trübheit im Geist, die von der Lust herrührt -- was ist damit?" -- wenn man das tut, kann man den Teil des Geistes ins Licht rücken, welcher die Lust in der Tat nicht genießt. Dann hat man eine größere Chance, mit der Lust klar zu kommen und sich ihrer Diktatur zu entwinden.

Genau so mit Ärger: versucht, den Teil des Geistes zu finden, der den Ärger genießt. Seht, welche Art von Glück er davon bezieht, dass er sich dem Ärger hingibt. Seht, wie lausig und armselig dieses Glücksgefühl ist. Auf diese Weise stärkt ihr den Teil des Geistes, der eigentlich nicht mitspielen möchte.

Das gleiche gilt auch für andere Gefühlsregungen wie Angst und Gier: sobald ihr den Teil des Geistes gefunden habt, der sie genießt -- der sich daran beteiligt und sie genau jetzt am Leben erhält -- lernt, ihm die Grundlage zu entziehen. Lernt, wie man den Teil verstärkt, der nicht mitspielen möchte.

Dann kann man anfangen und das gleiche Prinzip auf positive Geisteszustände anwenden, diejenigen, welche man entwickeln möchte. Wenn ihr euch desjenigen Teils des Geistes bewusst seid, der nicht beim Atem bleiben möchte, versucht den Teil des Geistes zu finden, der es möchte, der die Gelegenheit, sich zu sammeln und seine Lasten abzulegen, wirklich zu schätzen weiß. Das Potenzial dazu ist vorhanden, man legt nur kein Gewicht darauf.

Lernt also, euch selber aufmunternde Reden zu halten. Leicht zu entmutigen sind die Leute, welche diese Fähigkeit nicht gelernt haben. Man muss lernen, wie man sich selbst ermutigt: "Siehst du? Du hast es geschafft. Du hast den Geist zurückgeholt. Mal sehen, ab du es das nächste Mal wieder kannst. Mal sehen, ob du es noch schneller schaffst." Das ist die Art von Ermutigung, die man braucht, die Sorte, die einen dabei bleiben läßt, wenn es darum geht, Sammlungszustände zu entwickeln. Wenn die Gegenwart nicht einfach etwas Vorgegebenes ist, warum lernt man denn dann nicht, wie man eine gute Gegenwart formt? Legt mehr Gewicht auf die positiven Sachen, damit sie wirklich stärker werden. Auf diese Weise stellt man fest, dass man immer weniger das Opfer äußerer Umstände ist. Man spielt eine immer stärkere, positivere Rolle bei der Gestaltung des eigenen Erlebens der Gegenwart.

Wir sprechen häufig davon, dass man letzten Endes diese Beteiligung an der Gegenwart aufgeben sollte, um sich für das Todlose zu öffnen. Aber bevor das geht, muss man erst einmal geschickt darin werden, wie man sich am gegenwärtigen Augenblick beteiligt. Man kann nicht unvermittelt von ungeschickter Beteiligung zum höchsten Geschick springen, mit dem man lernt, wie man sich für das Todlose öffnet. Man muss alle Zwischenstadien des Lernens durchlaufen, wie man aus der Gegenwart ein positiveres Erlebnis macht — durch die Art, wie man atmet, die Art, wie man sich auf den Atem konzentriert, die Art, wie man mit den verschiedenen Zuständen, positiven und negativen, umgeht, die im Geist hochkommen. Man muss erst lernen, ein besserer Lenker im Umgang mit dem Jetzt zu werden, bevor man die noch schwieriger zu meisternden Fähigkeiten entwickeln kann, mit denen man lernt, diese Beteiligung insgesamt auseinander zu nehmen.

Wenn ihr euch also hinsetzt, um zu meditieren, müsst ihr euch klar machen, dass nicht alles fest vorgegeben ist. Ihr seid gerade jetzt daran beteiligt. Welche Art der Beteiligung wollt ihr entwickeln? Welche Art der Beteiligung wollt ihr aufgeben, fallenlassen?

Diese Schmerzen — die Steine und Dornen und all die anderen Dinge, die es schwer machen, sich zu sammeln: sie sind nicht einfach etwas Vorgegebenes. Das Element der eigenen Beteiligung trägt dazu bei, die Steine zu erzeugen, trägt dazu bei, die Dornen zu schärfen. Wenn man sich die eigene Mithilfe dabei bewußt machen kann und diese Gewohnheit wieder aufgeben kann, wird es für einen erheblich leichter, sich zu sammeln und gesammelt zu bleiben. Man kann deutlicher sehen, was vor sich geht, und man wird immer fähiger, mit der Gegenwart umzugehen.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:29:56 PM by Johann »
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« Reply #6 on: February 01, 2013, 10:36:08 AM »
Stellt euch vor
(Imagine)
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Thanissaro Bhikkhu
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Psychologen haben Leute studiert, die eine Fertigkeit meisterhaft beherrschen, und versucht herauszufinden, warum manche Leute eine bestimmte Fertigkeit einfach nur sehr gut können, während andere Leute sie wirklich meisterhaft beherrschen. Eine ihrer Entdeckungen ist, wenn Leute eine Fertigkeit wirklich bis zur Meisterschaft bringen sollen, dann muss sie ihre Fantasie beflügeln. Sie denken gerne darüber nach. Sie experimentieren gerne mit unterschiedlichen Konzepten und Herangehensweisen an die Fertigkeit und versuchen, sie auf ungewöhnliche und unvorhergesehene Weise anzuwenden. Und obwohl wir oft nicht glauben wollen, dass bei der Meditation Fantasie im Spiel ist — tatsächlich glauben wir, dass Meditation und Fantasie einander ausschließen — stimmt das in Wirklichkeit garnicht. Damit man die innere Sammlung vollendet beherrschen lernt, muss sie die Fantasie genauso in ihren Bann ziehen wie es bei jeder anderen Fertigkeit der Fall ist.

Wenn man innere Sammlung übt, was macht man da? Man erzeugt einen Geisteszustand. Dazu braucht man Fantasie, Vorstellungskraft. Der edle achtfache Weg insgesamt ist etwas Gestaltetes, etwas Zusammengefügtes. Er bringt einen in die Gegenwart, aber wenn man erst in der Gegenwart ist, entdeckt man, wie stark die eigenen Absichten jeden gegenwärtigen Augenblick beeinflussen. Die Praxis des Weges ist so angelegt, dass man sich dieser Tatsache immer mehr bewußt wird: dass man sieht, wie man die Dinge zusammenfügt, dass man die Dinge so zusammenfügen kann, dass Leiden entsteht, oder dass man beim Zusammenfügen der Dinge geschickter werden kann, so dass immer weniger Leiden daraus entsteht, bis man schließlich an den Punkt gelangt, wo alles auseinander genommen wird und kein Leiden übrig bleibt.

Aber um bis zu diesem letzten Punkt zu gelangen, muss man verstehen, was man tut. Man kann nicht einfach beschließen, dass man überhaupt nicht beteiligt sein will am gegenwärtigen Augenblick und lediglich ein Zuschauer sein wird, ohne sich zu beteiligen, denn was dann geschieht, ist, dass die eigene Beteiligung in den Untergrund geht. Man sieht sie nicht, aber sie ist noch da. Stattdessen muss man sich also sehr offen die Tatsache eingestehen, dass man den gegenwärtigen Augenblick schon allein dadurch formt, dass man auswählt, worauf man sich konzentriert. Genau da findet eine Entscheidung statt: die Empfindungen, auf die man sich konzentriert, und die Art und Weise, wie man sich darauf konzentriert, werden das Erlebnis des gegenwärtigen Augenblicks formen. Man erzeugt einen Zustand des Werdens — das Pali-Wort dafür ist bhava —, und obwohl eines der Dinge, die wir zu überwinden lernen möchten, der Prozess des Werdens ist, können wir diesen Prozess nicht einfach fallen lassen. Wir müssen ihn verstehen, bevor wir ihn loslassen können. Wir müssen ihn verstehen, bis wir ernüchtert von ihm ablassen. Um das zu erreichen, müssen wir ständig immer mehr und mehr dieser Zustände erzeugen, aber wir müssen eine Art von Zustand erzeugen, bei dem zu bleiben angenehm ist, der leicht zu analysieren ist, leicht auseinanderzunehmen ist — und das ist der Grund, warum wir innere Sammlung üben.

In Bangkok fragte einmal ein älterer Mönch Ajahn Lee: "Wenn man innere Sammlung übt, schafft man da nicht Zustände des Werdens im Geist?" Und Ajahn Lee antwortete: "Ja, genau das macht man." Er fügte hinzu, dass man den Vorgang nicht auseinandernehmen kann, bevor man ihn nicht wirklich gut beherrscht. Er sagte: "Es ist, als hätte man eine Henne, die Eier legt. Einige von den Eiern nimmt man zum Essen, während man die anderen aufschlägt und untersucht." In anderen Worten: ein Teil der Rolle, den die innere Sammlung spielt, besteht darin, den Geist zu ernähren, während man auf dem Weg voranschreitet. Der andere Teil besteht darin, einem etwas zum Untersuchen zu liefern, wobei der Geist gleichzeitig in eine Lage versetzt wird, wo er diese gegenwärtigen Zustände auseinandernehmen kann.

Eingedenk dieser Tatsache, schaut euch also an, wie ihr den gegenwärtigen Augenblick zusammenfügt. Ihr könnt wählen, wisst ihr: unterschiedliche Dinge, auf die man sich konzentrieren kann, unterschiedliche Arten, um sich darauf zu konzentrieren. Wenn man sich auf den Atem konzentriert, entdeckt man, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, den Atem zu erfassen und über ihn zu wachen: wie man die Eindrücke bezeichnet, die man beim Atmen hat, wie man die Länge eines Atemzugs beim Einatmen einschätzt: als lang genug, als zu lang, als zu kurz. Viele dieser Entscheidungen laufen quasi automatisch ab, aber beim Meditieren hat man die Gelegenheit, sie zu untersuchen. Man kann sie sorgfältig betrachten und sie abändern, um zu sehen, ob es geeignetere Kriterien für die Entscheidung gibt, wie lange ein zufriedenstellend langer Atemzug beim Einatmen ist, welche Anzeichen es gibt, dass der Atemzug genau die richtige Länge hat. Das gleiche gilt beim Ausatmen, die Tiefe, der Rhythmus, die Beschaffenheit des Atems.

Es gibt hier vieles, um damit zu spielen, und das Wort "spielen" ist wichtig, denn der Vorgang soll einem ja Spaß machen. Andernfalls ist keine Begeisterung für die Meditation da; man spult sein Programm ab, weil es gerade Zeit ist, zu meditieren. Und wenn da keine Begeisterung, kein Spaß bei dem ist, was man tut, hat man es schwer, bei der Sache zu bleiben. Der Geist verliert bald das Interesse, langweilt sich und sucht nach etwas anderem, um darüber nachzudenken, irgend etwas anderes, um die Stunde auszufüllen. Und so kommt es dazu, dass man die Stunde mit Füllmaterial ausfüllt — Stroh, Papierschnipsel und Styroporkügelchen — Dinge, die einem nicht annähernd soviel helfen, wie wenn man den Atem kennenlernt. Wir sind nicht bloß hier, um die Zeit irgendwie hinter uns zu bringen. Wir sind hier, um zu sehen, wie der Geist sich selbst unnötiges Leiden schafft, und um zu lernen, wie man damit aufhört.

Eine mögliche Hilfe, um den Vorgang zu verstehen, besteht darin, sich anzusehen, was die Analyse des Vorstellungsvermögens durch Psychologen ergeben hat. Sie haben entdeckt, dass vier Fähigkeiten daran beteiligt sind. Die erste besteht darin, dass man ein Bild im Geist erzeugen kann — einfach ein Bild der einen oder anderen Art aufsteigen zu lassen. Die zweite besteht darin, das Bild aufrecht erhalten zu können. Die dritte darin, es untersuchen zu können, seine Einzelheiten zu betrachten, einige seiner Verzweigungen zu erforschen. Und die vierte Fähigkeit besteht schließlich darin, das Bild abwandeln zu können, Änderungen vorzunehmen und es dann erneut zu untersuchen, um zu sehen, was die Veränderung bewirkt. Und obwohl es den Psychologen, die diese vier Fähigkeiten entdeckt haben, vor allem um mentale Bilder im Geist ging, werdet ihr entdecken, dass jede Art von kreativer Tätigkeit — Schreiben, Komponieren oder was auch sonst — die gleichen vier Schritte beinhaltet.

Wenn man die vier Schritte mit der inneren Sammlung vergleicht, stellt man fest, dass sie hier ebenfalls anwendbar sind. Tatsächlich entsprechen sie den vier Erfolgsgrundlagen: Motivation, Beharrlichkeit, Nachdruck und Einfallsreichtum.

In Bezug auf die innere Sammlung entspricht der erste Schritt dem Hervorrufen eines wohltuenden, angenehmen Zustandes genau jetzt im gegenwärtigen Augenblick. Könnt ihr das? Ihr könnt, wenn ihr wollt. Wie der Buddha sagte, wurzeln alle Erscheinungen im Verlangen. Wie benutzt man also das Verlangen dazu, diesen angenehmen Zustand hervorzurufen? Man kann den Atem anpassen. Man kann seine Aufmerksamkeit unterschiedlich ausrichten. Atmet auf solche Weise, dass wenigstens in einem Teil des Körpers sich ein angenehmes Gefühl entwickelt.

Der nächste Schritt, sobald ihr gelernt habt, diesen Zustand zu erzeugen, ist dann, ihn beizubehalten, ihn aufrecht zu erhalten. Und ihr werdet entdecken, dass man Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart, Stetigkeit dazu braucht. Manchmal kommt es einem vor wie beim Surfen: die Welle unter einem verändert sich, aber man lernt, das Gleichgewicht zu halten. Anders gesagt, was der Körper braucht, wird sich ändern, aber trotz dieser Änderungen kann man die angenehme Empfindung beibehalten. Am Anfang, wenn man sich hinsetzt, braucht der Körper vielleicht eine recht hohe Atemfrequenz, um sich wohlzufühlen, aber wenn man sich dann besser fühlt, ändern sich die Bedürfnisse des Körpers. Also muss man lernen, die Änderung an der Welle auszugleichen. Ändert die Atemfrequenz so, dass sie für den Körper genau richtig ist, und zwar jetzt und jetzt und jetzt. Dadurch wird man immer sensibler dafür, dass die Bedürfnisse des Körpers sich ändern, aber dass man lernen kann, ein bestimmtes Gleichgewicht zu halten, indem man immer feinfühliger auf diese Bedürfnisse eingeht und so atmet, wie der Körper es braucht. Natürlich sagt der Körper beim Sitzen nicht: "Ich brauche dies, ich brauche jenes", aber man erkennt die Anzeichen immer besser, die Empfindungen, die einem sagen, dass bestimmte Körperteile nach Atemenergie hungern, und dann kann man bewusst in diese hineinatmen.

Der dritte Schritt ist Einsichtnahme. Man betrachtet den Zustand im Körper: gibt es noch Stellen, die sich unbequem, verkrampft, angespannt anfühlen? Nun, dann sollte man herausfinden, wie man den Atem entsprechend abändert. Das ist der vierte Schritt. Der dritte und der vierte Schritt geschehen in diesem Wechselspiel: hat man etwas geändert, schaut man wieder nach, ob es mit der Änderung besser geworden ist, oder ob es schlechter geworden ist. Wenn es sich verschlechtert hat, kann man versuchen, etwas anderes zu ändern. Beobachtet ständig weiter, macht ständig weitere Anpassungen. In Pali heißt das vicara, Abwägen. Und indem alles immer reibungsloser abläuft, stellt man bald fest, dass der so geschaffene Bereich, in dem man sich wohl fühlt, sich allmählich ausweitet. Beim Einatmen kann man spüren, dass die Atemenergie im Körper mit allen seinen Körperteilen verbunden ist. Man atmet aus und spürt, wie die Energie eine zusammenhängende Einheit bildet; die eigene Wahrnehmung füllt den ganzen Körper aus, durchtränkt ihn.

Schließlich gelangt man an einen Punkt, wo sich der Atem tatsächlich nicht mehr verbessern lässt. So wie er ist, ist er gerade richtig. Wie Ajaan Fuang einmal sagte, es ist, als würde man Wasser in einen Krug gießen. Schließlich erreicht man den Punkt, wo der Krug gefüllt ist, und man kann so viel Wasser hinzugießen, wie man will, voller wird er nicht. Also hört man auf, Wasser nachzugießen. Genauso ist es mit dem Atem: wenn man den Punkt der Fülle erreicht hat, hört man auf, ständig noch mehr Anpassungen, noch mehr Änderungen vorzunehmen. Man kann einfach so beim Atem bleiben. Ab dann ist es eher eine Frage, wie sich der Geist zum Atem verhält, ob er das Gefühl hat, etwas vom Atem Verschiedenes zu sein und ihn zu beobachten, oder ob er weiter mit dem Atmen verschmilzt. In dem Maße, in dem er darin aufgeht, wird sich auch die Atemfrequenz ändern, aber nicht so sehr deswegen, weil man bewußt eine Entscheidung trifft, sie zu ändern, sondern einfach, weil das Verhältnis zum Atem sich geändert hat.

Indem man immer vollständiger mit Körper und Atem verschmilzt, entwickelt man ein tiefes, festes Gefühl der Einigkeit und Leichtigkeit. Der Atem verfeinert sich immer mehr, bis er schließlich stehen bleibt, nicht weil man ihn gezwungen hätte, aufzuhören, sondern weil der Geist so weit verlangsamt wurde, dass er immer weniger und weniger Sauerstoff braucht. Der Sauerstoffaustausch über die Haut reicht aus, um den Körper zu versorgen, so dass er nicht mehr ständig ein- und auspumpen muss. Ajaan Lee vergleicht diesen Zustand mit einem Eiswürfel, der Wasserdampf abgibt: der Körper fühlt sich sehr ruhig an, aber an seinen Rändern gibt es einen Dunst, den man beim Ein- und Ausatmen spürt. Dann hört nach einer Weile sogar das auf, und alles ist vollkommen ruhig.

Dies alles fängt damit an, dass man diese Stelle im Körper schafft, bei der man gerne konzentriert verweilt. Dann lernt, wie man es aufrecht erhält. Dann untersucht, um zu erkennen, wie man es ausweiten kann, wie man es stabiler machen kann. Und dann auf verschiedene Weisen anpasst: indem man seine Fantasie, sein Vorstellungsvermögen einsetzt, um zumindest die Möglichkeit ins Auge zu fassen, dass der Atem noch angenehmer werden könnte, dass der Atem den Körper ausfüllen und durchtränken könnte. Man könnte sich etwa vorstellen, dass alle Körperzellen im Atem gebadet würden — was einem auch einfallen mag, um sich den Atem immer angenehmer vorzustellen, immer besser zum Verweilen geeignet.

Auf diese Weise finden die vier Aspekte des Vorstellungsvermögens Anwendung auf das, was ihr hier gerade tut, obwohl es hier nicht darum geht, ein geistiges Bild hervorzurufen. Manchmal gibt es dabei auch geistige Bilder im Hintergrund, aber man ist eher darauf ausgerichtet, wie sich momentan der Atem anfühlt, während man spürt, wie er hereinströmt, während man spürt, wie er hinausströmt, während man mit ihm spielt, während man genau da ein sehr intensives Wohlgefühl aufbaut. Obwohl es etwas Erzeugtes, etwas Erschaffenes ist, ist es gut, was man da erzeugt, was man da erschafft. Wie der Buddha sagte, ist die richtige innere Sammlung das Herz des Weges. Die anderen Faktoren sind die Vorbedingungen. Und damit sich im gegenwärtigen Moment die Kraft der Einsicht voll entfalten kann, muss das Herz des Weges gesund und stark bleiben. Es muss durch die innere Sammlung eine gute, solide Grundlage aufgebaut und aufrecht erhalten werden.

Und deshalb, weil es ein erschaffener Zustand ist, soll man dabei kreativ zu Wege gehen, fantasievoll zu Wege gehen. Man entdeckt dabei, je mehr sich das eigene Vorstellungsvermögen für die bereits vorhandenen Möglichkeiten erschließt, dass sich der Fantasie auch um so mehr neue Möglichkeiten eröffnen. Solange man sich ehrlicherweise darüber im Klaren bleibt, dass man diesen Zustand erschafft, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass man Anhangen daran entwickeln könnte — obwohl man wahrscheinlich schon Anhangen daran entwickeln wird — weil man tief drinnen weiß, dass es etwas ist, was man erschaffen hat, und dass man es letzten Endes wieder wird auseinandernehmen müssen. Aber in der Zwischenzeit soll man lernen, wie man es richtig gut macht. Je fester die innere Sammlung, desto länger möchte man darin bleiben. Je länger man darin bleibt, desto vertrauter wird einem das Terrain. Und erst durch diese Vertrautheit wandelt sich die Ausübung der inneren Sammlung zur Ausübung der Einsicht, und zwar der Art von Einsicht, die befreiend wirkt. Ohne diesen festen, wohlbekannten Untergrund sind die Einsichten, die man hat, einfach nur Gedanken, die man in Gesprächen über die Lehre gehört hat, in Büchern gelesen hat, es sind Vorstellungen, die von außen kommen. Sie dringen nicht tief in den Geist ein, weil der Geist das Terrain dafür hier im Jetzt nicht aufbereitet, gelockert hat. Nur durch Ausüben der inneren Sammlung kann die Verhärtung im gegenwärtigen Augenblick sich lockern und dadurch den Einsichten die Möglichkeit geben, immer tiefer einzusinken.

Wenn man also dieses Verständnis von dem hat, was man tut, erleichtert es einem die Ausführung erheblich. Und man entdeckt allmählich, dass es kein mechanischer Vorgang ist. Es ist ein schöpferischer Vorgang. Auf diese Weise wird die Fantasie davon beflügelt. Wenn die Vorstellungskraft davon eingenommen wird, interessiert man sich zunehmend mehr dafür, was man mit dem Atem tun kann, und das nicht nur, wenn man mit geschlossenen Augen dasitzt, sondern zu jeder Tageszeit. Wie man mit dem Atem umgeht, seine Mitte im Atem findet, kann einem beim Umgang mit dem Ärger helfen. Man wird dadurch empfindsamer für das, was der Ärger im Körper bewirkt, und man kann, während sich die körperlichen Auswirkungen des Ärgers zeigen, so weiteratmen, dass man nicht das Gefühl hat, er habe völlig die Oberhand gewonnen.

Bei Angstzuständen kann man versuchen, mit Hilfe des Atems gegen die Angst vorzugehen. Nehmt Verbindung mit der körperlichen Seite der Angst auf, und atmet geradewegs hindurch. Macht euch bewusst, wie einem der Atem bei Langeweile helfen kann, bei Krankheit helfen kann, bei Schmerzen helfen kann. Es gibt hier eine Menge zu erkunden. Und in dem Maße, in dem die Möglichkeiten des Atems eure Fantasie für sich einnehmen, entdeckt ihr, dass dies eine nützliche Fertigkeit ist, nicht nur, wenn ihr versucht, mit geschlossenen Augen zu sitzen, sondern wo immer die Gegenwart gerade sein mag, wo immer ihr in der Gegenwart sein mögt. Wie auch immer die äußeren Umstände sein mögen, wie die Situation auch sein mag, ihr entdeckt, dass der Atem etwas beizutragen hat — wenn man ihn erkundet. Und um ihn zu erforschen, muss man ein Gefühl dafür entwickeln, dass er die eigene Vorstellungskraft in seinen Bann ziehen kann. Man erfährt dadurch die Art von Herausforderung, verbunden mit jenem Gefühl der Genugtuung, die man erhält, wenn man etwas erforscht und dabei etwas Neues entdeckt, eine wertvolle Fertigkeit.

Auf diese Weise kann die Meditation allmählich euer ganzes Leben durchdringen. Wenn euer ganzes Leben davon durchdrungen ist und ihr immer mehr und mehr damit vertraut geworden seid, dann tauchen die Einsichten auf: ganz unerwartete Einsichten manchmal, Einsichten, die man nicht immer so in den Büchern findet, sondern sehr persönlich geprägt, von großer Tragweite für die eigene Art, wie man mit Ereignissen im Körper und im Geist umgeht. Und ihr erkennt, dass euch diese Einsichten gekommen sind, weil ihr euer Vorstellungsvermögen für das geöffnet habt, was mit den Rohmaterialien des Jetzt möglich ist.


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In Stimmung
« Reply #7 on: February 01, 2013, 10:37:26 AM »
In Stimmung
(In the Mood)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung


Häufig empfahl Ajaan Suwat, sich selbst vor dem Meditieren in gute Stimmung zu versetzen. Das mag sich für viele von uns anhören, als wäre es von hinten aufgezäumt, weil wir ja gerade meditieren, um uns in gute Stimmung zu bringen, und trotzdem sagt er, man solle mit guter Stimmung anfangen. Aber wenn man einmal richtig darüber nachdenkt, dann gibt es tatsächlich keine Möglichkeit, wie man bei der Meditation gute Ergebnisse erzielen kann, wenn nicht der Geist schon vorher einige gute Eigenschaften besitzt, ein gewisses Maß an Frohsinn, an Geduld, an Weisheit. Diese Eigenschaften wirken als Samenkeime, welche es der Meditation erlauben, sich zu entfalten. Wir kommen nicht mit völlig leeren Händen zur Meditation. Unser Geist enthält schon gute Eigenschaften, und es gibt vieles, an das man denken kann, um den Geist in gute Stimmung zu versetzen.

Deswegen rezitieren wir jedesmal am Beginn der Meditation die Strophen über die liebende Güte. An liebende Güte zu denken ist etwas Gutes. Man erlebt sich, wie man Gedanken der liebenden Güte verbreitet, und daraus erwächst ein gutes Gefühl über sich selbst. Man ist nicht vollkommen selbstsüchtig, nicht vollkommen verärgert oder rachsüchtig, oder was auch sonst. Man trägt wenigstens etwas an Gutem in sich. Das nimmt man als Startkapital. Wie bei jeder Art von Investition braucht man am Anfang etwas, das man einsetzen kann. Wenn man kein Geld hat, dann wenigstens seinen Willen oder seinen Verstand. Man nimmt eben das, was man an Gutem besitzt, und setzt es ein. So bringt man es zum Wachsen.

Wenn wir uns also hinsetzen, um zu meditieren, dann tun wir unser Möglichstes, um den Geist geduldig zu machen, um ihn über die gewöhnlichen Alltagsbelange und Alltagssorgen zu erheben und ihn dann auf das Meditationsobjekt zu richten. So kann man sich auf verträgliche Weise mit dem Atem, oder was man als Objekt nimmt, verbinden.

In guter Stimmung zu sein, bringt auch den Atem in eine gute Verfassung. Wenn man mit der Art, wie man atmet, oder wie man meditiert, unzufrieden ist, dann bewirkt das seltsame Dinge beim Atem, so dass es immer schwieriger wird, bei ihm zu bleiben. Also richtet euer Denken so aus, dass es dem Geist hilft, sich auf das Meditieren einzustellen, dass er in die richtige Stimmung dafür kommt. Das ist ein Teil der ersten Erfolgsgrundlage: chanda, der Wunsch, zu meditieren. Man möchte gerne meditieren. Man spürt eine Neigung zum Meditieren, fühlt sich davon angezogen.

Wenn ihr euch hinsetzt und überhaupt keine Lust zum Meditieren verspürt, dann zwingt euch nicht einfach dazu. Ruft euch die guten Gründe ins Gedächtnis zurück, warum ihr es tut. Denkt euch etwas aus, um es interessant, um es unterhaltsam zu machen. Man kann alles Mögliche mit dem Atem anstellen. Schaut euch Ajaan Lees Lehrgespräche an: Wenn er die unterschiedlichen Atmungsstufen im Körper erklärt, wiederholt er sich kaum jemals. Es gibt immer etwas Neues, etwas Anderes, das er beim Meditieren entdeckt hat. Wir müssen uns nicht alle Arten einprägen, wie er den Atem unterteilt. Natürlich sollten wir sie einmal ausprobieren, aber wir sollten uns auch anschauen, wie wir die Atemenergie unterteilen können, und herausfinden, was bei uns funktioniert. Wenn man niedergeschlagen ist, welche Art von Atem hebt die Stimmung und gibt einem Auftrieb? Wenn man aufgeputscht ist, welche Art von Atem bringt einen zur Ruhe? Wenn man lustlos und träge ist, welche Art von Atem verleiht einem neue Energie? Wenn man angespannt ist, welche Art von Atem wirkt entspannend? Es gibt viel zu erforschen, und bei dieser Entdeckungsreise wird man ganz von selbst vom Atem gefangengenommen, ohne dass man sich dazu zwingen oder den Geist wie mit der Peitsche antreiben müsste.

Auf diese Weise kann sich der Geist gut mit dem Atem vertragen, der Atem kann mühelos fließen, und es fällt einem immer leichter, zur Ruhe zu kommen. Also betrachtet vor dem Meditieren euren Geist genau, um zu sehen, in welcher Verfassung er ist.

Lasst es nicht zu, dass Gedanken der Enttäuschung oder Entmutigung den Geist übernehmen. Der Dalai Lama sagte einmal, was er am erstaunlichsten bei den Leuten aus dem Westen fände, sei ihr Selbsthass. In Tibet, sagte er, verspürten nur die Dorfidioten Selbsthass. Natürlich sagte er das mit einem Lächeln, aber es ist schon ein herbes Urteil. Und es stimmt auch, wie ich festgestellt habe, für Thailand. Vielleicht nicht mehr so ganz: In dem Maße, in dem sich die moderne Zivilisation dort breitmacht, lehrt sie die Menschen tatsächlich, sich selbst zu hassen, sich ihrer selbst zu schämen. Es hält ihnen alle möglichen Idealbilder von körperlicher und finanzieller Vollkommenheit vor, die unmöglich jemand erfüllen kann. Aber in der traditionellen Kultur war eine der grundlegenden Fertigkeiten, die zum Menschsein gehörte, im wesentlichen, wie man an sich selbst mit einem guten Gefühl denkt, wie man sich selbst gern hat, wie man sich selbst Gutes wünscht, und wie man auf diesen Wunsch hin auf intelligente Weise handelt. Nur wirklich Dumme würden sich selber hassen, und dennoch grassiert diese Art von Dummheit in der modernen Welt. Gebt acht, dass ihr das nicht aufgreift.

Der Geist besitzt die Fähigkeit, alle möglichen Stimmungen anzunehmen. Manchmal macht es den ganzen Unterschied aus, wenn man einfach dasitzt und einige Minuten lang Inventur macht, wenn man lernt, die Kraft unserer Gedanken einzusetzen -- nicht um uns selbst niederzumachen, wie es viele tun, sondern um die Meditation zu unterstützen. Wir meinen oft, meditieren hieße, mit dem Denken aufzuhören. Nun, man muss erst lernen, wie man die Gedanken richtig einsetzt, bevor sie geschickt zur Ruhe kommen können.

Wenn man auf selbstzerstörerische Weise denkt, auf eine Art, die einem selbst wirklich schadet, und dann einfach anhält, dann ist das, wie wenn man einen Lastwagen gegen die Wand fährt. Man kann durch die Windschutzscheibe geschleudert werden oder ein Wirbelsäulensyndrom erleiden. Aber wenn man auf eine Art zu denken lernt, die für einen selbst wirklich förderlich ist -- zum Beispiel die Dinge, die wir jeden Abend rezitieren, an die zu denken immer förderlich ist -- dann wird es viel einfacher, wenn es an der Zeit ist, dass der Geist zur Ruhe kommen soll und immer weniger und weniger denken und immer mehr im Jetzt aufgehen soll. Es ist ein natürliches Langsamerwerden.

Wie man sich auf die Meditation vorbereitet, die innere Haltung, mit der man die Meditation beginnt, ist also sehr wichtig. Das heißt nicht, dass man nur meditieren soll, wenn man in guter Stimmung ist. Wenn ihr in schlechter Stimmung seid, dann denkt so, dass eure Stimmung sich verbessert, dass eure Haltung gegenüber der Meditation, eure Haltung gegenüber dem Objekt, auf das ihr euch konzentrieren wollt, sich verbessert. Auf diese Weise ist euer Denken keine Ablenkung, sondern in der Tat ein Bestandteil eurer Meditation. Es ist ein wichtiger Schritt, den man nicht übergehen sollte.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:30:19 PM by Johann »
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Geschichten, die der Geist erzählt
« Reply #8 on: February 01, 2013, 10:38:36 AM »
Geschichten, die der Geist erzählt
(The Story-telling Mind)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
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Wir haben alle davon gelesen, wie man durch Ausüben der Meditation das Selbstgefühl auflösen kann, indem man die Dinge, die man als "ich" oder "mein" ansieht, ganz genau untersucht. Wenn man meditiert, so heißt es, soll man ganz im gegenwärtigen Augenblick aufgehen, alles, was mit Zukunft oder Vergangenheit zu tun hat, fallenlassen, und einfach nur die Dinge betrachten, wie sie auftauchen. Aber einige Dinge in der Zukunft oder Vergangenheit kann man leichter fallenlassen als andere. Selbst wenn man sie für die Dauer der Meditation fallenlassen kann, muss man zurückkehren und damit leben, wenn man aus der Meditation kommt.

Diese ganzen Lebensgeschichten, die wir uns so erzählen: wenn wir sie einfach fallenlassen und Schluss damit machen könnten, wäre das Leben wunderbar einfach. Meditieren wäre einfach. Aber einige Erzählungen bleiben hartnäckiger haften als andere. Wir wissen, dass die Lehren des Buddha uns auffordern, eine Menge Dinge fallenzulassen, aber in einigen Fällen kann man sie erst fallenlassen, wenn man gelernt hat, wie man richtig damit umgeht. Sonst taucht man aus einer tollen, friedvollen Meditation auf und sieht sich doch wieder mit derselben alten üblen Geschichte konfrontiert. Man stellt fest, dass man in Beziehung zu ihr tritt und sich immer wieder und wieder darin verfängt. Oder man stellt fest, dass man erst garnicht zum Meditieren kommt, weil diese Geschichte trotz aller Versuche, sie fallenzulassen, einfach nicht wegzukriegen ist.

Also besteht ein guter Teil der Meditation häufig nicht nur darin, beim Atem zu sein, sondern -- wenn man feststellt, dass da eine bestimmte Geschichte den Geist immer wieder heimsucht und Gier, Hass, Verblendung, Angst oder was auch immer aufrührt -- auch darin zu lernen, wie man mit dieser Geschichte umgeht, darin zu lernen, wie man sich neue Geschichten erzählt. Eine verbesserte Version der alten Geschichten lernen. Eine der grundlegenden Möglichkeiten, so etwas zu tun, besteht darin, über die Textpassage, die wir gerade rezitiert haben, nachzusinnen und dabei Gedanken von liebender Güte, von Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut zu entwickeln. Versucht, diese Geisteshaltungen auf jene Geschichten anzuwenden, damit ihr euch selbst neue Geschichten erzählen könnt, bei denen es leichter ist, sie auf befreiende Weise loszulassen.

Anders gesagt, man schiebt diese Geschichten nicht einfach weg. Man spinnt daraus eine neue Geschichte und kommt dann zu dem Punkt in der Geschichte, wo es Zeit ist, sich hinzusetzen und zu meditieren. Auf diese Weise lässt einen die Geschichte in Ruhe. Wenn man aus der Meditation kommt, mag die Geschichte noch da sein, aber sie ist nicht mehr von der Art, die einen völlig in Aufruhr versetzt. Sie ist umgeschrieben worden.

Lernt es, beim Geschichtenerzählen in eurem Geist immer geschickter zu werden, indem ihr mit einer Haltung liebender Güte beginnt. Zuerst einmal liebende Güte für euch selbst. Man erkennt, wenn man sich hier hinsetzt und sich immer wieder schlimme Geschichten erzählt, dass man darunter leiden muss. Wollt ihr, dass ihr leidet? Wohl nicht. Wollt ihr, dass andere Leute leiden? Na ja, vielleicht. Vielleicht denkt ihr an Leute, die euch etwas angetan haben, und wie gerne ihr es sehen würdet, dass sie kriegen, was sie dafür verdienen. In solchen Fällen muss man sich fragen, was man denn davon hat, wenn andere leiden. Man hat überhaupt keinen Vorteil davon, wenn sie leiden. Die Tatsache, dass man dasitzt und anderen Leuten Böses wünscht, fügt einem selbst genau jetzt Schaden zu, indem sie einen am Meditieren hindert.

Ihr braucht also eine Geschichte für euch selbst, an deren Ende ihr glücklich seid und die anderen glücklich sind. Das ist euer Wunsch. Es ist auch die Hauptgrundlage für alle übrigen erhabenen Geisteshaltungen.

Nun sieht man ja in einigen Fällen, wie manche Leute sich tatsächlich selber schaden, uns schaden, anderen schaden. Dann braucht man Mitgefühl. Denkt daran. Ihr wünscht euch wirklich, dass sie damit aufhören könnten. Und natürlich gilt das gleiche für euch. Wenn ihr euch selber schadet, wünscht ihr euch, dass ihr damit aufhören könntet, diesen Schaden anzurichten. "Es wäre gut, wenn dieser Schaden vermieden werden könnte. Es wäre gut, wenn diese Leute nicht leiden müssten." Erinnert euch dieser Haltung.

Bei der Mitfreude ruft ihr euch ins Gedächtnis, was Gutes an euch selbst ist, was Gutes an anderen ist, wodurch ihr es verdient, glücklich zu sein, wodurch andere es verdienen, glücklich zu sein. Ihr seid nicht eifersüchtig auf ihr Glück oder nachtragend, und ihr spielt ihre guten Seiten nicht herunter.

Und schließlich Gleichmut, wenn man erkennt, dass man bestimmte Dinge einfach nicht in seiner Gewalt hat. Ganz gleich, wieviel liebende Güte man für andere verspürt, ganz gleich, wieviel Mitfreude und Mitgefühl man in sich trägt, einige Dinge liegen völlig außerhalb dessen, was man ändern kann. Nummer eins: die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Man muss Gleichmut gegenüber der Vergangenheit entwickeln. Schaut euch an, was der Buddha zur Entwicklung von Gleichmut empfiehlt: das Kammaprinzip. Altes Kamma ist altes Kamma und kann nicht weggezaubert werden. Wichtig ist das neue Kamma, das, was man gerade jetzt tut. Das kann wohl einige Dinge bewirken, aber es gibt andere Dinge, die außerhalb der Einflusssphäre von neuem Kamma liegen, zum größten Teil dadurch, dass altes Kamma weiterbesteht. Man muss darüber reflektieren und lernen, in jenen Fällen, in denen Gleichmut angebracht ist, Gleichmut zu entwickeln.

Der Buddha sagt nicht etwa, dass Gleichmut besser sei als die anderen drei Geisteshaltungen. Man lernt einfach, welche Umstände welche Haltung erfordern: welche Umstände liebende Güte erfordern, welche Mitgefühl erfordern, welche Mitfreude erfordern, welche Gleichmut erfordern. So gesehen ist Gleichmut nicht einfach bloß passives Hinnehmen. Es bedeutet, seine Prioritäten sinnvoll zu ordnen, und ruft einen auf, keine Kraft an Dinge zu verschwenden, die man nicht ändern kann, und sich stattdessen auf jene Gebiete zu konzentrieren, wo liebende Güte, Mitgefühl und Mitfreude einen Unterschied ausmachen können.

Also schaut man sich die Geschichten an, die man sich selbst erzählt, und versucht, jene Geisteshaltungen da hineinzubringen, und besonders die Kammalehre. Es gibt keine böse Tat, die sich nicht rächen würde, und keine gute Tat, die unbelohnt bliebe. Kamma ist einfach so. Folglich brauchen wir nicht ständig Buch zu führen -- wer dieses getan hat, wer jenes getan hat -- aus Angst, dass irgend jemand nicht die verdiente Strafe erhalten würde, wenn unsere Aufzeichnungen verloren gingen. Da sorgt das Kammaprinzip schon dafür. Aber vergesst nicht, dass das auch für euch gilt.

Wenn man sich die Befriedigung anschaut, die man vom unrechten Geschichtenerzählen erhält, erkennt man, dass sie ziemlich armselig ist. Sie ist nichts, das man wirklich möchte. Sie ist nichts, das einer echten Überprüfung standhielte. Wenn man das erkannt hat, wird es leichter, loszulassen. Man hat ja diese anderen Geisteshaltungen, die einen auf solche Weise in die Gegenwart bringen, dass man mit einem guten Gefühl an sich selbst denken kann. Nicht, dass man sich durch andere ausnutzen ließe. Gleichzeitig wünscht man niemandem etwas Übles. Man tut, was nach den jeweiligen Umständen getan werden kann. Und wenn die Zeit kommt, dass der Geist etwas Ruhe und Erholung braucht, dann ist es das, was genau jetzt zu tun ist. Das ist das Beste, was man genau jetzt tun kann. Und auf diese Weise führt einen die Erzählung in die Gegenwart.

Man soll sich die Geisteshaltungen, die man bei sich pflegt, genau anschauen und sicherstellen, dass es die richtigen sind -- weil diese Sache mit dem Kamma auf eines hinausläuft: Wichtig ist das, was man gerade jetzt tut. Was man in der Vergangenheit getan hat, mag einigen Einfluss darauf haben, was man gerade jetzt überhaupt tun kann, aber das, was man gerade jetzt tut, ist das, was wirklich wichtig ist. Und die Möglichkeit, genau jetzt recht zu handeln, ist immer gegeben. Wenn man Schlimmes erlebt, nimmt man es als Ergebnis früheren Kammas eben hin, aber wenn man merkt, dass man auch in der Gegenwart schlechtes Kamma bewirkt, dann ist dem gegenüber Gleichmut unangebracht. Das muss geändert werden. Wie auch die Umstände sein mögen, man kann immer sein Bestes tun, im Vertrauen darauf, dass es sich auswirken wird -- dass, wenn man nicht nachlässt, das Rechte zu tun, zu sagen und zu denken, es letzten Endes zu etwas Gutem führen wird.

Ganz gleich also, wie schlimm die Umstände sein mögen, liegt eure Hoffnung bei dem, was ihr gerade jetzt tut. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr bringt es den Geist in die Gegenwart. Dann ist man bereit, zu meditieren.

In den Texten gibt es Stellen, wo der Buddha über die Vergangenheit spricht. Einige davon gehen viele Äonen zurück, viele Weltzeitalter, und beschreiben, wie dieses geschah, wie jenes geschah, woraus dieses entstand, woraus jenes entstand: lange Geschichten über vergangene Leben oder Lebenszyklen. Aber diese Textstellen enden alle damit, dass sie auf das Grundprinzip verweisen, das diese Ereignisse geformt hat und das die künftigen Ereignisse formen wird: das Kammaprinzip. Und wo wird Kamma gemacht? Genau hier, genau jetzt. Also konzentriert euch darauf.

Das gleiche gilt für die ganzen Kosmologien. Wenn der Buddha die Seinsebenen der Wesen beschreibt, geht es darum, zu erläutern, wo diese Seinsebenen herkommen. Aus dem Geist kommen sie, von dem, was der Geist in der Gegenwart tut. Genau hier, genau jetzt.

Wovon die Erzählungen auch handeln mögen, wenn man sie mit Geschick erzählt, bringen sie einen in die Gegenwart. Also lernt, wie man ein guter Geschichtenerzähler wird, wie ihr euch die richtigen Geschichten erzählen könnt, Geschichten, die euch zur Gegenwart führen, mit dem Gefühl des Vertrauens in eure eigenen Fähigkeiten, mit dem Gefühl des Wohlergehens, einem Gefühl für die Wichtigkeit, die das Beruhigen des Geistes besitzt. Ganz gleich, worum es in den Geschichten geht -- ganz gleich, was andere getan haben, ganz gleich, was ihr getan habt --, es gibt eine Sichtweise darauf, welche geeignet ist, den Geist zu beruhigen. Diese Sichtweise zu finden: darum geht es bei der ganzen Kammalehre, bei all diesen Lehren über die erhabenen Geisteshaltungen. Man spinnt neue Geschichten im Geist, solche Geschichten, in denen man einen Sinneswandel erfährt, neue Geschichten, die genau hier zusammentreffen, die es einem erlauben, mit einem Gefühl des Wohlergehens, der Klarheit, Sammlung, Achtsamkeit und Einsicht genau hier zu verweilen. Ohne irgend etwas, das einen in die Vergangenheit oder die Zukunft zieht, kann man einfach nur genau hier, genau jetzt zugegen sein, genau hier, genau jetzt aufmerksam dabeisein, genau hier, genau jetzt den Geist heilen.

Auf genau diese Weise benutzt man die Fähigkeit des Geistes zum Geschichtenerzählen, um ihn an einen Punkt zu bringen, wo er einfach aufhören kann, Geschichten zu erzählen, und stattdessen das betrachten, was da ist. Lernt mit dem, was genau hier, genau jetzt da ist, richtig umzugehen

Um genau dieses Prinzip geht es bei allen Lehren des Buddha, um die rechte Umgehensweise. Wie groß ist euer Geschick bei der rechten Art und Weise, mit den unterschiedlichen Dingen, die in eurem Geist vor sich gehen, in Verbindung zu treten, um euer eigenes Wohlergehen, um das Wohlergehen der anderen um euch herum zu fördern? Meditation bedeutet nicht, dass man irgendwelche geistigen Fähigkeiten abschaltet. Der Geist muss Geschichten erzählen. Selbst Arahants können Geschichten erzählen, können über die Vergangenheit nachdenken und für die Zukunft planen. Sie haben einfach nur gelernt, das so zu tun, dass es kein Leiden hervorruft. Und es kommt nicht allein daher, dass sie ihren Geist in die Gegenwart zu bringen verstehen. Es kommt auch daher, dass man über die Dinge auf eine bestimmte Art und Weise nachdenkt, indem man die Lehren des Buddha als geeignete Werkzeuge zum Spinnen der richtigen Erzählungen benutzt. Sorgt dafür, dass alle Arten und Weisen, wie der Geist mittels Vergangenheit, Zukunft, Erzählungen, Geschichten, Weltansichten, Kosmologien mit sich selbst in Verbindung tritt, - alle eure Ansichten also -- von geeigneter Art sind. Sorgt dafür, dass sie nicht länger eine Leidensursache darstellen.

Seht daher die Lehrausübung als Rundum-Geistestraining an. Ihr seid nicht bloß hier, um beim Registrieren oder bei der Atembetrachtung besonders gut zu werden. Der Geist soll bei allem, was er tut, besonders gut werden. Bei meinem Wiedereintritt in den Orden sagte Ajahn Fuang einmal zu mir, dass jemand, der meditiert, in allem gut sein müsse, nicht nur dabei, mit geschlossenen Augen dazusitzen.

Dann stellt alles für einen eine interessante Herausforderung dar: "Was ist die beste Art, mit diesem umzugehen? Was ist die beste Art, mit jenem umzugehen?" Wenn man diese Haltung besitzt, wenn man sie im täglichen Leben gepflegt und geübt hat, dann geht auch beim Meditieren alles viel leichter.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:30:26 PM by Johann »
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Wie man richtig fällt
« Reply #9 on: February 01, 2013, 10:40:02 AM »
Wie man richtig fällt
(How to Fall)
von
Thanissaro Bhikkhu
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Eine häufig gestellte Frage ist: Wie kann man feststellen, ob man Fortschritte bei der Meditation erzielt? Und eine Antwort darauf ist: Wenn der Geist von seinem Objekt abschweift, wird man immer schneller dabei, ihn zurückzubringen. Wohlgemerkt, die Antwort lautet nicht: der Geist schweift überhaupt nicht ab. Sie lautet: Es wird erwartet, dass man abschweift, es ist ein normaler Bestandteil der Übung, ein normaler Bestandteil des Trainings. Der springende Punkt liegt darin, bei dem, was vor sich geht, aufmerksamer zu sein und die Situation schneller zu bereinigen, wenn man vom Atem abgeschweift ist.

Beim Lernen, wie man meditiert, besteht ein wichtiger Teil also darin, zu lernen, wie man fällt. Es heißt, dass man den Anfängern beim Aikido als allererstes beibringt, wie man fällt, ohne sich weh zu tun. Die Absicht dabei ist, dass man immer weniger Angst vor dem Fallen hat, sich beim Fallen dann natürlich auch immer weniger verletzt, und deshalb auch weniger oft fallen wird, risikobereiter wird.

Der Kniff beim Meditieren besteht also darin, zu lernen, wie man den Geist mit möglichst wenig an Schuldzuweisung, möglichst wenig an Selbstkritik zurückholt, indem man einfach konstatiert: "Ich bin nicht hergekommen, um über den Terminplan für die nächste Woche nachzudenken, oder darüber, was gestern Abend alles schief gelaufen ist, oder was auch immer. Ich bin hier, um mich auf den Atem zu konzentrieren." Lasst diese anderen Dinge einfach stehen und kommt zurück. Lernt, wie man das macht, ohne den Geist völlig außer Gefecht zu setzen.

In unserem modernen Erziehungswesen werden wir recht bald zu den Fertigkeiten geleitet, für die wir eine natürliche Begabung haben. Folglich lernen wir nicht, bei Sachen gut zu werden, die uns nicht so leicht von der Hand gehen. Wenn wir uns also mit etwas beschäftigen, was uns nicht so leicht fällt, dann scheint es für uns, wenn wir straucheln, das Einfachste von der Welt zu sein, uns einfach fallenzulassen und dann dazuhocken, plumps. Das nennt man nicht zu wissen, wie man fällt. Beim Straucheln besteht die Abhilfe darin, zu erkennen, dass da ein gewisser Schwung besteht, dass man aber diesem Schwung nicht folgen muss.

Sehr gut läßt sich das beobachten, wenn man einen Entschluss gefasst hat, etwas für eine gewisse Zeit sein zu lassen. Letzten Sommer war es hier im Kloster sehr beliebt, sich am Abend der Schokolade zu enthalten. Aber dann kam die Versuchung: "Was ist eigentlich so schlimm an einem kleinen Stückchen Schokolade?" Na ja, Schokolade an sich ist ja auch nichts wirklich Böses, also fiel es einem leicht, zu rationalisieren und sich dafür zu entscheiden, den Entschluss zur Enthaltung aufzugeben und sich über die Schokolade herzumachen. Das Problem ist natürlich, dass das Wichtige bei so einem Entschluss nicht die Schokolade ist, sondern die Übung darin, auf jeden Fall bei seinem Entschluss zu bleiben. Allzu oft nehmen wir an, sobald die Entscheidung gefällt ist, unseren Entschluss fallen zu lassen, dass es kein Zurück mehr gäbe; dass man machtlos sei und dem Schwung weiter folgen müsse. Aber es ist möglich, seine Entscheidung zu revidieren — gleich im nächsten Augenblick oder im übernächsten oder im überübernächsten. Das nennt man lernen, wie man richtig fällt. Anders gesagt, man muss dem Schwung, der einen wegtragen will, nicht folgen. Man entdeckt, dass man jederzeit die Freiheit hat, sich augenblicklich anders zu besinnen und wieder zurückzukehren.

Wenn ihr bemerkt, dass ihr vom Atem abgleitet, überlasst euch nicht einfach dem Schwung des Abgeglittenseins. Fangt euch wieder: "Ich kann ja einfach umkehren", und ihr werdet erstaunt sein, wie schnell man umkehren kann. Nun ja, vielleicht bringt der Geist noch andere Gründe vor: "Oh nein, du kannst jetzt nicht zurück; du hast dich ja festgelegt." Na, das ist ja interessant! Plötzlich ist man der Ablenkung gegenüber zu etwas verpflichtet — die einem selbst gegenüber zu nichts verpflichtet ist —, aber das Gefühl, seiner Meditation gegenüber zu etwas verpflichtet zu sein, das hat man nicht. Das ist einer der vielen Streiche, die der Geist sich selbst spielt. Das Wichtige ist es, zu lernen, wie man diese Selbsttäuschungsversuche durchschaut, sie nicht ernst zu nehmen, und selbst das eine oder andere Gegenmittel dafür bereitzuhalten.

Es gibt einen Teil des Geistes, der uns einreden möchte, der Weg des geringsten Widerstandes sei viel natürlicher, aber da erhebt sich die Frage von angeborenem Verhalten gegenüber erworbenem Verhalten. Wenn man zu einem Psychotherapeuten geht, lernt man sehr deutlich, wie bestimmte Angewohnheiten durch bestimmte Erziehungsmethoden der Eltern oder bestimmte Erfahrungen als Kind entstanden sind. Das bedeutet, sie sind nicht unbedingt naturgegeben. Sie sind gelernt worden. Sie sind da, sie sind zur eingefleischten Gewohnheit geworden, aber man kann sie durch Umlernen wieder beseitigen. Man kann den Geist in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Das ist es auch, was wir tun, wenn wir ihn in der Meditation ausbilden. Wir erziehen den Geist um.

Und wir bringen ihm nicht bloß bei, wie man bei einer Sache bleibt, indem wir beim Atem bleiben, sondern wir bringen ihm auch bei, wie man immer schneller zum Atem zurückkommt: wie man sich fängt, wenn der Geist beginnt, den Atem loszulassen und sich etwas anderem zuzuwenden, und wie man einfach ohne irgendein Problem umkehrt und sich wieder dem Atem widmet. So lernt man sich selbst zu beherrschen, ohne dass es des Zwangs bedürfte, den wir gewöhnlich mit dem Begriff "Selbstbeherrschung" verbinden. Wir erlernen eine sachlichere Art und Weise, mit unserem eigenen Geist umzugehen.

Man entdeckt, dass damit vielerlei Verwirrungen der Boden entzogen wird. Und im Ergebnis gibt es weniger Stellen, wo die eigenen Befleckungen einhaken können. Anstatt euch mit Abstraktionen wie "meine Persönlichkeit", "mein Charakter", "die Art, wie ich bin" abzugeben, bleibt einfach auf den gegenwärtigen Augenblick gerichtet. Welche Entscheidung auch getroffen wurde, sie wurde in völliger Freiheit getroffen, und wenn ihr erkennt, dass die Entscheidung schlecht war, dann habt ihr wiederum völlige Freiheit, euch anders zu entscheiden. Wenn man sein Selbstbild — das ein weiteres Versteck für alle möglichen Befleckungen darstellt — beiseite räumt, dann wird das Spielfeld viel übersichtlicher, und es gibt viel weniger Stellen, wo sich die Befleckungen verstecken können.

Eine Bekannte von mir aus Laguna Beach ging einmal zu einem Meditationskurs, wo man ihr beibrachte, sie solle die Meditationspraxis so ins Alltagsleben übertragen, dass sie das Alltagsleben als Wechselspiel zwischen dem Absoluten und dem Relativen betrachten sollte. Das sind ziemlich große Abstraktionen, größer könnten sie kaum sein. Und nachdem sie eine Woche lang versucht hatte, in diesen Begriffen zu denken, kam sie mit einer sehr verwickelten Frage in die Sonntagsmeditationsgruppe, wie sie ihr Leben gemäß diesen Begriffen führen solle. Ich muss zugeben, dass die Frage so verwickelt war, dass ich ihr nicht einmal folgen konnte, aber das Problem war offensichtlich: Je abstrakter eine Abstraktion ist, desto schwieriger wird es, sich mit ihrer Hilfe auf seinem Weg zurechtzufinden, und um so leichter wird es, sich selbst zu blockieren. Wir neigen dazu, Abstraktionen als sauber, übersichtlich, Mondrianesque anzusehen, aber tatsächlich geben sie vielen Verwicklungen Raum. Sie werfen jede Menge Schleier über das, was tatsächlich vor sich geht. Räumt man die Abstraktionen beiseite, dann bleibt einfach der Geist hier beim Atem übrig. Er kann sich entscheiden, beim Atem zu bleiben, oder er kann sich entscheiden, woanders hinzugehen. So einfach ist das.

Das gleiche Prinzip findet überall bei der Lehrausübung Anwendung. Wenn man sich einmal entschlossen hat, die Tugendgebote einzuhalten, entscheidet man mit jedem weiteren Augenblick, ob man seinem Entschluss treu bleibt. Wenn man sich einmal entschlossen hat, beim Atem zu bleiben, entscheidet man mit jedem weiteren Augenblick, ob man bei seiner Absicht bleibt. Und je mehr man in seinem Geist bei einfachen, klaren Begriffen bleibt, bei erdverbundenen, praktischen, geradlinigen Begriffen — ohne dass man irgendwelche Sachen aus der Vergangenheit ausgräbt, ohne dass man irgendwelche Sachen über sein Selbstbild herausholt, um die Dinge komplizierter zu machen — um so einfacher wird es für einen, auf seinem Weg zu bleiben. Um so einfacher wird es für einen, wieder zurückzukehren, wenn man abgleitet, weil auf dem Gelände, auf das man fällt, weniger Unebenheiten sind. Also nicht nur beim Meditieren, sondern bei jedem einzelnen Aspekt des Weges, den ihr ausübt, versucht, die Dinge so einfach wie möglich zu halten, so klar und unkompliziert, so gegenwartsbezogen wie möglich.

In meiner Zeit bei Ajahn Fuang verlangte er manchmal so Dinge von mir wie: "Sitze heute die ganze Nacht hindurch und meditiere." "Du meine Güte", gab ich das erste Mal zurück, als er das sagte, "das kann ich nicht. Ich habe schon gestern zu wenig Schlaf bekommen und heute einen langen, ermüdenden Tag gehabt." Und so weiter. Und er sagte nur: "Wirst du daran sterben?" "Na ja, wohl nicht." "Dann kannst du es."

So einfach eben. Leicht war es natürlich nicht, aber einfach war es. Und wenn man die Dinge einfach hält, dann werden sie mit der Zeit auch leichter. Man bleibt einfach Augenblick für Augenblick bei dem momentanen Entschluss, ohne etwa zu denken: "Die ganze Nacht, die ganze Nacht; ich muss die ganze Nacht durchhalten." Man denkt einfach nur: "Dieser Atemzug, dieser Atemzug, dieser Atemzug." Findet etwas, damit euer Interesse an jedem Atemzug, so wie er kommt, erhalten bleibt, und ihr schafft es bis zum Morgen.

So bringt man die Meditation ins Alltagsleben: Haltet die Dinge einfach, reduziert sie auf das Wesentliche. Sobald die Dinge im Geist sich auf das Wesentliche beschränken, gibt es nicht mehr so viele Stellen, wo sich die Befleckungen verstecken können. Und wenn man fällt, fällt man auf eine Stelle, von der man leichter wieder aufstehen kann. Man muss sich nicht dem Schwung des Falls überlassen oder im Morast stecken bleiben. Man fängt sich und gewinnt augenblicklich wieder das Gleichgewicht.

Meine Mutter erzählte einmal, dass es ein Ereignis bei Tisch in ihrem Elternhaus war, bei dem sie sich das erste Mal zu meinem Vater hingezogen fühlte. Mein Onkel, ihr Bruder, hatte meinen Vater vom College zu einem Besuch eingeladen. Eines Tages stieß mein Vater während einer Mahlzeit ein Glas Milch vom Tisch, aber bevor es auf dem Boden landete, hatte er es schon wieder aufgefangen. Deswegen heiratete meine Mutter ihn. Ich weiß, das klingt ein bisschen verrückt — ich verdanke mein Hiersein den schnellen Reflexen meines Vaters — aber die Geschichte weist auf eine interessante Sache hin. Und es ist die Art von Geistesgegenwart, die man als Meditierender besitzen sollte: Wenn man stolpert, nun, dann kann man sich sofort wieder aufrichten. Wenn man es schafft, bevor man auf dem Boden landet, um so besser. Aber selbst wenn man auf den Boden knallt, man ist ja kein Glas. Man ist ja nicht zertrümmert. Man kann einfach wieder aufstehen.

Versucht, es so einfach zu halten.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:30:34 PM by Johann »
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Einstimmen auf den Atem
« Reply #10 on: February 01, 2013, 10:41:17 AM »
Einstimmen auf den Atem
(Tuning-in to the Breath)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
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Eine der Fragen, die ich Ajahn Fuang am Anfang stellte, als ich für längere Zeit zu ihm kam, war: "An was muss man glauben, um meditieren zu können?" Nur eins, war seine Antwort: das Kammaprinzip. Nun ja, wenn wir das Wort "Kamma" hören, denken wir üblicherweise an "Kamma und Wiedergeburt", aber er meinte dabei das Prinzip des Handelns im engeren Sinne: dass das, was man tut, das eigene Erleben formt.

Wenn man davon überzeugt ist, kann man auch meditieren, weil Meditation letzten Endes ein Tun ist. Man sitzt nicht hier und dreht Däumchen, um auf das zufällige Eintreten des Erwachens zu warten. Selbst in sehr ruhigen Meditationszuständen geht noch eine Tätigkeit vor sich. Selbst das "eins mit dem Wissen sein" ist immer noch ein Tun. Es ist etwas Gestaltetes, ein Sankhara. In einer der Lehrreden sagt der Buddha, dass all die verschiedenen Khandas, all die verschiedenen Ansammlungen, welche das Erleben als Ganzes ausmachen, erst durch den Vorgang des Gestaltens zu Ansammlungen geformt werden müssen. Anders gesagt, gibt es ein gewisses Potenzial für eine Form, ein Potenzial für eine Empfindung, ein Potenzial für Wahrnehmen, Gestalten, Bewusstwerden; und die Tätigkeit des Gestaltens ist das, was diese Potenziale in die tatsächlich auftretenden Ansammlungen umwandelt.

Das hört sich abstrakt an, aber es enthält eine selbst schon am Anfang sehr wichtige Lehre in Bezug auf die Meditation. Man sitzt hier im Körper -- und natürlich ist sogar das schon etwas Gestaltetes: die Vorstellung, dass man im Körper säße -- aber in Anbetracht all der vielen verschiedenen Dinge, auf die man genau jetzt die Aufmerksamkeit richten könnte, ist eine Wahlmöglichkeit gegeben. Durch diese Wahlmöglichkeit kommt Kamma zum Tragen. Man kann eine beliebige Empfindung aus denen auswählen, die gerade zur Wahrnehmung gelangen. Es ist, als gäben all die verschiedenen Körperteile Klingelzeichen von sich. Hier gibt es ein Potenzial für Schmerz, dort drüben ein Potenzial für Vergnügen. Diese ganzen verschiedenen Empfindungen präsentieren sich einem, damit man etwas mit ihnen anfangen soll, und man hat die Wahl, welche man zur Kenntnis nimmt.

Medizinische Studien zeigen, dass Schmerz kein rein körperliches Phänomen ist. Er ist nicht vollständig vorgegeben. Es gibt so viele verschiedene Meldungen, die in jedem Augenblick beim Gehirn ankommen, dass man sie unmöglich alle verarbeiten kann, und daher wählt man eben aus, sich nur auf einige davon zu konzentrieren. Und der Geist neigt dazu, sich auf Schmerzen zu konzentrieren, weil diese üblicherweise ein Warnsignal sind. Aber wir sind nicht gezwungen, uns darauf zu konzentrieren. Anders gesagt, mag es an einer bestimmten Stelle im Körper ein leichtes Unwohlsein geben, und man kann sich nun darauf konzentrieren und es dadurch immer stärker und stärker, immer mehr zu einem Problem werden lassen. Das ist eine Sache, die man in diesem Augenblick tun kann, aber -- selbst wenn man sich darüber nicht im Klaren sein sollte -- man hat die Wahl, ob man das tut oder nicht. Man kann die Wahl treffen, es nicht zu verstärken. Man kann sogar die Wahl treffen, es völlig zu ignorieren. Sehr häufig reagieren wir auf Empfindungen gewohnheitsmäßig, und diese Reaktionen sind uns so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir glauben, gar keine andere Wahl zu haben. "Es muss so sein", denken wir, aber das stimmt nicht.

Das ist die zweite Folgerung aus dem Kammaprinzip: man kann sein Handeln ändern. Wenn einiges von dem, was wir erleben, von unserem Auswählen und Gestalten abhängt, dann ist dabei eine Änderung möglich. Sehr deutlich läßt sich das sehen, wenn man sich auf den Atem konzentriert. Der Atem ist ständig im Körper vorhanden, und wenn man genau hinschaut, entdeckt man, dass er aus vielen Schichten besteht. Wie bei einem Blick in den Himmel: manchmal spürt man eine Brise aus dem Süden, aber wenn man nach oben zum Himmel schaut, sieht man eine Wolkenschicht, die sich nach Osten bewegt, und weiter oben eine andere Wolkenschicht, die sich nach Westen bewegt. Genau so, wie es viele verschiedene Windschichten in der Atmosphäre gibt, gibt es auch unterschiedliche Schichten des Atems im Körper. Man kann auswählen, auf welche man sich konzentriert.

Es ist wie bei einem Radioempfänger: man kann verschiedene Sender auswählen, indem man das Gerät darauf abstimmt. Radiowellen von allen nahegelegenen Radiosendern umgeben uns in der Luft, auf verschiedenen Frequenzen. Radiowellen aus Los Angeles, Radiowellen aus San Diego, sogar irgendwelche Kurzwellen von wer-weiß-woher, hier überall. Sie durchdringen diesen Raum in diesem Augenblick. Sie durchdringen genau jetzt eure Körper. Und wenn man das Radio anstellt, wählt man die Frequenz aus, auf die man sich konzentrieren möchte, den Sender, den man hören möchte. Genauso ist es beim Körper. Von allen möglichen Empfindungen greift man sich eine bestimmte Art von Empfindung heraus, um sich darauf zu konzentrieren: das Atemhafte am Atem. Wo immer man die Empfindung des ein- und ausströmenden Atems am deutlichsten spürt, genau darauf konzentriert man sich. Nun haben einige von uns ein Radiogerät, das nicht gut gepflegt worden ist, und sobald man eine Radiostation einstellt, rutscht es ab auf die nächste. Also muss man immer wieder nachstimmen, nachstimmen.

Aber das Abstimmen ist nicht das einzige Problem. Es geht auch darum, was man mit einer Empfindung macht, wenn man sich auf sie eingestimmt hat. Wiederum kann man sich einmal so auf den Atem konzentrieren, dass er unangenehm wird, oder man kann sich so darauf konzentrieren, dass er angenehm wird. Man muss beim Atem nicht einfach etwas nehmen, was vorgegeben ist. Was man damit macht, kann ihn mehr oder weniger unangenehm, mehr oder weniger angenehm machen. Um in dem Bild von eben zu bleiben, es ist wie mit der Lautstärkeregelung am Radiogerät: man kann es so laut aufdrehen, dass einem die Ohren weh tun, oder man kann es so leise drehen, dass man es fast nicht hören kann. Aber je besser man mit der Lautstärkeregelung umzugehen lernt, desto mehr entwickelt man ein Gefühl für das richtige Maß, und dann kann man die Lautstärke je nach dem Grad der gewünschten Aufmerksamkeit so einpegeln, wie es einem am besten gefällt.

Indem man sich immer genauer darauf abstimmt, entdeckt man noch weitere Feinheiten. Wieder genau wie beim Radio, verschwindet, wenn man die Frequenz ganz genau eingestellt hat, das Rauschen und man kann Feinheiten im Signal hören, die man vorher nicht wahrnehmen konnte. Man kann mit ihnen spielen, die hohen Töne anheben, den Bass aufdrehen, was man möchte. Obwohl also das Radiosignal vorgegeben ist, kann man eine Menge damit anstellen. Das ist genau jetzt das Kammaelement bei der Meditation: was man mit dem Atem macht.

Man kann lernen, geschickter mit ihm umzugehen, so dass man nicht nur den ganz offensichtlichen Atem spürt, die Luft, die in die Lungen hinein- und aus ihnen herausströmt, sondern auch die Empfindungen, die durch den Körper ziehen, während man einatmet, während man ausatmet, die jeweiligen Bewegungsmuster im Körper, durch welche die Luft in die Lunge hinein- und wieder herausbefördert wird. Jedesmal, wenn man atmet, geht eine Welle durch den Körper. Indem man ein Gefühl dafür entwickelt, spürt man immer mehr, wo es Anspannungen im Körper gibt, und wo nicht; wo die weniger offensichtlichen Atemströmungen richtig fließen, und wo nicht.

Und wieder ist das nicht einfach etwas Vorgegebenes. Man kann mit diesem Fluss unterschiedlich umgehen. Man kann den Fluss verbessern. Wenn man an einer bestimmten Stelle im Körper Anspannung bemerkt, entspannt man sie; und oft ist es so, dass man dadurch die Atemströmung nicht nur an diesem einen Punkt verbessert, sondern auch an anderen Stellen im Körper. Man entwickelt allmählich ein Gefühl dafür, den Körper als eine ganze Reihe verschiedener, miteinander verknüpfter Energiemuster zu sehen. Eine Verfestigung hier oben mag zu einer Verfestigung da drüben führen, und alles verbindet sich mit allem anderen zu einem Gefühl umfassenden Eingeengtseins, von Zonen der Anspannung, die den Körper einschnüren. Oder man kann sie auflockern. Das ist die Wahl, die man hat. Man kann das Stückchen Spannung an dieser einen Stelle hier lockern und feststellen, dass es zur Auflösung der Spannung an einer anderen Stelle da drüben führt. Oder man stellt vielleicht fest, dass alles so erschlafft, dass man einzunicken beginnt. Das bedeutet, dass man ein Gespür dafür bekommen muss, wie es "genau richtig" ist, um bei der Empfindung bleiben, um darauf ausgerichtet bleiben zu können. Und selbst wenn dann das Radiosignal etwas abzuwandern beginnt, kann man ihm präzise folgen und genau bei ihm bleiben.

An diesem Punkt kann man die Empfindung des ein- und ausströmenden Atems -- des groben, offensichtlichen Atems -- fallen lassen und sich mehr auf den feineren Strom des Atems im Körper konzentrieren. Indem man sich durch die verschiedenen Körperstellen hindurcharbeitet, wo es sich angespannt, gehemmt oder irgendwie leergepresst anfühlt, läßt man diese ganzen Ecken und Winkelchen sich mit der Empfindung des Atems füllen, und es stellt sich ein immer größeres Gefühl des Angefülltseins, des Erfrischtseins ein. Das ist das, was man piti nennt. Es ist das Aufsaugen, das Trinken dieses Wohlgefühls. Üblicherweise übersetzen wir piti mit Entzücken, aber der Pali-Begriff steht auch mit dem Wort für Trinken, pivati, in Verbindung. Man trinkt dieses angenehme Gefühl, man saugt es ein. Überall im ganzen Körper fühlt man sich erfüllt und erquickt, weil man jede noch so kleine Körperzelle aufgeschlossen und dem Atem erlaubt hat, einzuströmen. Wenn man dieses Gefühl der Fülle verspürt, kann man sich leichter entspannen.

Es mag kein schönes Bild sein, aber der Geist verhält sich dabei wie eine Stechmücke, wenn sie endlich eine große Ader im Körper gefunden hat. Sie steckt ihren kleinen Saugrüssel hinein und so bleibt sie dann, in Seligkeit gebadet. Die Flügel erlahmen, die Beine erlahmen, und ganz egal, wie sehr man versucht, sie fortzuscheuchen, sie will einfach nicht weg. Sie saugt einfach weiter ein, was sie haben will. So ist es auch beim Geist: sobald jenes erquickende Atemgefühl allmählich den Körper anfüllt, lässt man alles übrige los. Ganz gleich, was an sonstigen Störungen auftauchen mag, man interessiert sich kein bisschen dafür, weil man etwas hat, das einen wirklich zufriedenstellt. Man könnte fast sagen, dass es ein Gefühl ist, um dafür zu sterben. Man lässt seine Verteidigung herunter, man lässt alles andere fallen, weil dieses Gefühl einen so in Anspruch nimmt. Man hat jede Stelle im Körper, jeden Teil seines Bewusstseins für das Eindringen dieses Gefühls geöffnet.

Indem man so weitermacht und der Geist immer ruhiger wird, entdeckt man ein noch tieferes Gefühl vollkommener Fülle, bei dem es kein Hin- und Herströmen mehr gibt -- eine wahrhafte Stille im Körper. Man hat ein schwaches Gefühl, dass an der Körperoberfläche, an der Grenze des eigenen Gewahrseins, ein Luftaustausch stattfindet, aber tief im Innern herrscht eine große Ruhe. Das Gefühl des Trinkens, des Einsaugens ist nicht mehr da, weil man jetzt vollkommen ausgefüllt ist. Ajahn Lee verwendet das Bild eines Eiswürfels: ein Dunst steigt vom Eiswürfel auf -- eine ätherische Bewegung am Rand des eigenen Gewahrseins -- aber alles andere ist fest und ruhig.

Dann hört schließlich selbst dieser Dunst noch auf, und eine unverrückbare Festigkeit füllt das ganze Bewußtsein aus. Sie wird von einem Gefühl der Helligkeit begleitet, obwohl man diese Helligkeit möglicherweise nicht als Licht empfindet. Sie hat eine eigentümliche Qualität: eine körperliche Empfindung, eine Gefühlsstimmung, von Helligkeit, von Klarheit, die den ganzen Körper ausfüllt, und man sitzt einfach nur mitten drin.

Es gibt keinen Grund, diese Stadien im Schnelldurchgang zu durchlaufen, keinen Grund, etwas erzwingen zu wollen. In der Tat ist es am besten, wenn man nicht versucht, so schnell wie möglich voranzukommen. Findet einfach eine Empfindung, auf die ihr euch einstimmen könnt. Bleibt dabei, und sie wird sich von selbst entfalten, einfach weil euer Fokus konstant bleibt. Wenn man am Ende zu diesem Gefühl der festen Ruhe gelangt ist und dabei bleibt, erkennt man allmählich, dass man darüber entscheiden kann, ob man ihm eine Gestalt gibt oder nicht. Man kann sich auf die Empfindungen konzentrieren, die einem das Gefühl körperlicher Gestalt vermitteln, oder man kann sich entscheiden, sie zu ignorieren. Das ist der Punkt, an dem man wirklich erkennen kann, wie das Kammaprinzip bei der Meditation zum Tragen kommt. Es ist fast so, als hätten sich die verschiedenen Körperempfindungen in einen Nebel verwandelt. Es gibt diese schimmernden Atemtröpfchen, und man spürt die sie umgebenden Zwischenräume. Der ganze Körper ist mit dieser Räumlichkeit angefüllt, die sich auch außerhalb des Körpers in alle Richtungen erstreckt. Anstatt sich auf die Tröpfchen zu konzentrieren, kann man sich auch auf den sie umgebenden Raum konzentrieren. Man erhält so einen unmittelbaren Anschauungsunterricht darin, wieviel Entscheidungsfreiheit man beim Erleben der Gegenwart hat. Allein schon das Gefühl, überhaupt einen Körper zu haben, rührt von unterbewußten, Gestalt gebenden Entscheidungen her, die man macht. Man entdeckt, dass es viele verschiedene Empfindungen gibt, auf die man sich jeweils konzentrieren kann, und dass es darauf ankommt, wie geschickt man diese Empfindungen auswählt, wie man die gewünschten verstärkt und die unerwünschten einfach beiseite läßt.

Obwohl es sich also eigentlich um eine Sammlungsübung handelt, ist auch eine Menge Einsichtsvermögen daran beteiligt. Wie der Buddha einmal sagte, braucht man sowohl Ruhe als auch Einsicht, um zu guten, starken Sammlungszuständen zu gelangen. Und wenn er von Einsicht sprach, dann immer in Verbindung mit Kamma, in Verbindung damit, wie geschickt das jeweilige Tun gerade ist.

Diese Übungsweise bereitet also den Boden vor, damit man -- wenn es daran geht, die Themen Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Nichtselbstheit zu betrachten -- sich im richtigen Rahmen bewegt. Man hat einen guten Ort im Innern geschaffen, einen guten Ort in der Gegenwart, so dass man es nicht nötig hat, hungrig nach Diesem oder Jenem zu greifen. Wenn man die Fülle und Ruhe ausgiebig gekostet hat, ist man viel eher in der Gemütsverfassung, um die Dinge so zu betrachten, wie sie wirklich sind -- damit, wenn Einsicht aufsteigt, sie einen nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Ohne diese feste Grundlage können Gedanken über Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Nichtselbstheit einen leicht aus dem Konzept bringen. Aber wenn man über diese Themen im Rahmen dessen nachsinnt, was man gerade in der Meditation tut, führen sie zu noch größerer Festigkeit. Das ist der Punkt, an dem sich innere Sammlung, Ruhe, Einsicht und weises Unterscheidungsvermögen alle auf gesunde, ausgewogene Weise treffen.


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Im Atem gebadet
« Reply #11 on: February 01, 2013, 10:42:59 AM »
Im Atem gebadet
(Bathed in the Breath)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung


Wenn gerade ein Dhammavortrag stattfindet, müsst ihr nicht hinhören. Das Wichtige ist, beim Atem zu bleiben. Wenn der Atem einströmt, wisst ihr, dass er einströmt; wenn der Atem ausströmt, wisst ihr, dass er ausströmt. Versucht, eure Wahrnehmung so vollständig wie möglich mit diesem Erlebnis des Atems auszufüllen. Der Dhammavortrag hier ist ein Zaun, der euch und den Atem umschließt und beieinander hält. Wenn der Geist abschweift, dann ist hier der Klang des Dhamma, um euch daran zu erinnern, wieder zum Atem zurückzukehren, aber wenn ihr beim Atem seid, müsst ihr nicht daran erinnert werden. Ihr macht das Erinnern selbst. Das ist die Aufgabe der Achtsamkeit bei der Meditation. Jedesmal, wenn ihr einatmet, jedesmal, wenn ihr ausatmet, erinnert euch daran, beim Atem zu bleiben. Gebt dem Geist einfach einen kleinen Hinweis: "Da sollst du bleiben, da sollst du bleiben."

Und versucht, die Vorstellung aufzugeben, dass ihr in einem Teil des Körpers steckt und den Atem in einem anderen Teil des Körpers beobachtet. Stellt euch vor, auf allen Seiten vom Atem umgeben zu sein. Er strömt vorne ein und aus, er strömt hinten ein und aus, kommt von oben herab und strömt bis zu den Fingerspitzen, bis zu den Zehenspitzen. Eine kaum merkliche Atemenergie tritt ständig in den Körper ein und tritt aus ihm aus. Wenn man in einem Teil des Körpers sitzt und von dort aus den Atem in einem anderen Teil beobachtet, dann hält man wahrscheinlich die Atemenergie auf, um Raum für das "Ich"-Gefühl in dem Teil des Körpers zu schaffen, der beobachtet. Also stellt euch vor, dass ihr auf allen Seiten völlig vom Atem umgeben seid, dass ihr im Atem gebadet seid, und untersucht dann den ganzen Körper, wo es noch angespannte oder verkrampfte Stellen gibt, die den Atem am Ein- und Ausströmen hindern. Erlaubt ihnen, sich zu lockern.

Auf diese Weise gestattet ihr der ganzen Fülle des Atems einzuströmen, auszuströmen, jedesmal, wenn ihr einatmet, jedesmal, wenn ihr ausatmet. Tatsächlich strömt die Fülle nicht ein und aus. Es gibt eigentlich nur ein inneres Angefülltsein, das im einströmenden Atem gebadet wird, das im ausströmenden Atem gebadet wird. Es wird mit dem Atem nicht hinausgedrückt. Es wird mit dem Atem nicht hinausgedrängt. Jeder einzelne Nerv im Körper darf sich entspannen und von der Fülle kosten, genau hier, genau jetzt. Versucht einfach, jenes Gefühl der Fülle durch die Art, wie ihr atmet, aufrechtzuerhalten. Eure gezielte Aufmerksamkeit gilt dem Atem, aber ihr bemerkt auch unwillkürlich die Fülle.

Wenn es euch nicht gelingen sollte, jenes Gefühl der Fülle im ganzen Körper entstehen zu lassen, dann sucht wenigstens nach einer Stelle im Körper, die sich nicht ausgelaugt anfühlt, die sich offen und ausdehnungsfähig anfühlt, und seht dann zu, ob ihr die gleiche Gefühlsstimmung auf andere Körperstellen übertragen könnt. Haltet Ausschau nach weiteren Körperstellen, wo es sich genauso offen anfühlt, und gestattet ihnen, sich zu verbinden. Zunächst wird sich aus jenem Gefühl des Verbundenseins nicht viel ergeben, aber lasst es offen bleiben, offen bleiben. Haltet dieses Offensein, Offensein aufrecht, jedesmal wenn ihr einatmet, jedesmal wenn ihr ausatmet, und das Gefühl des Verbundenseins wird stärker werden.

Deswegen ist die Fähigkeit, bei diesen Empfindungen bleiben zu können, so wichtig, denn nur wenn man bei ihnen bleibt, haben sie die Möglichkeit, sich zu entfalten. Wenn man sich etwas anderem zuwendet, wenn man an etwas anderes denkt, dann ist das gleichzeitig mit einer gewissen Anspannung im Körper verbunden, damit dieser Gedanke auftreten kann. Ein eventuell schon ansatzweise vorhandenes Gefühl der Fülle -- etwa in den Armen oder Beinen, oder an verschiedenen anderen Körperstellen, den Rücken entlang -- kann sich dann nicht weiter entfalten. Es flaut ab, weil man nicht mehr darauf achtet.

Deswegen spricht der Buddha von der meditativen Sammlung als mahaggatam cittam: als erweitertem Gemüt. Wenn sich die Wahrnehmung nur auf einen einzigen kleinen Punkt beschränkt, dann wird alles übrige hinausgedrängt, dann wird alles übrige ausradiert -- und was ist das anderes als Unwissen? Man versucht eben deshalb, seine Wahrnehmung auf 360 Grad rundum nach allen Richtungen auszudehnen, weil der Geist die Angewohnheit hat, die Wahrnehmung immer nur auf einen Punkt hier, einen Punkt da zu richten, und hin und her wandert, aber immer gibt es jeweils nur diesen einen Punkt, diesen einen Punkt, diesen einen Punkt. Er öffnet sich ein wenig und geht wieder zu, öffnet sich ein wenig und geht wieder zu; nichts hat die Gelegenheit, sich zu entfalten. Aber wenn man den Dingen erlaubt, sich im ganzen Körper zu öffnen, dann entdeckt man, dass man diese Offenheit zerstört, sobald man überhaupt etwas denkt. Also muss man sehr, sehr sorgsam sein, sehr, sehr ruhig und still, damit diese offene Fülle sich entfalten kann.

Diese Eigenschaften - Stetigkeit, Sorgsamkeit und Aufmerksamkeit - sind also wichtig, damit sich dieser Sammlungszustand entfalten lässt. Ohne sie scheint nicht viel zu passieren. Man erreicht ein kleines Stückchen Sammlung, und schon tritt man darauf, wieder ein kleines Stückchen Sammlung, und schon würgt man es ab, indem man etwas anderes betrachtet, an etwas anderes denkt. So kommt es, dass die kleinen Stückchen Sammlung, die man erfährt, nicht besonders bemerkenswert erscheinen. Sie erhalten keine Gelegenheit, bemerkenswert zu sein. Meditative Sammlung braucht Zeit -- und unsere Gesellschaft ist ganz außergewöhnlich darin, dass sie die Erwartung nährt, dass alles möglichst schnell passieren muss. Wenn es nicht schnell geschieht, wenn es nicht sofort passiert, dann kann es ja nichts taugen. Und so haben wir im großen und ganzen die Fähigkeit verlernt, bei einer Sache zu bleiben, während sie sich langsam entwickelt. Wir haben die Fähigkeit verloren, immer wieder ein Stückchen wegzumeißeln, wegzumeißeln, wegzumeißeln, wenn es sich um eine große Aufgabe handelt, die ihre Zeit braucht und sich nicht beschleunigen lässt.

In seinen Gleichnissen bringt der Buddha die Sammlungsübung oft in Verbindung mit handwerklichen Fähigkeiten. Eine handwerkliche Fähigkeit braucht Zeit, und er unterwies Leute, die sich die Zeit genommen hatten, viele nützliche Fähigkeiten zu meistern. In Thailand schleift man Messer noch mit dem Schleifstein, und es ist ein Handwerk, das gelernt werden muss: wie man es macht, das Messer nicht zu ruinieren, während man es schärft. Wenn man ungeduldig wird und versucht, den Vorgang zu beschleunigen, dann ruiniert man die Klinge, sie wird schartig und krumm. Also muss man sehr ruhig dabei sein. Der Geist muss ruhig sein, und man muss ununterbrochen genau das richtige Maß an Druck anwenden, während man die Klinge schärft. Zuerst mag es so aussehen, als ob garnichts passiert, aber mit der Zeit wird die Klinge immer schärfer. Die Stetigkeit des Drucks, den man ausübt, gewährleistet, dass die Klinge an einer bestimmten Stelle nicht zu stark abgeschliffen wird -- an einer Stelle zu scharf, an einer anderen nicht scharf genug. Zu scharf in dem Sinne, dass die Klinge nicht mehr gerade ist. Man hat sie an einer Stelle zu stark abgeschliffen. Man muss auf eine ganze Menge Dinge achten, allein schon beim Schärfen einer Klinge. Aber wenn man diese Fähigkeit in seinem Repertoire hat und zu meditieren beginnt, dann fällt es einem leichter, den Bezug zu dem herzustellen, was man da tut: dieselbe Stetigkeit, dieselbe Gleichmäßigkeit des Drucks, die ununterbrochene Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, die man braucht, um den richtigen Druck aufrecht zu erhalten.

Eine andere Fähigkeit, die oft als Vergleich herangezogen wird, ist die eines Jägers. Ein Jäger muss sehr still sein, um die Tiere nicht abzuschrecken, und gleichzeitig sehr aufmerksam, damit er es nicht verpasst, wenn ein bestimmtes Tier vorbeikommt. Genauso müssen wir als Meditierende darauf achten, dass wir nicht in eine der beiden Richtungen abgleiten: in zuviel Ruhe oder in zuviel geistige Aktivität. Man muss das richtige Gleichgewicht finden. Ein Anthropologe sagte mir einmal im Gespräch, dass die Jagd von allen Fähigkeiten in primitiven Gesellschaften für die Anthropologen am schwierigsten zu erlernen ist. Weil sie die stärkste Konzentration erfordert und gleichzeitig ein Höchstmaß an Aufnahmefähigkeit. Wir jagen hier zwar keine Tiere, aber wir jagen die Sammlung, die noch schwieriger aufzuspüren ist, und noch größere innere Ruhe und Aufmerksamkeit erfordert.

Manchmal glauben wir im Westen, dass wir bei unserer Begegnung mit der Buddhalehre im Vorteil sind: weil wir so gebildet, so belesen sind. Aber ein bedeutender Nachteil für uns besteht darin, dass uns die Geduld und die Beständigkeit fehlen, die man bei der Meisterung einer handwerklichen Fähigkeit erlernt. Behaltet das also beim Meditieren im Auge, wenn ihr bemerkt, dass ihr ungeduldig auf Ergebnisse aus seid. Man muss wachsam und beständig sein. Man braucht jenes Gefühl, im Atem gebadet zu sein, offen zu sein für die Atemempfindungen an allen Stellen im Körper bis hin zur kleinsten Pore der Haut. Dabei lernt man die nötige Empfindungsfähigkeit, die nötige Beständigkeit, um das aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise kann jenes Gefühl der Fülle wachsen und wachsen und wachsen, bis es wirklich wohl tut und zufrieden stellt, damit die eigene Sammlung jene Stärke erhält, jenes Gefühl der Erfrischung und Erquickung, das zu ihrer Fortsetzung nötig ist.

Ajahn Fuang sagte einmal, dass unsere Meditation ohne dieses Gefühl der Fülle, Erquickung, des Entzückens austrocknet. Man braucht es sozusagen als Schmiermittel, damit sich die Dinge reibungslos entfalten können: das Sichwohlfühlen, das Erfrischtsein, das unmittelbare, hautnahe Glücksgefühl, in einem Sammlungszustand zu sein.

Gleichzeitig heilt es alle unsere seelischen Wunden: jegliche Niedergeschlagenheit, jegliches Gefühl unter Druck gesetzt, misshandelt, überfordert zu sein. Es ist wie Arznei für diese seelischen Wunden. Nun ist es so, dass Arzneimittel oft Zeit brauchen, um zu wirken, besonders pflegende und aufbauende Arzneimittel. Denkt an eine Salbe, mit der man aufgeschürfte Haut eincremt. Die Haut ist nicht beim ersten Auftragen sofort geheilt. Es braucht Zeit. Die Haut muss der Salbe längere Zeit ausgesetzt sein, damit sie wirken kann. Genauso ist es auch mit der meditativen Sammlung. Sie ist ebenfalls eine Behandlung, die Zeit braucht. Das eigene Nervensystem muss der inneren Fülle längere Zeit ausgesetzt werden und so die Möglichkeit erhalten, rund herum einzuatmen, auszuatmen, damit Achtsamkeit und Atem gemeinsam ihre heilende Wirkung entfalten können.

Also werdet nicht ungeduldig. Redet euch nicht ein, dass nichts voran geht. Eine Menge sehr wichtige Dinge brauchen Zeit, und sie wirken im Stillen. Wenn man ihnen die Zeit gibt, die sie brauchen, dann erfährt man, dass man mehr herausbekommt als man hineinsteckt. Schließlich könnte man ja auch die ganze Stunde dasitzen und Pläne für die nächste Woche machen, für den nächsten Monat, das nächste Jahr. Was hat man dann am Ende der Stunde? Einen Haufen Pläne. Und ein Teil von einem mag sich befriedigt darüber fühlen, dass man für die Zukunft vorgesorgt hat, aber wenn man darüber nachdenkt, wie viele der eigenen Pläne aus der Vergangenheit tatsächlich zu einem Ergebnis geführt haben, dann erkennt man, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass diese neuen Pläne jemals von Belang sein werden, recht gering ist. Was hätte man dann als Ergebnis dieser Stunde vorzuweisen? Nichts sehr Konkretes. Vielleicht bloß Mäuseknotteln und Stroh. Aber wenn man dem Atem eine Stunde Zeit für seine heilsame Wirkung gibt, wenn man den ganzen Körper dafür öffnet, dass der Atem jeden Nerv bis hin zur kleinsten Pore baden kann, dann weiß man, dass Körper und Geist am Ende der Stunde in wesentlich besserer Verfassung sein werden. Der Körper wird beruhigt sein; der Geist hellwach.

Und ihr müsst ja nicht aufhören, euch im Atem zu baden, wenn die Stunde um ist. Ihr könnt es bei allen euren Tätigkeiten beibehalten. Selbst wenn ihr auf diese Weise nicht mit einem ganzen Bündel Pläne aufwarten könnt, um der Zukunft entgegenzutreten, dann seid ihr immerhin in einer Lage, wo ihr diese Art von Panzer garnicht braucht. Ihr seid mit einem gesunden Körper und Geist gerüstet. Ihr habt eine unsichtbare Rüstung an: das Kraftfeld dieses allumschließenden Atems, der ständig aus eurer Mitte zu jeder Pore strömt, der euch auf allen Seiten beschützt. Das ist etwas, was man in jeder Körperzelle spürt, etwas Unzweifelhaftes, denn man kann es überall rundherum spüren, genau hier, genau jetzt. Und egal, was die Zukunft auch bringen mag, ihr wisst, dass ihr darauf vorbereitet seid. Ihr könnt damit umgehen.

Dieses Gefühl der Fülle, Helligkeit, Wachheit: das ist alles, was man braucht, um den Geist leistungsfähig, gesund und stark zu erhalten.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:30:47 PM by Johann »
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Das schrittweise Vorgehen bei der Atemsmeditation
« Reply #12 on: February 01, 2013, 10:44:43 AM »
Das schrittweise Vorgehen bei der Atemsmeditation
(The Steps of Breath Meditation)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung

Bei seiner Anleitung zur Atemsmeditation lehrt der Buddha insgesamt sechzehn Schritte. Es handelt sich um die ausführlichsten Meditationsanweisungen im Kanon. Und der Atem ist das Thema, das er am wärmsten und am häufigsten empfiehlt -- weil der Atem nicht nur einen Ort abgibt, wo der Geist sich niederlassen und Sammlung erlangen kann, sondern weil er auch etwas ist, das der Geist untersuchen und zerlegen kann. Bei der Beschäftigung mit ihm können alle für das Erwachen nötigen Einsichten aufsteigen -- während der Geist achtsam beim Atem bleibt, aufmerksam beim Atem bleibt und sich gleichzeitig dessen bewusst ist, wie er sich zum Atem verhält.

In den fortgeschritteneren Stadien der Atemsmeditation liegt die Betonung weniger auf dem Atem und dafür mehr auf dem Geist und wie er sich zum Atem verhält. In der Anfangsphase liegt das Schwergewicht allerdings auf dem Atem selber, darauf, wie man den Atem benutzt, um den Geist einzufangen und zum gegenwärtigen Augenblick zu führen. In den ersten beiden Schritten bleibt man einfach beim langen und kurzen Atmen und entwickelt dabei ein Gespür dafür, wie sich langes und kurzes Atmen anfühlt. Mit dem dritten Schritt kommt jedoch ein Element des Beabsichtigens mit ins Spiel. Man übt, und das erste, das man übt, ist, sich des ganzen Körpers bewusst zu sein, während man einatmet, sich des ganzen Körpers bewusst zu sein, während man ausatmet.

Bei der Beschreibung von Sammlungsszuständen verwendet der Buddha keine Bilder für Einsgerichtetsein. Er verwendet Bilder für Ganzkörperwahrnehmung. Wenn vom Atem ein Gefühl des Entzückens und des Wohlseins ausgeht, so lautet seine Anweisung, dass man dieses Gefühl des Entzückens und des Wohlseins in den ganzen Körper einarbeiten soll, so wie man beim Herstellen von Teig Wasser in Mehl einknetet. Ein anderes Bild spricht davon, dass das Entzücken wie Wasser hochsteigt und den ganzen Körper ausfüllt, so wie kühles Quellwasser im Inneren eines Sees hochsteigt und den ganzen See mit seiner Kühle anfüllt. Ein weiteres Bild ist das von Lotusblüten in einem See: einige der Lotusblüten treten nicht aus dem Wasser hervor, sondern bleiben völlig vom Wasser umgeben und sind von den Wurzeln bis zu den Spitzen von der Stille und Kühle des Wassers im See durchtränkt. Wieder ein anderes Bild ist das von einer von Kopf bis Fuß in ein weißes Gewand gehüllten Person, so dass der ganze Körper von dem weißen Gewand bedeckt ist.

Das sind alles Bilder für Ganzkörperwahrnehmung, dafür, wie Entzücken, Wohlsein oder ein helles Gewahrsein den gesamten Körper ausfüllen. Daran gilt es bei der Erforschung des Atems zu arbeiten, denn die Art von Gewahrsein, die das Aufsteigen von Einsicht gestattet, ist nicht ausschließlich auf einen Punkt gerichtet. Wenn man sich auf einen Punkt konzentriert und alles übrige ausblendet, dann bleibt dadurch eine Menge blinder Flecken im Geist übrig. Wenn man sich aber um ein umfassenderes Gewahrsein bemüht, dann hilft das dabei, die blinden Flecken zu entfernen. Anders gesagt, geht es darum, im Atem einzutauchen, sich des Atems auf allen Seiten um einen herum bewusst zu sein. Einer der dafür verwendeten Ausdrücke ist kayagatasati -- den Körper ausfüllende Achtsamkeit. Der Körper ist mit Achtsamkeit getränkt, und die Achtsamkeit ihrerseits ist mit dem Körper getränkt, vom Körper umschlossen. Es ist also nicht so, dass man da irgendwo oben an einer Stelle sitzt -- sagen wir mal im Hinterkopf -- und von dieser einen Stelle aus den übrigen Körper betrachtet, oder dass man versuchen sollte, die Wahrnehmung des übrigen Körpers von dieser Stelle des Gewahrseins zu trennen und zu unterdrücken. Es bedarf der Ganzkörperwahrnehmung, überall rund herum, 360 Grad, um die blinden Flecken im Geist zu entfernen.

Sobald man diese Art von Gewahrsein erreicht hat, arbeitet man daran, sie aufrecht zu erhalten -- obwohl die "Arbeit" dabei nicht so wie andere Arbeit ist. Man arbeitet daran, die Aufmerksamkeit nicht abgleiten, nicht schwächer werden zu lassen. Man arbeitet daran, keine anderen Verpflichtungen aufzugreifen. Nach einer Weile jedoch wird diese Arbeit immer selbstverständlicher, wird einem zur zweiten Natur. Man fühlt sich immer gelassener und zuhause. Indem der Geist sich darin niederlässt, verschwindet allmählich seine übliche Nervosität. Der Körper braucht tatsächlich immer weniger Sauerstoff, weil das Ausmaß der Gehirntätigkeit sich allmählich beruhigt, und deshalb wird der Atem immer schwächer und feiner. Die Atemtätigkeit kann sogar völlig zum Erliegen kommen, weil der Sauerstoff, der durch die Poren der Haut aufgenommen wird, ausreicht.

An diesem Punkt scheint es so, als ob der Atem und das Gewahrsein miteinander verschmolzen wären. Man kann die beiden kaum auseinanderhalten, und so lange es dauert, versucht man es auch nicht. Gestattet dem Gewahrsein und dem Atem, einander zu durchdringen, eins zu werden.

Man muss es diesem Gewahrsein, diesem Gefühl des Einsseins gestatten, sich zu entwickeln, bis es ganz fest ist. Andernfalls kann es leicht wieder zerstört werden, weil der Geist die Gewohnheit hat, zusammenzuschrumpfen. Sobald wir denken, lassen wir das Energiefeld an bestimmten Stellen des Körpers schrumpfen, um sie aus unserem Gewahrsein auszublenden, und das ist der Grund, warum es jedesmal, wenn ein Gedanke sich ereignet, Spannung im Körper gibt. Diese Körperstelle hier wird angespannt, damit man diesen Gedanken denken kann; jene Körperstelle dort wird angespannt, um einen anderen denken zu können, und so geht es hin und her. Es ist also kein Wunder, dass schon der reine Denkvorgang dem Körper viel abverlangt. Nach manchen Abhandlungen in der Chinesischen Medizin verbraucht eine Person mit Denkarbeit dreimal soviel Energie wie eine Person mit rein körperlicher Arbeit. Das kommt daher, weil Denken mit Anspannung im Körper einhergeht. Insbesondere Gedanken, die in die Vergangenheit oder Zukunft abschweifen, müssen ja ganze Welten erzeugen, um sich darin ansiedeln zu können.

Mit gesammeltem Geist denken wir auf andere Weise. Im Anfangsstadium denken wir noch, aber wir denken nur über den gegenwärtigen Augenblick, beobachten nur den gegenwärtigen Augenblick, sind wach und aufmerksam bei dem, was hier geschieht, und müssen deshalb keine vergangenen oder zukünftigen Welten erzeugen. Das erlegt dem Körper weniger Anspannung auf. Um den Brennpunkt auf dem Jetzt aufrechtzuerhalten und nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen, muss man sein Gewahrsein so breit wie möglich halten. Dadurch bleibt man in der Gegenwart verwurzelt, ganz hinab bis zu den Fingern und Zehen. Mit breit entfalteter Wahrnehmung kommt es nicht zu dem Zusammenschrumpfen, das es dem Geist erlauben würde, Gedanken von Vergangenheit und Zukunft nachzuhängen. Man bleibt vollkommen im gegenwärtigen Augenblick angesiedelt. Die Notwendigkeit, zu denken, wird immer schwächer.

Indem immer weniger Gedanken dem Fluss der Atemenergie im Weg stehen, entwickelt sich ein Gefühl der Fülle überall im Körper. Die Texte bezeichnen diese Fülle als Entzücken, und das sie begleitende Wohlgefühl als Freude. Man lässt dieses Gefühl freudiger Fülle den Körper durchdringen, aber man behält den Blickpunkt auf der Atemenergie, selbst wenn sie vollkommen ruhig ist. Schließlich -- und man sollte nicht versuchen, dies zu beschleunigen -- kommt der Punkt, an dem Körper und Geist von diesem Entzücken und Wohlgefühl genug haben, so dass man ihnen erlauben kann, abzuklingen. Oder es mag Zeiten geben, wenn das Entzücken zu übermächtig wird, und in diesem Fall sollte man versuchen, das Gewahrsein des Atems so weit zu verfeinern, dass es ohne Beeinträchtigung am Entzücken vorbei kommt, bis man auf eine Stufe völligen Wohlseins gelangt. Dann klingt auch noch dieses Wohlsein ab -- der Eindruck, das Wohlgefühl in sich aufzusaugen --, und es bleibt völlige Stille übrig.

Nachdem man fest in der Stille verwurzelt ist, kann man allmählich nach der Trennlinie zwischen Gewahrsein und Atem suchen. Bis zu diesem Punkt hat man den Atem gehandhabt, indem man versucht hat, immer feinfühliger dafür zu werden, was sich beim Atmen angenehm anfühlt und was nicht. Dabei wurde diese Einflussnahme immer behutsamer und unaufdringlicher, bis man jetzt endlich darauf verzichten und einfach so beim Atem sein kann. Dadurch kann der Atem immer schwächer und feiner werden, bis er vollkommen ruhig wird. Wenn alles ganz fest, ganz still ist, dann treten das Gewahrsein und das Objekt des Gewahrseins auf natürliche Weise auseinander, so wie chemische Substanzen in einer Suspension, die man ruhig stehen lässt. Sobald das Gewahrsein als eigenständiger Faktor hervortritt, kann man damit beginnen, die Bausteine des Geistes, die Gefühle und Eindrücke, die das Gewahrsein formen, unmittelbar zu handhaben. Man kann sie dabei genau beobachten, weil der Atem jetzt aus dem Weg ist.

Es ist wie beim Einstellen eines Radiosenders: solange noch statisches Rauschen da ist, solange man nicht genau auf die Frequenz des Senders abgestimmt ist, kann man die Feinheiten des Signals nicht hören. Aber sobald man genau auf der Frequenz liegt, verschwindet das Rauschen und die ganzen Feinheiten werden deutlich. Wenn man auf den Geist abgestimmt ist, kann man die Feinheiten von Empfindungen und Eindrücken erkennen und wie sie sich verändern. Man kann die Ergebnisse sehen, die von ihnen herrühren, den Einfluss, den sie auf das Gewahrsein haben, und nach einiger Zeit scheint es einem, je geringer dieser Einfluss, desto besser. Also gestattet man ihnen, sich zu beruhigen. Wenn sie zur Ruhe gekommen sind, bleibt nur noch das Gewahrsein selbst übrig.

Aber selbst dieses Gewahrsein besitzt noch ein Auf und Ab, und um auch das noch zu überwinden, weist einen der Buddha an, es genauso zu behandeln wie man den Atem und die geistigen Faktoren wie Empfindungen und Eindrücke gehandhabt hat. Die Schriften sprechen davon, den Geist aufzumuntern, den Geist zu beruhigen und den Geist zu befreien. Anders ausgedrückt, gewinnt man, je mehr man sich an die verschiedenen Sammlungsstufen gewöhnt, allmählich ein Gespür dafür, welche Art der Sammlung für das Gewahrsein gerade in diesem Augenblick gebraucht wird. Wenn es instabil erscheint, was kann man tun, um es zu festigen? Wie ändert man die Wahrnehmung des Atems oder passt den Brennpunkt der Aufmerksamkeit an, um den Geist beständiger zu machen? Wenn die Meditation auszutrocknen beginnt, was kann man tun, um den Geist aufzumuntern? Und während man von einer Stufe der inneren Sammlung zur nächsten geht, was genau lässt man da los, damit der Geist sich von der schwächeren Sammlungsstufe ablöst und sich in einer stärkeren ansiedeln kann?

Wenn der Buddha an dieser Stelle des Übungswegs von Befreiung des Geistes spricht, dann meint er damit nicht die endgültige Befreiung. Er spricht über die Art von Befreiung, die geschieht, indem man beispielsweise das Sinnen und Erwägen des ersten Jhanas aufgibt, sich von der Last dieser Faktoren befreit und damit in das zweite Jhana übergeht, und so weiter bei den übrigen Sammlungsstufen. Indem man das tut, erkennt man allmählich, wie sehr diese Sammlungsstufen gewillkürt sind. Das ist wichtig. Einsicht kann sich in der inneren Sammlung ergeben, während man von einer Stufe zur nächsten geht und dabei quasi wie aus dem geistigen Augenwinkel heraus nebenbei bemerkt, was man tut, um von einer Art, den Atem zu erleben, zur nächsten zu gehen, von einer Stufe innerer Festigkeit zur nächsten. Und man erkennt, wie sehr es sich dabei um etwas willkürlich Hervorgerufenes handelt.

Das führt schließlich zu denjenigen Stadien der Atemsmeditation, die mit der Einsicht in Verbindung stehen. Zunächst ist da Einsicht in die Unbeständigkeit, sowohl beim Atem als auch - noch wichtiger - beim Geist, indem man erkennt, dass sogar diese festen, sehr erquickenden Sammlungssstufen gewillkürt sind. Hinter all der Erquickung, all der Festigkeit, steht ein wiederholtes Wollen, Wollen, Wollen, um den Sammlungsszustand aufrecht zu erhalten. Darin besteht eine gewisse Beschwernis. Einsicht in die Unbeständigkeit hat weniger damit zu tun, wie man Erlebnisse konsumiert, als vielmehr damit, wie man sie erzeugt. Man sieht die ganze Mühe, die in das Erzeugen einer bestimmten Art von Erlebens einfließt, und es erhebt sich die Frage: "Ist es das wert? Ist es nicht beschwerlich und mühevoll, dauernd immer wieder solche Erlebnisse machen, machen, machen zu müssen?"

Das Problem wird nun: "Was kann man tun, um diese Last aufzugeben?" Wenn man aufhört, solche Sammlungsszustände herzustellen, hat man da keine andere Wahl, als wieder zurückzukehren und andere Erlebnisse zu produzieren? Oder ist es möglich, überhaupt keine Erlebnisse herzustellen? All unsere normalen Erlebnisse von Augenblick zu Augenblick zu Augenblick, sei es nun in der inneren Sammlung oder nicht, rühren von einem gewissen Element des Beabsichtigens, des Wollens her. Und nunmehr ist man an einem Punkt angelangt, wo dieses Element des Wollens, des Beabsichtigens als offensichtliche Last zutage tritt. Vor allem, wenn man sich umschaut und fragt: "Für wen erzeuge ich das überhaupt? Wer genau konsumiert denn das?" Man erkennt immer deutlicher, dass der Eindruck, wer man ist, wer dieser Verbraucher ist, schwer zu lokalisieren ist, weil er vollständig aus den Ansammlungen besteht und weil die Ansammlungen selbst unbeständig, leidvoll und ohne inneren Kern sind. Dieser Verbraucher ist ebenfalls etwas Erzeugtes. Das führt zu einer Haltung, die in den Schriften nibbida genannt wird, was als Ernüchterung oder Desillusionierung übersetzt werden kann. Manchmal steht in den Übersetzungen drastischer: Abscheu. In jedem Fall handelt es sich dabei um das Gefühl, dass man genug davon hat. Man fühlt sich in diesem Vorgang gefangen. Man findet kein Gefallen mehr daran. Man sucht nach einem Ausweg.

Also richtet man sein Augenmerk auf das Loslassen. Nach den Schriften besteht zunächst eine Hinwendung zur Leidenschaftslosigkeit, dann eine Hinwendung zum Erlöschen, und dann schließlich zur vollkommenen Loslösung. Mit anderen Worten lässt man auf der letzten Stufe jegliche Art von Tun fallen, jegliches Wollen und Beabsichtigen, den Erschaffer, den Erleber, den Beobachter, sogar alle Eindrücke und Gedankenbilder, die den Weg ausmachen. Wenn die den Weg bildenden Faktoren ihr Werk vollendet haben, kann man sie ebenfalls aufgeben.

Alles dies findet genau hier beim Atem statt, dem Punkt, wo Geist und Körper beim Atmen zusammentreffen. Deswegen soll man nach dem Buddha den Atem als Thema der Meditation nie vollständig fallenlassen. Das Fortschreiten auf dem Weg rührt einfach daher, dass man genau hier bleibt und immer umfassender gewahr wird, was alles genau hier rundherum vor sich geht. Man entwickelt ein umfassenderes Gewahrsein, nicht nur überall im Körper, sondern auch überall im Geist. Man erkennt und durchschaut jetzt die blinden Flecken, die es einem bisher ermöglichten, blindlings Erlebnisse zu konsumieren und dabei die Tatsache zu vergessen, dass man sie erst erzeugen musste. Es ist wie wenn man im Kino einen Film anschaut — zwei Stunden Spiel von Licht und Schatten auf der Leinwand — und dann später eine Dokumentation sieht, wie der Film gemacht wurde. Man entdeckt, dass Monate, manchmal sogar Jahre an Arbeit hineingesteckt wurden, und es erhebt sich die Frage: "War es das wert?" Einige kurze Stunden leeren Vergnügens, und schon hat man es wieder vergessen — trotz der ganzen Mühe und Entbehrung, die das Herstellen gekostet hat.

Wenn man nun also seine ganzen Erlebnisse mit diesem gemeinsamen Maßstab betrachtet, die ganze Mühe sieht, die in ihre Erzeugung fließt, und sich fragt, ob es das wert ist: das ist der Punkt, wo man wirklich desillusioniert, ernüchtert wird, wo man wirklich loslassen kann. Man gibt nicht nur Eindrücke und Empfindungen in ihrem Kommen und Gehen auf, sondern auch das Erzeugen dieser Dinge. Man erkennt, dass diese Tätigkeit des Erschaffens allumfassend ist, dass sie allen Erlebnissen innewohnt. Man erzeugt ständig, sei es nun auf geschickte, taugliche Weise oder auf ungeschickte, untaugliche Weise. Jedesmal, wenn es zu einem Willensimpuls kommt, jedesmal, wenn im Geist eine Auswahl stattfindet, bedeutet das gleichzeitig eine Erschaffenshandlung. Dieser Vorgang wird einem allmählich lästig; daraus ergibt sich schließlich die Hinwendung zum Loslassen.

Man lässt das Erschaffen gehen, man gibt das Erzeugen auf, und dieses Aufgeben führt zu einer wirklichen Öffnung der Dinge. Der Geist öffnet sich für eine völlig andere Dimension: eine, die nicht erschaffen, nicht erzeugt ist, wo es kein Erscheinen und Verschwinden gibt. Und auch das wird genau da berührt, obwohl es in jenem Moment keine Empfindung des Atems gibt, keine Empfindung des Körpers, keine Empfindung des Geistes als funktionierendem, erschaffendem Verbraucher oder Erzeuger. Wenn der Buddha darüber spricht, spricht er nur in Vergleichen, und alle Vergleiche sind solche der Freiheit. Das ist so ziemlich alles, was man sagen kann, wenn man versucht, es zu beschreiben, aber es gibt eine Menge darüber zu sagen, wie man da hingelangt. Deswegen sind Buddhas Lehren so umfangreich. Er beschreibt den Weg dahin in allen Einzelheiten und geht auf jeden Schritt ein. Aber wenn ihr wissen wollt, wie es ist, das Ziel zu erreichen, dann haltet euch nicht mit langwierigen Beschreibungen auf. Geht einfach Schritt um Schritt vor, und ihr werdet es selbst genau hier erkennen.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:30:55 PM by Johann »
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Der Beobachter
« Reply #13 on: February 01, 2013, 10:46:14 AM »
Der Beobachter
(The Observer)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung


Manchmal fällt einem die Meditation leicht; manchmal fällt sie einem schwer. Aber ob leicht oder schwer, unsere geistige Einstellung sollte stets gleichmäßig bleiben. Wenn es gut läuft, werdet nicht nachlässig. Wenn man nachlässig wird, lockern sich die Dinge, so wie Schrauben am Auto. Nach einiger Zeit fangen die Sachen an zu klappern, und schließlich fallen sie ab. Wenn die Dinge andererseits nicht so gut laufen, regt euch nicht darüber auf. In beiden Fällen besteht die Regel Nummer Eins darin, eine durchgängige geistige Einstellung beizubehalten. Entwickelt ein starkes Gespür für den Beobachter, den Teil des Geistes, der einfach nur beobachtet, was vor sich geht, und identifiziert euch so weit wie möglich damit.

Ajahn Suwat bemerkte einmal, dass sein Geist am Beginn seiner Lehrzeit bei Ajahn Man überall herumzuirren schien. Wenn er saß und meditierte, dann dachte er an Dies und dachte an Jenes, aber er traute sich nicht, Ajahn Man davon zu berichten, weil er sich davor fürchtete, was Ajahn Mans Antwort darauf sein würde. Schließlich erkannte er aber: "Ich bin ja hier, um zu lernen." Also suchte er Ajahn Man auf, um zu sehen, welchen Rat er ihm geben würde.

Und Ajahn Mans Antwort war: "Na ja, wenigstens bekommst du mit, was vor sich geht. Das ist besser, als wenn man sich der Ablenkungen überhaupt nicht bewusst ist." Dann zitierte er die Lehrrede über die Grundlagen der Achtsamkeit: Einen zerstreuten Geist als zerstreuten Geist zu erkennen gilt als eine der Grundlagen der Achtsamkeit.

Ajahn Suwat ging mit dieser Belehrung sehr gut um. Er begriff, dass Ajahn Man ihn nicht etwa lobte, sondern ihm einfach etwas Trost, etwas Ermutigung spendete. Er sagte nicht, dass alles in bester Ordnung sei, aber er machte ihm auch klar, dass er kein völliger Versager war, dass die Tatsache, dass er überhaupt meditierte, besser war, als wenn er garnicht meditiert hätte.

So geht es Leuten häufig: Wenn sich die Dinge beim Meditieren nicht so gut entwickeln, dann sagen sie: "Na ja, ist wohl nicht mein Tag heute. Ich höre besser auf mit Meditieren." Nicht zu meditieren ist nicht die Lösung. Selbst wenn es nicht angenehm sein mag, ist es besser, eine schlechte Meditation durchzusitzen, als überhaupt nicht zu meditieren. Irgendwann kommt möglicherweise ein Punkt im Verlauf der Meditation, wo man endlich zur Besinnung kommt, wo man dabei etwas erkennt, was man vorher nicht gesehen hat. Deswegen ist jenes Gespür für den Beobachter so wichtig.

Im Pali-Kanon wird von einer Person gesprochen, die ihr Meditationsthema fest im Griff hat, und das dafür verwendete Gleichnis ist das von einem Sitzenden, der auf einen Liegenden herabblickt, oder von einem Stehenden, der auf einen Sitzenden herabblickt. Anders gesagt, nimmt man einen Standpunkt ein, der etwas oberhalb der Geschehnisse liegt, und beobachtet von dort. Man tritt von dem, was vor sich geht, zurück, um eine bessere Perspektive zu gewinnen, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wo das Ungleichgewicht im eigenen Geist liegen mag, um zu beobachten, was man tut, und sich zu überlegen, was man daran ändern könnte.

Warum genau geht es mit der Meditation schlecht voran? Woran hapert es? Ajahn Fuang gab einmal den Rat, sich die sieben Faktoren einzuprägen, die Ajahn Lee in seiner Methode #2 anführt, und dann die eigene Meditation damit zu vergleichen, um festzustellen, woran es hapert. Wenn alle sieben Komponenten da sind, dann kommt der Geist auch ganz gewiss zur Ruhe: achtsam, fest und still. Also überprüft, was fehlen könnte. Seid ihr euch der Länge der Atemzüge nicht bewusst? Ist euch nicht klar, ob der Atem angenehm ist? Lasst ihr die angenehmen Empfindungen beim Atmen sich nicht ausbreiten? Habt ihr keinen Ruhepunkt für den Geist, für den Atem im Körper? Geht einfach die Liste durch, und wenn ihr feststellt, dass irgendeine der Komponenten fehlt, dann bemüht euch um Ausgleich.

Dazu wiederum braucht man das Gespür für den Beobachter, die Person, die zuschaut und durch das Geschehen nicht in Aufregung versetzt wird, sich nicht davon fortreißen lässt, sondern einfach nur völlig unparteiisch zuschaut. Wenn man auf diese Weise zuschauen kann, ist selbst eine schlechte Meditation keine völlige Katastrophe. Man begreift sie als Herausforderung. Vielleicht ist ja die heutige Meditation ein klein wenig anders als die gestrige. Gestern abend lief es gut, aber heute fängt man an und die Dinge scheinen sich nicht besonders gut zu entwickeln. Statt sich dadurch aus dem Konzept bringen zu lassen, fragt man einfach: "Hängt es am Körper? Stimmt etwas mit dem Atem nicht? Stimmt etwas mit der inneren Einstellung nicht? Bin ich zu aufgeputscht? Zu niedergeschlagen?" Eine Menge unterschiedlicher Faktoren können hier eine Rolle spielen, seien es Dinge im Geist oder Dinge im Körper. Wenn man lustlos ist, kann man die Art, wie man atmet, ändern, um sich zu mobilisieren. Wenn man rastlos ist, kann man so atmen, dass man ruhiger wird.

Versucht, beim Beobachten so präzise wie möglich zu sein. Oft sind es die Einzelheiten, die kleinen Dinge, die bei der Meditation einen Unterschied ausmachen, und wenn man nicht genau aufpasst, sondern nur der Routine folgt, entgeht einem eine Menge. Möglicherweise übersieht man etwas Wichtiges, etwas ganz Unscheinbares. Versucht, jede Einzelheit peinlich genau durchzugehen, versucht, sehr genau zu beobachten, geht mit eurer Beobachtungsfähigkeit ganz nahe an die Dinge heran.

Im Thailändischen gibt es ein Wort, thii, mit dem man beschreibt, wie nahe beieinander beispielsweise die Zähne an einem Kamm oder die Latten in einem Zaun stehen -- immer wenn es sich um eine Abfolge von Dingen handelt. Auch die Frequenz eines Radiosignals wird damit beschrieben. Je höher die Frequenz, desto näher die Frequenz. Aufeinander folgende Betätigungen der Achtsamkeit, der Aufmerksamkeit, sollen also sehr nahe beieinander liegen: direkt hintereinander, lückenlos. Wenn man stattdessen viele Lücken dazwischen lässt, dann bleibt genug Zeit, um im Geist den Vorhang fallen zu lassen. Die Bühnenarbeiter können das Hintergrundbild austauschen, und wenn der Vorhang wieder aufgeht, ist man ganz woanders. Aber wenn die Achtsamkeit nahe genug dabei bleibt, haben sie keine Zeit, den Vorhang herunterzulassen. Wenn sie das Bühnenbild austauschen, sieht man, wie es geschieht, und das zerstört die Illusion, von der man ansonsten getäuscht würde.

Was also auch passiert in der Meditation, haltet immer ein und werdet euch klar darüber: "Wo ist jetzt eben der Beobachter?" -- anders gesagt, der Teil des Geistes, der einfach beobachten kann, ohne dabei von den Ereignissen auf irgend eine Art und Weise beeinflusst zu werden. Wir sind so daran gewöhnt, in dem Teil des Geistes zu leben, der ständig von den Ereignissen herumgestoßen wird, dass es fast wie Verrat erscheint, davon zurückzutreten und in jenem Teil zu sein, der durch überhaupt nichts beeinflusst wird, durch überhaupt nichts berührt wird, der einfach nur zuschaut und beobachtet, was vor sich geht. Diesen Platz im Geist gibt es immer. Also versucht, ihn aufzuspüren; macht euch damit vertraut. Macht daraus die Grundlage für eure innere Haltung, so dass ihr, ganz gleich, was auch geschieht, die Ereignisse so seht, wie sie wirklich sind, so dass ihr die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung deutlich erkennen könnt. Das versetzt euch in eine Lage, in der ihr eure Findigkeit dazu benutzen könnt, Änderungen vorzunehmen, hier etwas anzupassen, da etwas anzupassen, dieses auszuprobieren, jenes auszuprobieren. Selbst wenn das, was ihr ausprobiert, nicht funktionieren sollte, habt ihr immer noch etwas gelernt. Ihr habt gelernt, dass diese besondere Herangehensweise hier nicht funktioniert, und das zu wissen ist auch etwas wert.

Wenn man diese Haltung einnimmt, dann spielt es keine Rolle, wie gut oder wie schlecht die Meditation sich gerade entwickeln mag, sie stellt immer eine Gelegenheit zum Lernen dar.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:31:03 PM by Johann »
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Urteil und Vorurteil
« Reply #14 on: February 01, 2013, 10:47:38 AM »
Urteil und Vorurteil
(Judicious vs. Judgmental)
von
Thanissaro Bhikkhu
Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Lothar Schenk
© Nur zur unentgeltlichen Verteilung

Eine der schwierigsten, aber notwendigen Fähigkeiten, die wir als Meditierende entwickeln müssen, ist es zu lernen, ohne Vorurteil zu urteilen. Und als Vorstufe zur Entwicklung dieser Fähigkeit ist es gut, über den Unterschied zwischen beiden nachzudenken.

Ein Vorurteil ist im Grunde der Versuch, etwas loszuwerden, das wir nicht verstehen, und das wir wahrscheinlich auch garnicht verstehen wollen. Wir sehen etwas, das uns nicht gefällt, und wir versuchen, es zu unterdrücken, es auszuradieren, ohne uns die Zeit zu nehmen, es zu verstehen. Wir sind ungeduldig. Was es auch ist, dem wir mit Vorurteil begegnen, wir wollen es ganz schnell loswerden.

Ein ausgewogenes Urteil zu fällen erfordert demgegenüber Geduld im Verein mit Verständnis. Man trifft seine Entscheidung erst, nachdem man alle Alternativen, alle die Frage betreffenden Gesichtspunkte verstanden hat. Auf diese Weise beruht die Entscheidung auf Wissen, nicht auf Gier, Abneigung oder Verblendung.

Deswegen sagte der Buddha bei seiner detaillierten Darstellung der vier Wahrheiten, dass unsere Aufgabe in Bezug auf die erste Wahrheit -- die Wahrheit vom Leiden -- darin bestünde, es zu begreifen. Allzu oft behandeln wir Schmerzen so wie alles, was wir nicht mögen: wir wollen sie so schnell wie möglich los werden, ohne uns die Zeit zu nehmen, sie zu verstehen. Also lernen wir in unserer Praxis, die Dinge in uns, die wir nicht mögen, nicht von vorne herein zu verurteilen. Wir entwickeln die nötige Geduld und die Fähigkeit, innezuhalten und einen langen und genauen Blick auf diese Dinge zu werfen, um ein ausgewogenes Urteil über sie fällen zu können, um mittels Verständnisses mit ihnen umgehen können. Wir geben ihnen Raum, um sie betrachten zu können, um sie verstehen zu können, damit wir, wenn wir letzten Endes entscheiden sollten, dass sie wirklich untauglich sind, dass wir wirklich nicht möchten, dass sie in unserem Geist vor sich gehen, sie gründlich und schnell beseitigen können.

Problematisch am Vorurteil ist, dass es nicht bewirkt, was es soll. Wir versuchen, Dinge an einer bestimmten Stelle zu unterdrücken, und sie tauchen an einer anderen Stelle wieder auf, wie in dem alten Kinofilm The Thing. "Das Ding" zog sich in den Untergrund zurück und tauchte plötzlich woanders wieder auf. Wenn man an einer Stelle einen Kopf, eine Identität abschlug, brachten seine unterirdischen Wurzeln und Tentakeln an einer anderen Stelle eine neue, noch furchtbarere Identität hervor. Das gleiche geschieht in unserem Geist, wenn wir versuchen, etwas loszuwerden, dessen Wurzeln wir nicht kennen, von dem wir nicht verstehen, wo es herkommt.

Ein ausgewogenes Urteil zu fällen ist jedoch wirksamer. Es ist treffsicherer. Wir erkennen, was tatsächlich tauglich ist im Geist, was tatsächlich untauglich ist, und wir lernen, wie man beides auseinander hält. Oft hängen unsere tauglichen und untauglichen Angewohnheiten miteinander zusammen. Die Sachen, die wir an uns nicht mögen, haben tatsächlich auch etwas Gutes an sich, aber wir bemerken es nicht. Stattdessen konzentrieren wir uns nur auf das, was wir nicht mögen, oder wovor wir uns fürchten, und am Ende versuchen wir alles auf einmal auszulöschen, das Gute zusammen mit dem Schlechten.

Deswegen meditieren wir: um einen Schritt zurückzutreten, um die Dinge geduldig zu betrachten, damit wir sie als das erkennen können, was sie sind, und dann wirkungsvoll mit ihnen umgehen können. Unsere Praxis innerer Sammlung stattet uns mit einem sicheren ruhenden Pol in unserem Erleben aus, wo wir uns weniger von den Dingen bedroht fühlen. Wenn wir uns weniger bedroht und unter Druck gesetzt fühlen, gibt uns das die Flexibilität, geduldiger zu sein, genauer hinzuschauen, was im Geist vor sich geht, und die jeweils richtige Einstellung gegenüber dem zu entwickeln, was tauglich ist, und was nicht.

An dieser Stelle kommen die vier erhabenen Geisteshaltungen ins Spiel. In den Siebzigern las ich einmal ein Buch über den Buddhismus, dessen Autor versuchte, alles um die vier edlen Wahrheiten herum zu gruppieren, aber keinen Ansatzpunkt fand, wie sich die vier erhabenen Geisteshaltungen in den Rahmen der vier Wahrheiten einfügen ließen. Sie schienen einfach mit keiner anderen Stelle zusammen zu passen, und so behandelte der Autor sie schließlich als völlig eigenständiges Thema. Aber tatsächlich bilden die vier erhabenen Geisteshaltungen das Fundament der gesamten Lehrausübung. Sie sind der Grund, warum der Buddha seine Lehre auf die vier edlen Wahrheiten fokussierte. Es setzt ein gewisses Wohlwollen voraus, um sich überhaupt für die Frage zu interessieren, wie Leiden verstanden werden kann, weil man einen wirksamen Weg finden möchte, um damit umzugehen. Vom Leiden loskommen, Wohl erfahren, möchte man genau deswegen, weil man sich selbst und anderen Gutes wünscht. Also versuchen wir als Meditierende diese Haltung, diesen Wunsch als Mittel zu verwenden, um jenen ruhenden Pol zu entwickeln, den wir brauchen, um auf jenes Wohlergehen aus einer Position der Stärke heraus hinarbeiten zu können. Wenn man dieses grundlegende Wohlwollen nicht besitzt, wird man es schwer haben, die Kraft aufzubringen, die man braucht, um die innere Sammlung zu meistern, um beim Atem zu bleiben, um immer wieder zum Atem zurückzukehren, egal wie oft man abschweift.

Nun mag es sein, dass ihr gerne schon weiter sein möchtet als auf der Stufe, auf der man versucht, den Geist einzufangen. Ihr wollt euch vielleicht hinsetzen und *zack* da ist es: das erste Jhana. Und wenn es nicht gleich geschieht, werdet ihr unzufrieden. Gebt diese Unzufriedenheit auf. Lasst den ganzen Stolz ruhen und auch die Schattenseite des Stolzes, das Sich-Schämen. Lasst diese Dinge einfach auf sich beruhen, sagt euch, dass es eben so ist, wie es ist, dass dies die Stelle ist, an der ihr steht, und seid bereit, immer wieder zurückzukehren, zurückzukehren, bei diesen einfachen Aufgaben zu bleiben. Eine bestimmte Fähigkeit meistern nur diejenigen, die gewillt sind, zurückzutreten und die einfachen Schritte zu meistern, sie immer wieder und wieder zu üben, weil man durch das Üben der einfachen Schritte, wenn man aufmerksam dabei ist, viele der wichtigsten Lektionen lernt.

Diese Schritte sind nicht einfach nur eine mechanische Vorgehensweise, durch die man sich so schnell wie möglich einen Weg bahnen muss wie mit der Planierraupe. Man muss auf das, was man tut, achten, auch dann, wenn es nicht gut läuft. Achtet darauf, wie der Geist abgleitet, achtet darauf, wie ihr ihn wieder zurückholt, und ihr werdet allein dabei eine ganze Menge lernen. Als Grundlage von diesem allem soll man eine innere Haltung gutgelaunten Wohlwollens pflegen. Wenn ein Gefühl der Enttäuschung aufsteigt, dann ruft euch ins Gedächtnis zurück, dass ihr aus guten Absichten heraus hier seid, nicht um euch selbst zu frustrieren, nicht um wieder etwas Neues zu haben, für das ihr euch geißeln oder euch Vorwürfe machen könnt. Ihr habt euch wohlgesonnen hierherbegeben, um dem Geist einen Ort zu schaffen, an dem er sich niederlassen und sich wohlfühlen kann.

Entwickelt Mitgefühl für euch selbst. Überlegt euch, wieviel Leiden ihr euch selbst vielleicht gerade bereiten würdet, wenn ihr jetzt nicht meditieren würdet. Überlegt euch, wieviel Leiden ihr vielleicht anderen gerade zufügen würdet, wenn ihr jetzt nicht meditieren würdet. Wenn die Dinge bei eurer Meditation nicht so gut laufen, wird euch das helfen, euch daran zu erinnern, dass das immer noch viel besser ist als das meiste, was die Leute in ihrem Leben so tun. Es ist gut und hilfreich, eure Zeit auf diese Weise zu nutzen.

Entwickelt weiter eine Haltung der Mitfreude, indem ihr das Glücklichsein, das ihr durch das Üben entwickeln könnt, schätzen lernt, das Glücklichsein anderer schätzen lernt. Von allen vier erhabenen Geisteshaltungen erhält die Mitfreude am wenigsten Publicity. Sie ist oft am schwierigsten zu entwickeln. Es scheint da Stimmen in unserem Kopf zu geben, die etwas gegen das Glücklichsein haben -- sei es nun, wenn andere Leute glücklich sind, oder, wenn andere neidisch auf unser Glücklichsein waren, haben wir irgendwo ihre Stimmen aufgegriffen und zu unseren gemacht, und können nun sogar unserem eigenen Glücklichsein misstrauen. Also müssen wir diesen Stimmen entgegenwirken, indem wir uns klar machen, dass es nicht verkehrt ist, glücklich zu sein. Es ist das Ergebnis unserer Handlungen. Wenn das Glück, das jemand gerade erfährt, im Verhältnis zu seinen oder ihren gegenwärtigen Handlungen unverdient zu sein scheint, dann muss etwas aus der Vergangenheit dafür verantwortlich sein. Erinnert euch gleichzeitig daran, dass eine Haltung der Missgunst weder euch noch irgendjemand anderem weiterhilft. Manchmal erscheint es ungerecht, dass einige Leute glücklich sind und andere nicht. Aber lasst die Frage von Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit momentan auf sich beruhen. Wann immer ein Gefühl des Wohlergehens im Geist auftaucht, lernt dieses Gefühl des Wohlergehens zu schätzen. Es ist nützlich.

Die meisten Leute werden selbstgefällig, wenn sie Glück erfahren; das ist einer der Gründe, warum die Suche nach Glück als selbstsüchtig hingestellt wird. Leute, die Macht, Schönheit oder Reichtum genießen, neigen dazu, selbstgefällig zu werden, und als Folge ihrer Selbstgefälligkeit lassen sie sich dann zu schlimmen Taten hinreißen. Aber wenn man sich dem Glücklichsein mit der Haltung von jemandem nähert, welcher sein Leben nach der Lehre des Buddha führt, dann gibt es eine gute Verwendung für das Glücklichsein. Es ist eine Gemütsverfassung, die bei richtiger Verwendung zu innerem Frieden führen kann. Schließlich muss die Sammlung, nach der wir bei unserer Lehrausübung suchen, eine Grundlage im inneren Wohlergehen haben. Andernfalls würde der Geist sich dort nicht halten lassen. Wenn man also lernt, das Gefühl inneren Wohlergehens richtig zu verwenden, ohne Selbstgefälligkeit, dann hat das keine Nachteile.

Als der Buddha sich vor seiner Erwachung in der Wildnis viele, viele Jahre lang kasteite, da hatte er eine sehr ungesunde Einstellung zum Glücklichsein. Er hatte Angst davor. Er hatte Angst vor dem Wohlergehen, weil er befürchtete, dass es zu allerlei Nachteilen im Geist führen würde. Nur indem er sorgfältig das Wohlgefühl in den Jhanas erwog und erkannte, dass es daran nichts zu fürchten gab, dass es bei dieser Art Wohlergehen keine Nachteile gab, war er in der Lage, sich mit ganzem Herzen der Ausübung der Jhanas zu widmen.

Es ist gut, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass der Buddha alles, was uns bei unserer Übung zu schaffen macht, auch durchgemacht hat. Es ist nicht so, dass mit uns irgend etwas besonders falsch wäre. Das sind normale menschliche Neigungen. Der Buddha war ein Mensch und musste auch normale menschliche Neigungen überwinden. Wir sind also in guter Gesellschaft. Sein Beispiel zeigt uns, dass man sie überwinden kann, und gibt uns die Gewissheit, dass wir als Menschen auch die Fähigkeit dazu haben.

Schließlich gibt es noch die Geisteshaltung des Gleichmuts, die mancherlei Nutzen hat. Wenn wir uns hier in der Meditation Mühe geben und die Ergebnisse sich nicht so schnell einstellen, wie wir es gerne hätten, dann lehrt uns die Gleichmut, Geduld zu haben. Sie erinnert uns daran, dass es das Prinzip des Handelns oft erfordert, dass die Dinge viel Zeit brauchen. Wenn ihr an etwas arbeitet, das viel Zeit braucht, dann versucht, Gleichmut zu entwickeln. Damit wird es einfacher, geduldig zu sein. Macht euch klar, dass sich die Dinge nicht notwendigerweise gleich von Anfang an so entwickeln müssen, wie ihr es wollt. Wenn man bereit ist, sich einzugestehen, wie die Lage wirklich ist, dann kann man tatsächlich viel wirksamer damit umgehen. Wieder geht es dabei darum, Geduld zu haben und sich Zeit zu nehmen, zu verstehen, was vor sich geht.

Wenn wir also daran arbeiten, diese erhabenen Geisteshaltungen zu entfalten und in unsere Meditation einzubringen, dann entdecken wir, dass sie eine gewisse Geduld schaffen, ein gewisses Wohlbefinden, die Fähigkeit, an einer Aufgabe zu arbeiten, die viel Zeit braucht. Manchmal scheint unsere Übung zu erfordern, dass wir immer und immer wieder geistlose Dinge tun: einfach den Geist zum Atem zurückbringen, den Geist zum Atem zurückbringen. Warum? Stellt in diesem Augenblick keine Fragen, bringt einfach den Geist zurück zum Atem. Aber setzt eure Beobachtungsgabe ein, während ihr das tut, denn wenn ihr mitbekommt, wie der Geist abgleitet, könnt ihr einige sehr interessante Dinge lernen. Ihr kommt an einen Punkt, wo ihr sehen könnt, wie der Geist gerade beginnt, sich zu bewegen, und ihr habt dann die Wahl, ob ihr dem folgt oder nicht. Wenn man sich an diesem Punkt wieder fangen kann, dann wird es viel leichter, beim Atem zu bleiben. Man hat eine wichtige Lektion gelernt, wie man die Bewegungen des eigenen Geistes liest.

Der gleiche Grundsatz gilt auch dafür, wie man den Geist zurückbringt, wenn man entdeckt, dass er abgeschweift ist. Verurteilt man sich dabei, wenn man ihn zurückholt, oder geschieht es auf umsichtigere Weise? Falls ihr feststellt, dass ihr dazu neigt, euch selbst dafür zu verurteilen, könnt ihr dann andere Möglichkeiten finden, ihn einfach so zurückzuholen, ohne den überflüssigen Ballast? Bringt ihn einfach ganz nüchtern zurück und belasst es dabei. Schon dieser einfache Vorgang kann euch an und für sich eine Menge über den Unterschied lehren, wie es ist, wenn man mit vorgefertigten Ansichten an eine Sache herangeht, oder wenn man sich um eine ausgewogene Sichtweise bemüht. Anders gesagt, versucht man, Verständnis zu entwickeln, man sucht nach Mustern, damit die Art und Weise, wie man den Geist lenkt oder versucht, hier drinnen die Dinge zu beeinflussen, tatsächlich etwas bewirkt.

Dass Kontrollfreaks einen schlechten Ruf haben, hängt daran, dass sie ineffektiv sind. Bei der Art, wie sie Dinge kontrollieren, lassen sie sich von Vorurteilen leiten, nicht von einem ausgewogenen Urteil. Tatsächlich ist Kontrolle nichts Schlimmes. Aber -- wie beim Urteilen -- bedarf es des Geschicks dabei. Und dieses zu erwerben, nimmt viel Zeit in Anspruch, braucht viel Beobachtungsgabe. Beobachtet, was ihr tut, beobachtet, wohin es führt. Wenn etwas nicht funktioniert, gesteht es euch ein und versucht etwas anderes. Wenn ihr so vorgeht, wird es für euch immer leichter, den Unterschied zwischen einem vorschnellen und einem ausgewogenen Urteil zu erkennen. Gleichzeitig erhaltet ihr allmählich immer bessere Ergebnisse von eurer Meditation, weil ihr euch die Zeit genommen habt, hinzuschauen, zu beobachten und zu verstehen, was vor sich geht.

Eines der Hauptprobleme im modernen Leben ist, dass die Leute so wenig Zeit haben. Wenn sie meditieren, wollen sie so viel wie möglich von ihrer Meditation in die kleinen Bruchstücke an freier Zeit pressen, die sie haben. Selbstverständlich verschlimmert sich dabei das ganze Problem mit dem vorschnellen Urteilen. Also erinnert euch daran, dass Meditation ein langfristiges Projekt ist. Wenn ihr ein Gefühl für den langen Zeitbogen habt, den es dafür braucht, wird es euch wesentlich leichter fallen, euch hinzusetzen und sorgfältig die grundlegenden Schritte durchzuarbeiten. Es ist wie bei jeder Fertigkeit, die man lernt. Wenn ihr alles, was man zum Tennisspielen braucht, an einem Nachmittag erlernen wollt, dann werdet ihr am Ende alles nur recht schlampig machen und nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Wenn ihr euch aber klar macht, dass man Zeit für so etwas braucht, dann könnt ihr eine Fertigkeit nach der anderen üben: Wie bleibt man mit seinem Blick am Ball? Wie weit muss man ausholen? Nehmt die Fertigkeit Schritt für Schritt für Schritt auseinander und seid willens, auf diese Weise an kleinen Dingen Stück für Stück für Stück zu arbeiten, bis ihr sie tief drinnen in euren Knochen wirklich versteht. Wenn dann die Zeit kommt, Entscheidungen zu treffen, dann werden es ausgewogene Entscheidungen sein, nicht vorschnelle Entscheidungen, und ihr werdet die gewünschten Ergebnisse erzielen.


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« Last Edit: September 24, 2013, 02:31:08 PM by Johann »
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December 14, 2017, 08:04:46 PM

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Johann

December 01, 2017, 11:19:47 AM
ចូលបន្ទប់ ព្រះត្រៃបិដកភាសាខ្មែរ . ផ្នែកខាងឆ្វេងមាន
 

Chanroth

December 01, 2017, 05:31:53 AM
ខ្ញុំកណារកមិនឃើញ កន្លែងមហាវគ្គទេសូមជួយប្រាប់កណាផង :-*
 

Chanroth

December 01, 2017, 05:29:34 AM
 :-* :-* :-* ខ្ញុំកណាសូមអគុណ
 

Johann

November 30, 2017, 10:49:09 AM
ពាក្យ "ញោម "។ ឣត្ថន័យ (អថន័យ!) មិនពិតប្រាកដ សំរាប់ អាត្ម។
 

Johann

November 30, 2017, 10:22:55 AM
Ñoma Chanroth.
 

Chanroth

November 30, 2017, 08:44:19 AM
ខ្ញុំព្រះករុណាសូមថ្វាយបង្គំមលោកម្ចាស់ Johann :-* :-* :-*
 

Chanroth

November 30, 2017, 08:40:12 AM
 :-* :-* :-*
 

Johann

November 26, 2017, 04:09:56 PM
Sadhu! Nyom Marcel.
 

Marcel

November 25, 2017, 10:59:50 PM
 :-* einen verdienstvollen uposatha allen  :-*
 

Marcel

November 15, 2017, 10:28:45 AM
 :-* ehrwürdiger samana johann  :-*
 

Johann

November 15, 2017, 10:22:52 AM
Nyom Marcel.
 

Sophorn

November 10, 2017, 09:42:54 PM
 :-* :-* :-*
Versucht mit laptop einzuloggen, aber die Updates ziehen sich dahin...
Möge der heutige Uposatha ein Tag der Erkenntnis und des Segens sein.
 :-* :-* :-*
 

Marcel

October 31, 2017, 05:36:49 AM
 :-*ehrwürdiger samana johann :-* ich hoffe, es geht ihnen gut und die dhamma-praxis schreitet vorran!
 

Johann

October 30, 2017, 01:48:18 AM
Nyom Sophorn.
 

Maria

October 25, 2017, 05:08:34 PM
Danke geht allen gut. Werther Bhante hoffentlich auch ?
 

Johann

October 25, 2017, 04:39:43 PM
Maria.
Familie und Freunden geht es gut? Nyom Maria selbst wohl auf, gesund?
 

Johann

October 19, 2017, 02:41:38 PM
Wenn jemand über das Layout des Entwurfes blicken möchte, ob es im eigenen Browser paßt und übersichtlich ist: Wisdom
 

Johann

October 16, 2017, 05:40:03 PM
Sokh chomreoun, Nyom. (Mag sukha sich für Nyom mehren). Thoamada (Dhammada - naturly, gewohnt). At mean ay pisech te (nichts besonders). Klach dukkh, klach sokh (wohl und weh wechseln sich ab). Nyom sokh sabay dea te? Sokh leumom dea te?
 

Marcel

October 16, 2017, 04:13:43 PM
 :-* ehrwürdiger samana johann! wie ist ihr befinden?  :-*
 

Marcel

October 07, 2017, 01:56:00 PM
 :-* :-* :-*
 

Johann

October 07, 2017, 02:48:39 AM
Der Tathagata tut das, wenn man ihn in seinem Dhamma sieht, und dieser, entgegen Personen, kommt auf wenn man ihn nährt, und einmal da, geht er für einen nicht mehr verloren, bleibt Tor zur Todlosigkeit.
 

Marcel

October 06, 2017, 11:37:24 PM
 :-*
 

Marcel

October 06, 2017, 11:36:31 PM
 :-* ehrwürdiger samana johann :-* mögen sie noch lange leben,   für das wohl vieler.... anumodana, ich freue mich sehr! sie decken auf, was vorher verdeckt. so das vijja entstehen kann, und avijja gehen muss!! geht direkt ins herz!
 

Johann

October 06, 2017, 04:19:37 PM
Nyom Marcel.
 

Sophorn

September 28, 2017, 03:51:05 AM
 :-* :-* :-*
 

Johann

September 27, 2017, 12:17:53 PM
Nyom Sophorn, Roben mag man immer geben können. Im Monat nach dem Vassa Ende, ist es für jene Mönche, die den Vassa gehalten haben, möglich und einfacher für den Eigenbedarf Roben anzunehmen.
 

Sophorn

September 27, 2017, 07:01:23 AM
Bhante, ist dann die Robengabe möglich ab dem 5. Okt. bid zum nächsten Vollmond oder darf man auch danach Roben geben? :-*
 

Sophorn

September 27, 2017, 05:44:45 AM
Wie geht es Bhante heute? Haben die Tropfen geholfen?
 ::) :-*
 

Johann

September 05, 2017, 01:21:44 AM
Gerestet: funktioniert tadellos. Nochmal alle Zugangsdaten gemailt, Nyom.
 

Sophorn

September 04, 2017, 02:06:42 PM
Kana hat mit U. Chamroeun das Login mit neuem Passwort erfolglos versucht.
Daraufhin versuchten kana das über die Veränderung über E-mail, aber da erschien, dass die E-mailadresse nicht gültig war (die hatten Bhante auch an kana in der Mail bestätigt)
 :-* :-* :-*
 

Johann

September 04, 2017, 11:52:03 AM
Sollte email im Posteingang haben, Nyom Sophorn.
 

Johann

September 04, 2017, 11:41:14 AM
Kann nicht antworten auf was, Nyom Maria? Was und wo genauer?

Nyom Sophorn. Nyom Chomroeun kann kurzlich email Daten bekommen. Mal annehmend das PW auch vergessen, (abgesenhen von der Möglichkeit, link zu drücken wenn) wird Atma ein neues anlegen und ihm mailen.
 

Maria

September 04, 2017, 11:30:41 AM
 :-*
Werther Bhante , selbiges Problem was ich schon einmal hatte, Login geht aber kann nicht antworten, bin am Nachmittag bei neuen Computer, dieser hier ist schon über 12 Jahre alt.
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:23:14 AM
Kana hat das File runtergeladen und U. Chamroeun gegeben,  der sich um die Kprrektur annehmen möchte. Kana wird auch gern das File den anderen Schülern zum Lesen teilen. Ev. sehen mehr Augen mehr.
 :-* :-* :-*
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:17:06 AM
Verehrter Bhante, Chamroeun kann sich nicht einloggen. Ist das Passwort für E-mail oder sangham.net? In beiden Fällen haben kana das erfolglos probiert.
 :-* :-* :-*
 

Sophorn

September 04, 2017, 11:08:26 AM
 :-* :-* :-*
 

Johann

August 20, 2017, 01:37:40 AM
Es ist vielleicht gut eine Pause zu tun, doch kann es gut sein, daß man nicht zurückkehrt, für ein gutes oder schlechtes, für sich selbt und andere. Gut dort wo gut genährt und unterstützt und for allem Konzentration steigt, oder dort wo satt in jeder Hinsicht.
 

Johann

August 10, 2017, 11:31:40 AM
Wenn jemand Lust hat, oder anderen etwas Gutes oder Besseres tun kann und möchte: Korrekturlesen http://sangham.net/index.php/topic,1018.msg9625.html#msg9625 Baue nach und nach, so gut wie möglich ein auf ZzE.
 

Johann

August 07, 2017, 02:24:55 AM
Einen ausübungsreichen Vollmond-Uposatha and Gelegenheit die Mönche zu besuchen wünscht meine Person.
 

Sophorn

July 25, 2017, 03:59:03 PM
... versteht und womöglich sieht, wenn er nicht den Weg hierher
findet.

Großer Dank an alle im Hintergrund.

Mögen all diese Früchte vielfach zurückkommen und inspirieren.

Ayu vanno sukkham balam

 :-* :-* :-*
 

Sophorn

July 25, 2017, 03:55:25 PM
 :-* :-* :-*
karuna tvay bongkum Preah metschah

Herzliches Hallo an alle nach sehr langem!

Ein herzliches Dankeschön aus tiefsten Herzen an alle, die sich hier aktiv und indirekt hier beteiligen. Vor allem ein großes Sadhu an Bhante, der unvergleichliche Arbeit leistet, die kaum jemand ver
 

Johann

July 24, 2017, 03:15:56 AM
Fehlinvestition: Was immer man nicht in die Juwelen, in den Pfad investiert, ist vergeude Mühe, schnurrr einen fest im Rad des Leidens. Prüfen Sie es!   :) Wiederholungstäter...
 

Johann

July 17, 2017, 01:50:17 AM
Moritz
 

Moritz

July 16, 2017, 02:28:02 PM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 14, 2017, 07:07:17 AM
Moritz. Gut ihn früh Morgens und nicht bis in den frühen Morgen zu sehen.
 

Moritz

July 14, 2017, 07:03:53 AM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 13, 2017, 08:12:46 AM
Moritz.
 

Moritz

July 13, 2017, 07:42:39 AM
Chom reap lea
_/\_
 

Moritz

July 13, 2017, 07:40:46 AM
Namasakara, Bhante _/\_
 

Johann

July 08, 2017, 02:26:09 AM
Vor mehr als 2500 Jahen wurde a diesem Vollmondtag das Rad des Dhammas in bewegung gesetzt. Anumodana!

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